Finanzmärkte: Wall Street, die Straße der Tyrannen

Finanzmärkte: Wall Street, die Straße der Tyrannen

, aktualisiert 11. November 2011, 12:43 Uhr
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Die Wall Street und ihre Finanzpraktiken geraten immer mehr in Verruf. Längst haben Hochgeschwindigkeitsrechner mehr Macht, als die üblichen Wirtschaftsdaten.

Quelle:Handelsblatt Online

In der Wall Street treffen jeden Tag die Herrscher der Welt aufeinander: Hier verwandeln Börsenhändler Zahlen mit vielen Nullen in Schicksale von Menschen, Ländern und Kontinenten. Wissen sie, was sie tun?

Berlin, 12. September 2011, 19.20 Uhr. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sitzt im ZDF-Hauptstadtstudio und schließt die Augen. Er wirkt erschöpft. Wenige Stunden zuvor hat Wirtschaftsminister Philipp Rösler eine Insolvenz Griechenlands ins Gespräch gebracht. Auf die Frage, ob das eine gute Idee gewesen sei, antwortet Schäuble, man dürfe die Nervosität der Finanzmärkte nicht noch verstärken. Am nächsten Morgen sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel im Radio: „Was wir nicht brauchen können, ist Unruhe auf den Finanzmärkten.“

New York, Mitte Oktober. Laurence Fink führt lange Telefonate mit Europa. Fink ist der Chef des amerikanischen Finanzunternehmens Blackrock, des größten Vermögensverwalters der Erde. Jeden Tag telefoniert er mit der halben Welt. Diesmal hat er ungewöhnliche Gesprächspartner. Mehrere europäische Finanzminister sind am Apparat. Besorgt wollen sie von ihm wissen, was die Finanzmärkte von den Bemühungen zur Rettung des Euro halten.

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Brüssel, 27. Oktober 2011, vier Uhr früh. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy tritt vor die Journalisten. Nach zehnstündigen Verhandlungen beschreibt er den Inhalt des neuen, 1,4 Billionen Dollar schweren Rettungspakets für Griechenland. Ein französischer Journalist unterbricht ihn. Dollar? Es geht doch um die Euro-Krise. Natürlich Dollar, antwortet Sarkozy irritiert. Schließlich werde diese Pressekonferenz weltweit wahrgenommen. Er, Sarkozy, kommuniziere hier mit jenen, die für gewöhnlich in Dollar rechnen. Den internationalen Finanzmärkten.

Ein Verlust ist anzuzeigen in diesen Wochen und Monaten der Krise. Offenbar haben die bedeutendsten Regierungschefs der Erde, die sich an diesem Wochenende beim G-20-Gipfel trafen, ausgerechnet das verloren, was ihnen ihre Bedeutung gibt: die Macht. Nicht mehr in den Hauptstädten der Welt scheint sie zu wohnen, sondern an einem geheimnisvollen Nirgendwo, dem sogenannten Finanzmarkt. Dort, im Kreise von Brokern und Bankern, von Händlern und Investoren, muss sie zu finden sein.

Aber wo?

Und wer genau ist es, der die Macht über die Welt jetzt übernommen hat?

Es gibt keine schnelle Antwort auf diese Frage. Aber es gibt einen Mann, der sich gut dafür eignet, mit der Suche nach Erklärungen zu beginnen. Er heißt Ted Weisberg und arbeitet dort, wo man die Machtzentrale der internationalen Finanzmärkte am ehesten vermuten kann: an einer nur 600 Meter langen Straße im Süden von New York. Der Wall Street.

Wie jeden Tag ist Weisberg auch an diesem Morgen um fünf Uhr aufgestanden. Heute ist es ihm leichtgefallen. Erst gestern kam er von einem Investorentreffen in Schweden zurück. Der Jetlag hat ihn geweckt. Weisberg las dann die Financial Times, das Wall Street Journal und eine täglich erscheinende Investorenzeitung. Auf seinem Blackberry sah er sich die neuesten Wirtschaftsdaten an, dann stieg er in die U-Bahn, Linie 4.

Jetzt wartet Weisberg auf den Schlag der Glocke, hier an der Wall Street Nummer 11, dem Hauptgebäude der New Yorker Börse.

9.29 zeigt die große Uhr oben an der Empore. Weisberg steht unten auf dem Börsenparkett, inmitten vieler anderer Männer, die alle anders aussehen als er. Jünger.

Ted Weisberg ist 71 Jahre alt, ein kleiner, rundlicher Mann mit weißem Haarkranz. In den Gläsern seiner Brille spiegelt sich das Leuchten der Bildschirme, das Flimmern der Aktienkurse. Meldungen von der Euro-Rettung, den Rohstoffmärkten, den kranken Banken tickern vorbei. Dann springt die Uhr eine Minute weiter.

Seit mehr als 40 Jahren arbeitet Weisberg an der Wall Street. Seit mehr als 40 Jahren trägt er die schlichte blaue Jacke der Börsenhändler. Wie ein alter Fabrikarbeiter sieht er aus in diesem Kittel, und eine Fabrik ist es auch, die ihre Maschinen anwirft an diesem Morgen des 18. Oktober, da die Uhr auf 9.30 Uhr steht und die Eröffnungsglocke erklingt.

Weisberg läuft über das Parkett, im Blick die Kurstabellen, in der Hand ein Touchpad. Seine Finger tippen auf den kleinen Bildschirm, jede Berührung ein Börsendeal. Weisberg kauft und verkauft Wertpapiere im Auftrag anderer Leute. Seine Kunden sind Banken, Investmentfonds und reiche Privatpersonen.


Die Wall Street könnte die Straße in eine bessere Zukunft sein

Jetzt, nach Börsenöffnung, rufen sie ihn an und geben ihre Aufträge durch. So wie Kunde Nummer 10, der 100.000 Aktien des Software-Unternehmens Microsoft abstoßen will. Mit einem Zucken seines Zeigefingers bewegt Weisberg 2,7 Millionen Dollar.

Weisberg verschiebt Geld, alle Börsenhändler verschieben Geld, es ist der Rohstoff, den diese Fabrik verarbeitet, den sie in die einzige Ware verwandelt, die an den globalen Finanzmärkten hergestellt wird: Zahlen, unendliche Mengen von Zahlen.

Nicht nur an der Wall Street werden sie produziert, jeden Tag aufs Neue, sondern auch in Frankfurt und Singapur, Johannesburg und São Paulo, überall dort, wo diese Finanzfabriken stehen, die Börsen und Handelsräume, die ihre Zahlen in Sekundenbruchteilen um die Erde verbreiten, unter Meeren hindurch, über Kontinente hinweg.

Sie sind nichts anderes als Preise, diese Zahlen, die Preise von Aktien und Anleihen, von Optionsscheinen und Terminkontrakten. Sie beziffern den Wert von Unternehmen und die Finanzkraft von Staaten, sie geben an, was ein Fass Öl kostet und eine Unze Gold, aber auch, wie viel man für ein Pfund Zucker zu bezahlen hat, für ein Kilo Orangensaftkonzentrat und einen Bushel Weizen, 27,2 Kilogramm. Es ist der Preis der Welt, der hier berechnet wird.

Verkaufen gleichzeitig mit Weisbergs Kunden Nummer 10 auch viele andere Microsoft-Anteilseigner ihre Aktien, dann sinkt der Wert dieses Wertpapiers. Kaufen sie jedoch alle gleichzeitig Microsoft-Aktien, dann steigt er.

Beim alten Börsenhändler Weisberg, der nur im Auftrag seiner Kunden handelt, ist die Macht der Finanzmärkte nicht zu finden. Auch die Bedeutung des einzelnen Kunden Nummer 10 ist gering, obwohl er dem Markt auf einen Schlag 2,7 Millionen Dollar entzogen hat.

Die Zahlen aber, die in jeder Sekunde aus den Käufen und Verkäufen der Gesamtheit aller Börsenhändler entstehen, können der Welt nicht egal sein.

10.45 zeigt die Uhr über Weisbergs Kopf. Die Aktie der Deutschen Bank liegt bei 35,60 Dollar. In den vergangenen sechs Monaten hat sich ihr Wert fast halbiert. Wenn er weiter fällt, wird der Vorstand der Bank unter Druck geraten. Angestellte könnten entlassen, Teile des Unternehmens verkauft werden. Das ist die Macht dieser Zahl, auch die Bank bekommt sie zu spüren.

12.23 Uhr. Der Zinssatz, den der spanische Staat an seine Gläubiger bezahlen muss, ist auf 5,56 Prozent gestiegen. Schon jetzt müssen die Spanier jährlich 20,4 Milliarden Euro für Zinsen aufwenden. Es ist Geld, das für den Bau von Schulen und Straßen fehlt, für die Unterstützung von Arbeitslosen und Rentnern. 5,56 Prozent – wenn der Wert weiter steigt, steht Spanien vor der Pleite. Das ist die Macht dieser Zahl.

12.50 Uhr. Kolumbiens Zinssatz ist auf nur 3,07 Prozent gesunken. Das Land bekommt jetzt leichter Kredit als Spanien. Straßen, Gebäude, neue Waffen für die Armee, für all das ist jetzt Geld da. Das ist die Macht dieser Zahl.

14.17 Uhr. Der Preis für ein Bushel Weizenliegt bei 6,25 Dollar, fast doppelt so hoch wie noch vor sechs Jahren. In vielen Entwicklungsländern müssen die Menschen am Mehl und am Brot sparen. Das ist die Macht dieser Zahl.

Es fällt nicht schwer, zu erkennen, welch enormen Einfluss die Zahlenfabriken haben. Sie verordnen Wohlstand und Vollbeschäftigung – oder Arbeitslosigkeit und Hunger. Fraglich ist nur, ob man wirklich Angst haben muss vor der Herrschaft der Zahlen. Womöglich sorgt sie langfristig für eine bessere Welt.

Wenn der Aktienkurs der Deutschen Bank fällt, kann das damit zu tun haben, dass der Vorstand dabei ist, das Unternehmen zu ruinieren. Dann ist das so, als würde vor dem Bankgebäude ein Schild stehen mit der Aufschrift: »Ihr müsst dieses Unternehmen besser führen.«

Wenn Spanien seinen Gläubigern einen höheren Zins bezahlen muss als Kolumbien, rührt das vielleicht daher, dass die spanische Regierung jahrelang das Geld ihrer Bürger verschleudert hat, während Kolumbien solide wirtschaftet. Dann ist das so, als würde die Zahl den Kolumbianern sagen: »Macht weiter wie bisher.« Und den Spaniern: »Ihr müsst endlich anfangen zu sparen, damit euer Land nicht pleitegeht.«

Wenn sich der Weltmarktpreis für Weizen erhöht, mag das daran liegen, dass es zu wenig Getreide auf der Welt gibt. Dann ist das so, als würde diese Zahl sagen: »Bauern, baut mehr Weizen an, auf der Erde gibt es nicht genug.«


Der Weizenhandel und die Bäckereien

Jede Zahl, die die Finanzmärkte produzieren, ist ein Wegweiser – und die Wall Street die Straße in eine bessere Zukunft. So könnte es sein. So ist es auch, glaubten Wirtschaftsforscher jahrzehntelang. Ihre Theorie: Wenn Tausende Investoren mit wirtschaftlichem Sachverstand die Preise von Wertpapieren und Rohstoffen festlegen, dann geben diese Preise die Wirklichkeit wieder.

Für diese sogenannte Lehre der effizienten Märkte wurden Nobelpreise verliehen.

Mit Recht, so schien es jahrzehntelang. Der Wall-Street-Veteran Ted Weisberg kann lange Geschichten erzählen von der Treffsicherheit der Börse, die mitunter die Stärken oder Schwächen mancher Unternehmen übersah, aber am Ende meistens richtiglag. Früher.

Inzwischen glaubt kaum noch jemand an die Weisheit der Finanzmärkte.

Der Deutschen Bank geht es nicht schlecht. Allein der Besitz des Unternehmens, also Gebäude, Computer, Dienstwagen und Vermögen, ist 73,2 Milliarden Dollar wert. Die Finanzmärkte aber beziffern den Wert der gesamten Bank mit nur 33,07 Milliarden Dollar.

Der spanische Staat hat das Geld seiner Bürger nicht verschleudert. Das Land hat, gemessen an der Wirtschaftsleistung, ein Drittel weniger Schulden als Deutschland. In Kolumbien dagegen gehören Stimmenkauf und Wahlbetrug zur Demokratie, ein Teil des Landes wird von einer Guerillaarmee beherrscht.

Die Bauern der Welt haben nicht zu wenig Weizen angebaut. Die Lagerhäuser sind ordentlich gefüllt. Trotzdem kann Rosario Raines jetzt ihrer Bäckerei beim Sterben zusehen.

Um die Mittagszeit kommt sie heim in ihr kleines Haus am Rand der mittelamerikanischen Millionenstadt San Salvador. Rosario Raines ist 42 Jahre alt, eine stämmige Frau, die einmal dachte, das Leben habe es gut mit ihr gemeint. Jeden Tag stand sie in einer niedrigen Hütte vor dem Haus, zusammen mit ihrem Mann. Sie kauften Mehl und backten Brot, formten Schweinsohren und schoben Kuchen in den Ofen. Auf den Namen Veronica hatten sie das jüngste ihrer sechs Kinder getauft, Veronica nannten sie auch die kleine Bäckerei, mit der sie große Gewinne machten.

Bald belieferten Rosario und Mauricio Raines mehr als 30 Geschäfte, sie kauften einen Pick-up, um die Brote auszufahren, stellten drei Arbeiter ein. Zum Essen gingen sie jetzt ins Restaurant. Den ältesten Sohn schickten sie auf die Universität, trotz der hohen Studiengebühren von umgerechnet 3,60 Euro am Tag. Sie hatten genug Geld, und ihr Sohn sollte später nicht mit den Händen arbeiten müssen. Er sollte Anwalt werden.

Heute hilft er in der Bäckerei, das Jurastudium hat er abgebrochen. Das Leben der Familie Raines ist aus der Bahn geraten, seit an den Finanzmärkten eine ganz bestimmte Zahl zu wachsen anfing: von drei Dollar auf vier, auf sechs, zwischenzeitlich sogar auf mehr als acht Dollar. Es ist der Weltmarktpreis für ein Bushel Weizen.

Mit dem Weizenpreis stieg auch der Mehlpreis in El Salvador, der Gewinn der Bäckerei Veronica sank.

Rosario Raines sperrt die Haustür auf. Zwei Zimmer haben sie, zu acht, Boden und Wände sind aus Beton, das Dach ist aus Wellblech. Rosario Raines holt Feuerholz aus dem Garten, das ist billiger als Gas. Den ganzen Vormittag saß sie auf einem hölzernen Hocker, drüben auf dem Markt. Einen Korb hatte sie vor sich stehen, gefüllt mit den bleichen Brötchen, die ihr Mann früh am Morgen gebacken hatte. Sie schmecken nicht mehr recht, seit sie das teure Mehl mit billigem Backpulver strecken.

Zuerst hörten sie auf, ins Restaurant zu gehen. Dann versuchten sie, ihrerseits die Preise zu erhöhen, aber da wurden sie ihre Brötchen nicht mehr los. So verkauften Rosario und Mauricio Raines ihren Pick-up, entließen die Angestellten, strichen den Kuchen und die Kekse aus ihrem Angebot, weil sie keinen Gewinn mehr brachten. Das Geld reicht trotzdem nicht.

Umgerechnet 6,32 Euro hat Rosario Raines an diesem Tag auf dem Markt verdient. Mehr bleibt ihr nicht, um das Essen für ihre Familie zu kaufen. Die Raines wissen nicht mehr, wie lange sie noch das Schulgeld für ihre Kinder bezahlen können. Der Weizenpreis ist stärker als sie.


Die Logik der Fabriken

Auch als Ted Weisberg vor 40 Jahren an der Wall Street anfing, besaßen die Zahlen viel Macht über die Menschen. Auch damals wurde an den Rohstoffbörsen der Welt mit Getreide gehandelt, mit Baumwolle, Zucker oder Kaffee. Aber es waren vor allem Getreidehändler oder Kaffeeröster, die sich dort mit Nachschub versorgten oder überschüssige Ware losschlugen. Es waren Leute, die sich in erster Linie für die Fruchtbarkeit der Äcker interessierten, für die Sonne und den Regen. Es waren Leute, die mithalfen, dass die Preise den Gesetzen von Angebot und Nachfrage folgten, jedenfalls meistens.

Heute bestimmen vor allem Banken und Investmentfonds die Rohstoffpreise. An einem normalen Handelstag kaufen und verkaufen sie so viel Weizen, Mais oder Zucker, wie in hundert Jahren nicht wächst.

Die Deutsche Bank bezeichnet in ihrem Geschäftsbericht 2010 den Rohstoffhandel als eines der beiden »wichtigsten Wachstumsfelder« des Konzerns. Amerikanische Investmentbanken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley haben riesige Lagerhäuser gekauft, in denen sie die Rohstoffe aufbewahren, die sie an den Börsen erworben haben – um sie später mit Gewinn zu verkaufen.

Den Weizenhändlern von heute interessieren sich nicht unbedingt für das Wetter und die Wirklichkeit. Sie haben eine bessere Methode entwickelt, um gute Geschäfte zu machen. Man begreift das, wenn man Adam Nunes besucht.

Er steht im 30. Stock eines Wolkenkratzers, hoch über Manhattan, 400 Meter Luftlinie östlich der Wall Street. Adam Nunes ist ein kräftig gebauter 35-jähriger Mann in Jeans und kariertem Flanellhemd. Im Moment wirkt er ein wenig aufgeregt. Noch nie war ein Journalist hier oben, noch nie hat ein Mitarbeiter dieses Unternehmens ein Interview gegeben. Hudson River Trading steht auf den spiegelglatten roten Kacheln der Lobby.

Auch hier wird mit Wertpapieren gehandelt. Aber ganz anders als bei Ted Weisberg an der Wall Street.

Vorsichtig führt Nunes durch die Räume, in denen es so still ist wie im Lesesaal einer Bibliothek. Hier laufen keine Wirtschaftsnachrichten, hier hängen keine Fernseher an den Wänden. Junge Männer sitzen vor Bildschirmen und blättern in Informatik-Büchern. Viele haben asiatische Gesichter. Keiner hat Ökonomie studiert. Die meisten sind Mathematiker oder Computerwissenschaftler. »Viele Harvard-Absolventen«, sagt Nunes leise. Dann ist es wieder still, nur die Tastaturen klackern.

Es sind Kauf- und Verkaufsbefehle, die in der Geräuschlosigkeit dieser Räume auf den Weg gebracht werden, hin zu den Börsen der Welt. Hudson River Trading handelt mit allem, was man handeln kann, mit Aktien, Staatsanleihen, Rohstoffen, mit Anteilen der Deutschen Bank, mit Zinspapieren des spanischen Staates, mit Weizen.

Anders als bei Ted Weisberg auf dem Parkett der New Yorker Börse interessiert sich hier niemand für Unternehmensbilanzen oder Haushaltsdefizite.

Man muss nichts von Wirtschaft verstehen, um in den Zahlenfabriken zu arbeiten – bloß die Logik der Fabriken muss man begreifen. Das ist die Geschäftsidee von Hudson River Trading. Die jungen Männer im 30. Stock schreiben Computerprogramme, die in Sekundenbruchteilen Börsentrends erkennen. Die Rechner können dann herausfinden, ob andere Investoren im großen Stil Papiere kaufen oder verkaufen. Dann kaufen oder verkaufen sie mit, dann treiben sie die Zahlen in die gewünschte Richtung.


Die Maschinen haben die Macht über die Welt übernommen

Wenn es gut läuft, verdienen sie dann ein paar Millionen Dollar in kürzester Zeit. Dann, wenn ihr wichtigster Mann wieder schneller war als alle anderen.

Der wichtigste Mann? Ja, man dürfe ihn besuchen, heute, ausnahmsweise, diesen besten aller Mitarbeiter von Hudson River Trading, sagt Adam Nunes und geht voraus, den Gang entlang, bis zu einer roten Wand. Dahinter ist das Zentrum der Macht.

Durch ein kleines Fenster ist er zu sehen: Schwarz und glänzend steht er da, das halbe Stockwerk nimmt er ein. Hin und wieder glimmen ein paar Leuchtdioden. Der Großrechner arbeitet.

3.000 Wertpapiere kann die Maschine innerhalb einer Sekunde kaufen oder verkaufen. Man nennt es High Frequency Trading. Hochgeschwindigkeitshandel.

Nach Informationen des Fachmagazins Advanced Trading verfügt nur eine kleine Minderheit der Anleger über solch teure Computer. Ted Weisberg und sein Kunde Nummer 10 gehören nicht dazu. Die großen Banken und Investmentgesellschaften aber sind in das Geschäft eingestiegen. Ihre Computerprogramme heißen Sniper (»Scharfschütze«), Stealth (»List«) oder Guerilla. Die Bank of America, das größte Geldinstitut der USA, hat die Zahl ihrer Börsenhändler um die Hälfte reduziert. Deren Arbeit übernehmen jetzt Großrechner. Die Zahlenfabriken brauchen keine Menschen mehr.

Mithilfe der Maschinen kaufen und verkaufen die wenigen Hochgeschwindigkeitshändler heute bis zu 70 Prozent aller in den USA gehandelten Aktien. Das erinnert an die Einkommensverteilung in den USA. Immer mehr Geld fließt auf immer weniger Konten.

Oder anders gesagt: Die Zahlen haben die Macht über die Welt übernommen. Und die Rechenmaschinen der Großanleger haben die Macht über die Zahlen.

Es gibt auch Anleger, die versuchen, sich gegen die Kraft der Computer zu stellen. Die überzeugt sind, dass es an den Finanzmärkten um Wirtschaft gehen sollte, nicht um Rechenspiele. Meist müssen sie erschöpft aufgeben. Zu stark sind die Maschinen. Auch Max Holzer musste das einsehen.

Er ist ein 50-jähriger, korrekt gekleideter Mann, seriös, ein bisschen bieder, in seinem Büro steht eine pflegeleichte Zimmerpflanze. Er könnte Angestellter einer Volksbank oder Sparkasse sein.

Genau genommen ist er das auch. Max Holzer arbeitet in Frankfurt, bei einem Unternehmen, das zur Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken gehört. Diese sogenannten genossenschaftlichen Geldinstitute wurden einst nach den Idealen der Selbstverwaltung und Selbsthilfe gegründet. Die Volks- und Raiffeisenbanken gehören keinen Großaktionären, sondern vielen Tausend kleinen Mitgliedern. Hier verdient niemand Millionengehälter.

Holzers Unternehmen ist Union Investment, eine Fondsgesellschaft, die das Geld mehrerer Millionen Privatkunden an der Börse investiert. Es ist das Geld von Lehrerinnen und Briefträgern, Verkäuferinnen und Ingenieuren. Alle zusammen haben 170 Milliarden Euro eingezahlt. Union Investment legt das Geld in Wertpapieren an.

Aber in welchen? Welche Aktie ist rentabel, welche Anleihe lukrativ? Das entscheidet Max Holzer, Leiter der Abteilung Asset Allocation. Wie Ted Weisberg analysiert er die wirtschaftlichen Daten: Gewinnentwicklungen, Wachstumsraten, Schuldenstand.

Doch das allein genügt nicht. Was, wenn der Großrechner von Hudson River Trading anfängt, spanische Staatsanleihen abzustoßen, obwohl das Land solide wirtschaftet? Was, wenn die Computer von Goldman Sachs und der Bank of America den Trend erkennen und ebenfalls Verkaufsbefehle abschicken?

Max Holzer denkt einen Moment nach. Dann sagt er: »Wenn alle anderen verkaufen, ist es schwer, sich gegen den Trend zu stellen.« Dann sei es sicherer, sich mit der Macht zu verbünden und ebenfalls zu verkaufen. Selbst wenn der Sachverstand dagegenspricht.


Politiker, die sich mit Bankern zeigen, holen keine Stimmen mehr

Übertreibungen in die eine oder andere Richtung habe es an den Finanzmärkten immer schon gegeben, sagt Max Holzer. »Aber was wir jetzt erleben, hat eine neue Qualität. Stabilisierende Elemente gehen verloren.«

Am vergangenen Montag meldete der amerikanische Finanzmakler MF Global Insolvenz an, eine der Zahlenfabriken in der Wall Street. 6,3 Milliarden Dollar hatte die Firma auf steigende Kurse bei Euro-Staatsanleihen gesetzt – und die Wette verloren.

Was geschieht, wenn Tausende Anleger den wirtschaftlichen Sachverstand beiseitelassen, absichtlich oder unabsichtlich? Die Zahlenfabriken produzieren dann immer noch Zahlen und Preise, so wie früher. Und die Welt hält diese Preise für Wegweiser, so wie früher. Aber die Preise sind dann falsch. Die Wegweiser zeigen in die falsche Richtung. Die Wall Street führt dann nicht mehr in eine bessere, reichere Welt. Sie führt die Welt ins Verderben.

Nie zuvor in der Geschichte gab es in so kurzer Zeit so viele Börsencrashs und Wirtschaftskrisen wie in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Auf die Japankrise Anfang der neunziger Jahre, die das Land bis heute nicht überwunden hat, folgten die Mexikokrise 1994, die Asienkrise 1997 und die Russlandkrise 1998. Im Frühjahr 2000 platzte die weltweite Internetblase, im Herbst 2008 brach die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers zusammen, und die Weltwirtschaft entging nur knapp dem Kollaps. Danach sah es so aus, als würde Ruhe einkehren. Bis die Euro-Krise begann.

Aus der Herrschaft der Zahlen ist eine Tyrannei geworden.

Frankfurt, 19. Oktober 2011. Auf dem Platz vor der Alten Oper stehen dunkle Limousinen in langen Reihen. Angela Merkel ist da und Nicolas Sarkozy, der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Herman Van Rompuy, Präsident des Europäischen Rates. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist gekommen, auch der oberste Commerzbanker Martin Blessing. Minister, Staatssekretäre und Finanzvorstände aus ganz Europa strömen über den roten Teppich ins Foyer.

Sie alle sind hier, um Jean-Claude Trichet zu verabschieden, den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, der am 31. Oktober seinen letzten Arbeitstag hat. Dicht gedrängt stehen sie in kleinen Gruppen zusammen, trinken Wein, essen, plaudern. Ein Duett aus Klavier und Violine spielt Camille Saint-Saëns’ Karneval der Tiere.

Es ist fast wie früher.

Sie sind selten geworden, diese Treffen. Seit dem Beginn der großen Finanzkrise im Jahr 2008 zeigt sich die Politik nicht mehr gerne mit den Herren des Geldes. Wer sich weiterhin den Banken nähert, läuft Gefahr, sich von den Wählern zu entfernen. Stimmen holt, wer die Banken bändigt.

Das war mal anders. Jahrelang haben Präsidenten, Premierminister und Kanzler aller großen Industrieländer Gesetze erlassen, die nur eines zum Ziel hatten: die Zahlenfabriken auszubauen. Ihnen mehr Freiheiten zu geben. Ihnen noch mehr Geld zuzuführen.

1986: Die britische Premierministerin Margaret Thatcher liberalisiert das Börsengeschäft. Gebührenordnungen und Zulassungsgrenzen fallen weg. Der Wertpapierhandel wird einfach und billig wie nie. Big Bang heißt das Gesetzespaket heute, weil es den Aufstieg Londons zur Finanzmacht begründet.

1999: Der amerikanische Präsident Bill Clinton hebt den Glass-Steagall Act auf. Das Gesetz aus den dreißiger Jahren hatte den Banken untersagt, klassisches Kreditgeschäft und Investmentbanking zugleich zu betreiben. Jetzt dürfen alle an den Börsen mitspekulieren.

2001: Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC senkt den kleinsten zu handelnden Wert von 16 Cent auf einen Cent. Durch diese Änderung erschafft sie das Geschäftsmodell der Hochgeschwindigkeitshändler. Deren Computer handeln genau in diesem Centbereich, millionenfach pro Minute. Wenige Monate später wird Hudson River Trading mit fünf Mitarbeitern gegründet.

2001: In Deutschland führt die rot-grüne Bundesregierung die Riester-Rente ein. Bislang ist allein der Staat für die Altersvorsorge zuständig. Das Geld der Jungen reicht er weiter an die Alten. Künftig sollen sich die Deutschen auch privat absichern. Ein Milliardengeschäft für die Finanzbranche. Sie legt das Geld der Bürger an der Börse an.

2004: In Deutschland werden Hedgefonds für Privatanleger zugelassen. Bislang waren diese hochspekulativen Fonds verboten.

2005: Die Bundesregierung verabschiedet ein Gesetz, das es Aktiengesellschaften erlaubt, ihre Anteile an anderen Unternehmen steuerfrei zu verkaufen. Die wechselseitigen Verflechtungen der deutschen Unternehmen werden aufgebrochen, mehr und mehr Aktien frei gehandelt – mehr und mehr Firmen sind der Macht der Zahlen ausgesetzt.

2005: In den USA führen alle Börsen den elektronischen Handel ein. Hudson River Trading beschäftigt jetzt 70 Mitarbeiter.

Die Finanzmärkte haben die Macht nicht übernommen. Sie wurde ihnen übergeben. Warum nur hat sich die Politik darauf eingelassen?


Der Forscher Paul Woolley sagt: Man muss die Uhr zurückdrehen

Die Menschen kommen im Takt der U-Bahn. Die Männer im Anzug, die Frauen im Kostüm, so tragen die Rolltreppen sie hinauf. Jeden Morgen zwängt sich eine gut gekleidete Menschenkarawane durch die schmalen Straßen von Canary Wharf im Osten von London, jeden Morgen verschwindet sie in den Hochhäusern, den Büros und Handelsräumen, den Börsen und Banken.

Noch vor wenigen Jahrzehnten standen hier riesige Speicher und Lagerhallen. Kräftige Männer in groben Kitteln wuchteten Kisten und schleppten Säcke. Canary Wharf war eines der größten Warenhäuser der Welt. Tag für Tag legten Schiffe an, sie brachten Holz und Baumwolle, Pelze und Kakaobohnen, Kupfer und Aluminium – Rohmaterial für die Fabriken des Vereinigten Königreichs, die daraus Schränke und Mäntel, Schokolade und Fernseher machten und Hunderttausenden Menschen eine Arbeit gaben.

Bis die Fabriken zu teuer wurden, nicht nur in Großbritannien. Fast in allen hoch entwickelten Ländern setzte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das große Sterben der alten Industrien ein. T-Shirts und Kameras, Radiogeräte und Küchenschränke kamen jetzt billig aus Fernost. Die Fabriken schlossen. Neue mussten her.

Sie wurden gebaut in England und Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Überall dort, wo sich Banken und Finanzinstitute gute Geschäfte versprachen, entstanden Börsen und Finanzzentren nach New Yorker Vorbild. Seitdem verläuft die Wall Street nicht mehr nur durch Manhattan, sondern auch durch London und Frankfurt, Zürich und Paris. Sie ist jetzt die längste Straße der Welt.

Heute ist Canary Wharf wieder ein Knotenpunkt der Weltwirtschaft. Aber heute kommt hier kein Baumwollsack mehr an und kein Bretterstapel – sondern Geld. Die Banken, die es verarbeiten, warten nur darauf. Im vergangenen Jahr verzeichneten sie ein Geschäftsvolumen von 8.512 Milliarden Pfund – mehr als das Fünffache der jährlichen Wirtschaftsleistung Großbritanniens.

Alle großen Geldhäuser haben Büros in Canary Wharf: Citigroup und Barclays, Morgan Stanley und die Bank of America, HSBC und Credit Suisse. Es gibt Restaurants und Bars, Juweliere und Boutiquen, einen Porsche-Händler und eine Zeitung mit dem Namen The Wharf. Es gibt, vor allem: Arbeitsplätze. Auf dem wenige Quadratkilometer großen Areal arbeiten mehr als 100.000 Menschen.

Paul Woolley kommt nur noch selten hierher. Er weiß ja, wie sie aussehen, die Zahlenfabriken. Lange genug hat er in ihnen gearbeitet. Er sagt: »Das alles ist grotesk.«

Woolley war viele Jahre bei der britischen Barings Bank. Später leitete er die Londoner Dependance des amerikanischen Investmentfonds GMO. Noch heute sieht er aus wie einer der Männer aus den Bürohäusern: teurer dunkler Anzug, gestreifte Krawatte, die grauen Haare nach hinten gekämmt.

Als Woolley vor vier Jahren das Finanzzentrum verließ, war er 67 Jahre alt und ein reicher Mann. Trotzdem hatte er das Gefühl, dass etwas nicht stimmte mit der Welt, von der er so viel gesehen hatte. Aber was war plötzlich anders?

Er nahm einen Teil seines Geldes und gründete das Paul Woolley Centre for the Study of Capital Market Dysfunctionality. Ein Forschungsinstitut, das die Störungen an den Finanzmärkten untersucht. Damals interessierte das kaum jemanden. Man glaubte noch an das Märchen von den effizienten Märkten.

Heute ist Paul Woolley ein gefragter Mann. Gerade war er in Sydney, bald geht es weiter nach Paris, Köln, Rotterdam. Überall soll er Vorträge halten. Seine Theorie hat Woolley auf 78 eng bedruckten Seiten mit vielen Formeln niedergeschrieben. Aber sie passt auch in einen Satz: Man muss die Uhr zurückdrehen.

Nach dem großen Börsencrash von 1929 war es die Politik, die den Weg zu mehr Wohlstand wies. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Finanzinvestoren strengen Regeln zu folgen, die Märkte waren klein, die Banken auch, der Handel mit Weizen war nur echten Getreidehändlern erlaubt.


Der Profi des Protests

Die Preise stimmten, jedenfalls meistens, die Wirtschaft wuchs. Bis die Politik den Börsencrash vergaß.

Es ist nicht so, dass es keine Ideen gibt für neue Gesetze, die die alte Welt zurückbringen könnten. Eine sogenannte Finanzmarkttransaktionssteuer gehört dazu, die das tausendfache Hin-und-her-Handeln von Wertpapieren verteuern würde.

Außerdem: das Verbot bestimmter hochspekulativer, die Preise verzerrender Finanzprodukte. Neue Regeln und zusätzliche Kontrollen für Hedgefonds und große Banken. Das Verbot des Hochgeschwindigkeitshandels.

Bei der G-20-Tagung am Wochenende ist auch darüber gesprochen worden. Nicht zum ersten Mal, und auch nicht zum letzten. Die Regierungschefs sind sich nicht einig, wie weit sie gehen können. Großbritannien will die Arbeitsplätze in Canary Wharf nicht verlieren, die US-Regierung sorgt sich um die Jobs an der Wall Street. Länder wie Brasilien oder Südkorea, die noch keine großen Banken oder Börsen haben, fürchten, dann nie welche zu bekommen.

Über das Berliner Kanzleramt hat sich ein dunkler Oktoberabend gesenkt, als Christoph Bautz zum Megafon greift. »Banken in die Schranken!«, ruft er, und ein Chor aus 200 Demonstranten blickt dem blauen Audi hinterher, in dem Angela Merkel sich zur Kabinettssitzung fahren lässt. Mit Kochlöffeln schlagen sie auf Kochtöpfe, sie rufen „Occupy Berlin“, „Occupy Wall Street“.

Christoph Bautz ist ein Profi des Protests. Als kleiner Junge hat er Zäune gebaut, um Kröten vor Autos zu schützen. Als Jugendlicher versuchte er ein Waldstück vor Bautrupps zu bewahren. Jetzt ist er 39 Jahre alt, Diplom-Biologe und will sich den internationalen Geldströmen in den Weg stellen. Seine Gegner werden größer.

Im Internet gibt es eine Website, auf der man einen jungen Mann im roten Rollkragenpullover sieht. Er hält ein handbemaltes Schild aus Pappe in die Luft. »Banken in die Schranken« steht darauf. Es ist die Seite von Campact, der Organisation, die Bautz vor sieben Jahren in der Stadt Verden an der Aller mitgründete. Damals waren sie ein paar Freunde aus der niedersächsischen Provinz, die das Internet nutzen wollten, um politische Aktionen zu organisieren. Gegen Atomkraft, gegen Gentechnik, gegen Waffenexporte. Für das, was sie für eine bessere Welt halten.

Heute hat Campact 20 fest angestellte Mitarbeiter und bundesweit 511.281 Unterstützer. Immer wenn es aus Sicht von Campact einen Grund zum Protest gibt, werden E-Mails verschickt, Nachrichten getwittert, Treffpunkte bei Facebook gepostet.

Dann sind sie plötzlich da, mehrere Hundert Männer und Frauen, die den Parlamentariern irgendwelche Parolen entgegenschreien. Meist sind das nur Spielereien für die Kameraleute und Fotografen. Die Politiker in ihren Limousinen hören ihnen ja doch nicht zu.

Diesmal ist es anders. Seit Wochen protestieren rund um die Welt Tausende meist junge Menschen gegen die Finanzmärkte. Seit Wochen äußern Spitzenpolitiker ihre Sympathie.

Fast scheint es so, als würden sie sich am liebsten alle einreihen und mitlaufen, die Minister, Kanzler und Präsidenten, als würden auch sie gerne selbst bemalte Schilder in die Luft halten und das zurückfordern, was ihnen irgendwann in den vergangenen Jahren abhandenkam: ihre Macht. Aber natürlich werden sie das nicht tun.

Die Märkte könnten nervös werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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