LVMH-Aktie: Luxus-Ikone Dior empfiehlt sich für den Verkauf

LVMH-Aktie: Luxus-Ikone Dior empfiehlt sich für den Verkauf

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Das perfekte Outfit bei der Amtsübernahme ihres Mannes. Brigitte Marie-Claude Macron-Trogneux im Louis-Vuitton-Kostüm.

von Andreas Toller

Selten scheint eine Milliarden-Übernahme so harmonisch abzulaufen wie diese: Luxuskonzern LVMH will Christian Dior übernehmen – und Management und Arbeitnehmer von Dior finden das super. Ist es das auch für Aktionäre?

An den Anblick von Brigitte Marie-Claude Macron-Trogneux werden sich die Franzosen und der Rest der Welt schnell und gern gewöhnen. Die Gemahlin von Frankreichs neuem Präsidenten Emmanuel Macron überzeugte gleich bei der Amtsübernahme mit perfektem Outfit: Im hellblauen Louis-Vuitton-Kostüm mit passender Handtasche des gleichen Hersteller trug sie nicht nur Mode aus französischer Herstellung, sondern auch den passenden klassischen Chic, der den gehobenen Ansprüchen im Elysée-Palast ohne weiteres genügen dürfte.

Brigitte Macron ist für Louis Vuitton ein Glücksfall, über den sich auch der Mutterkonzern LVMH freuen dürfte: Die „première dame“ ist bekennender Fan der Mode von Louis Vuitton. Die vielen Fernsehbilder des Präsidentenpaares sind die perfekte Gratis-Werbung und dürften der Marke neuen Schub geben.

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Es läuft gut für LVMH. Das Unternehmen ist der größte Luxusgüterkonzern unseres Planeten, die Abkürzung steht für Louis Vuitton Moët Hennesy und vereint 60 Luxusmarken unter ihrem Dach – von der Handtasche bis zum Champagner, vom Abendkleid bis zum Parfüm. LVMH gehört dabei mehrheitlich der Familie von Bernard Arnault, dem reichsten Mann Frankreichs. Seine Tochter und ihr ebenfalls sehr wohlhabender Mann sind mit den Macrons befreundet Und nicht nur die Präsidentengattin bereitet Arnault Freude, auch die Expansion seines Konzerns gelingt ihm scheinbar mühelos.

Erst Ende April hatte LVMH dem Modehaus Christian Dior und dessen Aktionären ein Angebot für eine vollständige Übernahme gemacht. Der Milliardär Arnault bot den Dior-Minderheitsaktionären für deren knapp 25-prozentigen Anteil 172 Euro plus 0,192 Hermes-Anteilsscheine je Aktie, auch eine reine Barzahlung der Dior-Anteile ist im Gespräch. Mit seinem Angebot bewertet Arnault die Dior-Aktie mit rund 260 Euro. Entsprechend stiegen die Aktien nach Bekanntwerden des Angebots schlagartig um 13 Prozent auf 256 Euro. An Hermes hält Arnault rund acht Prozent der Anteile, diese Aktien fielen Ende April leicht.

Jetzt hat der Verwaltungsrat von Christian Dior die geplante Übernahme offiziell befürwortet. Das Führungsgremium hält das Angebot offenbar für fair und rät seinen Aktionären, die Offerte anzunehmen. Sogar die Arbeitnehmervertreter der Modesparte Christian Dior Couture befürworten die Übernahme. Allein für diese Modesparte innerhalb Diors bietet Arnault 6,5 Milliarden Euro und will das Geschäft mit der Dior-Sparte für Parfüm und Kosmetik vereinen, die bereits von LVMH betrieben wird.

Die Arnault-Familie will Christian Dior für insgesamt 12,1 Milliarden Euro komplett übernehmen und das Modegeschäft in den französischen Louis-Vuitton-Hersteller LVMH einbringen. Investoren hatten wiederholt diesen Schritt gefordert. Nach Angaben von Ende April will die Arnault-Familie den Kauf des restlichen Anteils an Christian Dior in Höhe von 26 Prozent in bar und mit Aktien finanzieren. Mit dem Zukauf soll bei LVMH das Geschäft mit Mode- und Lederprodukten gestärkt werden.

Für die Aktionäre ist die Transaktion  - so sie denn nicht doch noch in letzter Sekunde scheitert – bereits ein Erfolg: Viele Bank- und Analysehäuser erhöhten das Kursziel für die Aktien und empfehlen sie zum Kauf. Als die Übernahme Ende April bekannt gegeben wurde, machen LVMH- und Dior-Aktie einen kräftigen Sprung nach oben. Die LVMH-Aktie verteuerte sich seitdem von etwa 205 auf  rund 228 Euro, Dior-Papiere hüpften von etwa 220 Euro auf mehr als 250 Euro. Beide Aktien notieren damit auf Rekordniveau.

Die große Mehrheit der Aktienanalysten befürwortet den Zusammenschluss im Luxussegment, weil sie neue Wachstumschancen und Synergien erwarten, die kostendämpfend wirken.  Aktuell empfehlen 28 Analysen die LVMH-Aktien zum Kauf, sechs raten zum Halten, einen Verkauf hält niemand für sinnvoll. Und noch hat der Brigitte-Macron-Effekt gerade erst begonnen.

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