Musterdepots: Anleger müssen aktiv werden

Musterdepots: Anleger müssen aktiv werden

, aktualisiert 27. Juli 2016, 19:05 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Die Märkte schwanken hin und her. Um nicht unterzugehen, müssen die Anleger aktives Portfoliomanagement betreiben. Wie das geht, erklärt Handelsblatt-Autor Georgios Kokologiannis.

Nur mit aktivem Portfoliomanagement lässt sich in absehbar volatilen Börsenphasen nachhaltig Geld verdienen. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Die Investitionsquote erhöhen, sobald Dax & Co. in den unteren Bereich ihrer vermuteten Handelsspanne abrutschen. Aber auch das Engagement verringern, wenn die Kurse in die obere Übertreibungszone zurückpendeln – so wie derzeit.

Daher verkaufe ich einen weiteren Teil der Sprintzertifikate, die sich auf den Euro Stoxx 50 beziehen und zu den offensive Anlageprodukten im Musterportfolio gehören (WKN: CW7CXY).
Mit diesem aktiven Managementansatz hat das Handelsblatt-Portfolio seit Auflegung vor zweieinhalb Jahren Europas Aktienmarkt bisher bereits um mehr als 17 Prozent abgehängt.

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Der Bargeldbestand erhöht sich nach der jüngsten Transaktion auf mehr als ein Drittel des Gesamtkapitals. Unter Berücksichtigung der Absicherungsprodukte im Portfolio, die sich tendenziell entgegengesetzt zu den Aktienmärkten entwickeln, sinkt die Netto-Investitionsquote auf etwa 40 Prozent – den tiefsten Stand seit November vergangenen Jahres.

Auch damals hatte ich das Depot nach einer Übertreibungsphase am Aktienmarkt, die den Dax über die Elftausender-Marke getrieben hatte, gegen die späteren Börsenrückschlage gewappnet. Das hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich das Depot kontinuierlich in Übereinstimmung zu seinen beiden übergeordneten Zielen entwickelt: Einer langfristigen Rendite von im Schnitt sechs bis acht Prozent im Jahr – bei deutlich niedrigeren Schwankungen im Vergleich zum Gesamtmarkt.


„Schlechte Nachrichten werden ausgeblendet”

Gute Daten, schlechte Daten: Die Aktienmärkte setzen ihren Anstieg unbeirrt fort. In den USA befinden sich der S&P 500 und der Dow Jones nur wenige Punkte unterhalb ihrer in der letzten Woche erreichten Rekorde. Schlechte Nachrichten, wie die heutigen Daten zu den Auftragseingängen, werden derzeit ausgeblendet. Die steigenden Kurse haben vor allem etwas mit der derzeitigen Berichtssaison zu tun, die bislang erfreulich verläuft. Von den rund 200 Unternehmen im S&P 500 haben rund 75 Prozent die Gewinnprognosen übertroffen.

Bei den Umsätzen konnten 55 Prozent der Firmen die in sie gesetzten Erwartungen übertreffen. Allerdings ist dies vor allem darauf zurückzuführen, dass die Analysten – wie üblich – im Vorfeld ihre Gewinnerwartungen ordentlich gestutzt haben, sodass die Latte für die Unternehmen deutlich tiefer liegt. Wenig positiv ist dagegen die Tatsache, dass die Gewinnerwartungen für Q3 und Q4 trotz der höheren Ausgangsbasis weiter reduziert werden.

Wurde Anfang Juli noch mit einem Rückgang der Gewinne von knapp fünf Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2015 gerechnet, so beläuft sich das erwartete Minus aktuell noch auf gut drei Prozent Somit dürfte Q2 das vierte Quartal in Folge mit im Jahresvergleich sinkenden Gewinnen sein. Dies bezeichnet man als sogenannte Gewinnrezession. Im 3. Quartal soll diese enden, derzeit wird ein Gewinnplus von knapp zwei Prozent erwartet. Setzt sich aber der Trend bei den negativen Gewinnrevisionen fort, könnten die Gewinne auch in Q3 unter dem Vorjahresniveau liegen.


Verzerrte Märkte

Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass es sich an den Kapitalmärkten um klassische Märkte handelt, die von Angebot und Nachfrage geprägt sind. Sicherlich haben wir in den letzten Jahren Tendenzen dahingehend vernommen, dass Märkte ein Stück weit manipuliert wurden.

Dies äußert sich beispielsweise dadurch, dass Notenbanken weltweit als Nachfrager nach Wertpapieren (meist Zinspapieren) auftreten und dadurch letztendlich in die Preisbildung der Märkte regulativ eingreifen. Positiv formuliert könnte man nun sagen, dass das Wesen der Märkte (eben durch Angebot und Nachfrage) dadurch nicht beeinflusst wird, da auch benannte Institutionen potentielle Nachfrager (oder auch Anbieter) sein können und somit mittlerweile als Teil des Marktes wahrgenommen werden. Genau hier sind wir an einem entscheidenden Punkt.

Welchen Einfluss haben solche Eingriffe in Zukunft? Ist die ein temporäres Phänomen oder mittlerweile „Part of the Game“ ? Oder wird es für die ein oder andere Institution sehr schwer werden, sich von den Märkten nachhaltig – ohne größere Schäden anzurichten – wieder lösen zu können. Mit großer Spannung warten wir in Zukunft auf die Beantwortung dieser Fragen. Innerhalb unsers Musterdepots lassen sich wir uns nicht beirren und verlassen uns auf die langfristig interessanteste Vermögensklasse: Aktien

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Quelle:  Handelsblatt Online
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