Musterdepots: Auch Analysten können sich irren

Musterdepots: Auch Analysten können sich irren

, aktualisiert 10. Januar 2017, 18:02 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Georgios Kokologiannis interpretiert die aktuellen Dax-Prognosen der Banken. Alexander Kovalenko freut sich derweil über zwei französische Aktienwerte und Sönke Niefünd glaubt an Chinas Wachstum.

9.752 Dax-Punkte: So lautet im Schnitt die Prognose von 23 Banken für den tiefsten Stand, auf den der deutsche Aktienindex bis Ende dieses Jahres mindestens einmal zurückfallen wird. Bezogen auf das aktuelle Kursniveau von knapp 11.600 Zählern entspricht das einem Verlust von zeitweise 16 Prozent, den Anleger demnach in den kommenden Monaten aussitzen werden müssen.

Einzelne Institute rechnen sogar mit einem Sturz auf bis zu 9.000 Punkte. Da aber Analysten aktuellen Erhebungen zufolge seit mindestens 15 Jahren im Schnitt meist zu positive Jahresprognosen veröffentlichen, könnten auch 2017 die Aktienkurse tiefer nach unten ausschlagen, als es sogar die Pessimisten erwarten.

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So wie im vergangenen Jahr: Damals brach der Dax im Februar bis auf 8.699 Zähler ein. Damit lag der Index knapp 1.000 Zähler unter dem im Schnitt prognostizierten Tiefstand für 2016. Die Analysten hatten im Mittel erwartet, dass der Dax 2016 zu keinem Zeitpunkt unter 9.710 Stellen sinken würde. Kein einziger hatte einen Rutsch unter 8.700 Stellen für möglich gehalten.

Da das Musterportfolio derzeit vollständig gegen Börseneinbrüche abgesichert ist, würde es selbst solche extremen Marktphasen schadlos überstehen. Mehrere Depotpositionen legen tendenziell an Wert zu, wenn Dax und Euro Stoxx 50 ihren jüngsten Höhenflug beenden und kompensieren damit Verluste anderer Portfoliobestandteile.


Positiver Blick auf zwei französische Einzelaktien

Zwei französische Titel – Peugeot (PSA) und Michelin – bilden unser Exposure bei der Automobil- beziehungsweise Automobilzuliefererbranche. Die PSA-Aktie befindet sich seit Auflage des Musterdepots im Portfolio, die Michelin-Aktie wurde Ende Februar 2015 erworben. Die beiden Positionen entwickelten sich bisher sehr erfreulich und weisen derzeit eine Total Return Performance, das heißt inklusive Dividendenausschüttungen sowie des Barwertes diverser Kapitalmaßnahmen, von mehr als 50 Prozent bei PSA beziehungsweise von mehr als 25 Prozent bei Michelin auf.

Nichtsdestoweniger bleiben sie laut unseres Bewertungsmodells günstig. Dies ist aufgrund eines deutlichen Fortschritts der Bilanzergebnisse der vergangenen zwei Jahre möglich. Darüber hinaus sprechen die aktuellen operativen Entwicklungen bei den  Unternehmen dafür, dass die Positionen weiterhin über Kursteigerungspotential verfügen. Die beiden Konzerne setzen die jeweiligen Restrukturierungsmaßnahmen fort. So hat PSA beispielsweise die Modellpalette gestrafft sowie die Produktionskapazitäten abgebaut und somit die Kapazitätsauslastung signifikant gesteigert. Darüber hinaus wurden die Personalkosten deutlich gesenkt.

Michelin setzt ebenfalls ein Kostensenkungsprogramm um, welches bis 2020 läuft und eine Ersparnis von etwa 1,2 Milliarden Euro bringen sollte. Darüber hinaus schafft das Unternehmen eine kontinuierliche Verbesserung der Absatzpalette Richtung hochwertigerer und dementsprechend teurer Reifen. Unter dem Strich weisen PSA und Michelin eine Kombination aus einer nach wie vor günstigen  Bewertung und einer positiven operativen Geschäftsentwicklung auf. Die Positionen werden weiter gehalten.


Chinas Konjunktur macht einen soliden Eindruck

Vor etwa einem Jahr war der Dax schwer angeschlagen und notierte nach wenigen Tagen im neuen Jahr 2016 bereits tief im Minus. Grund waren sowohl die damalige Abkühlung der chinesischen Wirtschaft, der erhöhte Kapitalabfluss aus China als auch die Sorge, dass das komplexe Gebilde der Weltfinanzmärkte dadurch zusammenfallen könnte. Wie steht es aktuell um die chinesische Konjunktur?

Die chinesische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr nach Einschätzung der Staatsplaner um etwa 6,7 Prozent gewachsen. Es gibt in China keine unabhängige Institution, die das dortige Wirtschaftswachstum kommuniziert. Die Zahlen stammen stets von der staatlichen Planungs- und Reformkommission NDRC.

Einen guten Annäherungswert liefern Wirtschaftsdaten des Informationsdienstes Bloomberg. Nach diesen liegt die chinesische Konjunktur bei 6,4 Prozent für 2017 und für 2018 nur bei 6,1 Prozent.

Die Inflationsrate lag im vergangenen Monat bei 2,1 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt mit 2,3 Prozent gerechnet. Die Erzeugerpreise in der Industrie stiegen sogar um 5,5 Prozent, dies war der stärkste Anstieg seit 5 Jahren. Erwartet wurde ein Plus von 4,5 Prozent erwartet.

Auf Basis dieser Daten scheint die chinesische Konjunktur aktuell solide zu sein. Das komplexe Gebilde der Weltfinanzmärkte verbindet China mit Europa und US-Amerika. In Europa profitieren vorwiegend exportstarke Unternehmen wie Autohersteller von einer soliden chinesischen Wirtschaftsleistung.

Die wirtschaftlichen Verflechtungen der USA mit China ähneln der Situation in Europa. Mit der Ausnahme, dass China neben der US-Notenbank Fed weltweit größter Gläubiger der USA ist. Die Chinesen haben ihre Exportüberschüsse jahrelang in US-Anleihen investiert. Sie besitzen amerikanische Staatsanleihen im Wert von mehr als einer Billion Dollar.

Im Jahr 2016 hat China bereits viele US-Anleihen verkauft. Steigende US-Zinsen beschleunigen den Trend und können wirtschaftliche Schwierigkeiten in China erzeugen. Platzende Fehlinvestitionen in China könnten dort für Pleiten in Industrie und Immobilienwirtschaft sorgen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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