Musterdepots: Die Kleinen ganz groß

Musterdepots: Die Kleinen ganz groß

, aktualisiert 15. Februar 2017, 17:11 Uhr
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Sönke Niefünd

Quelle:Handelsblatt Online

Der Wind der US-Rally reicht bis in die zweite und dritte Frankfurter Reihe. Während Musterdepotautor Sönke Niefünd die Gründe für das dicke Plus nennt, warnt Georgios Kokologiannis vor Übertreibungen an den Märkten.

FrankfurtDie Börsen in Europa sind von ihren Tageshöchstkursen wieder etwas zurückgefallen. Gesucht sind unverändert kleinere Titel. Das hat den SDax, in dem 30 kleinere deutsche Unternehmen enthalten sind, erstmals in seiner Geschichte über 10.000 Punkte steigen lassen. Der MDax in dem 50 mittelgroße Unternehmen enthalten sind, ist den vierten Börsentag in Folge auf ein Rekordhoch geklettert.

Die Stimmung an den Börsen profitiert zur Wochenmitte von den jüngsten Aussagen der US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen. Die Federal Reserve schätzt die Lage der US-Wirtschaft positiv ein, dies sorgte für erneute Rekordstände am US-Aktienmarkt.

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Aber auch die Saison der Quartalsberichte der Unternehmen liefert Argumente, am Aktienmarkt einzusteigen. Mit der Aussicht auf steigende Zinsen stellt der Bankensektor den größten Gewinner und legt um 1,4 Prozent zu. Commerzbank steigen um 2,3 Prozent und Deutsche Bank um 2,2 Prozent.

An unserer Allokation im Portfolio verändern wir aktuell nichts, denn wir fühlen uns mit einer Aktienquote in Höhe von 39,5 Prozent, Renten mit 36,7 Prozent, 4,1 Prozent in der nicht-traditionellen Asset-Klasse und 19,7 Prozent Liquidität wohl.


Risiken werden unterschätzt

Noch Anfang dieses Jahres billigten die meisten Experten europäischen Anlagemärkten besonders hohes Renditepotenzial zu. Doch mit den näher rückenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich, bei denen Umfragen zufolge Rechtpopulisten erfolgreich sein dürfen, ändert sich das Stimmungsbild.

So sind inzwischen etwa die Mischfonds des Vermögensverwalters Deutsche Asset Management (DAM) in Bezug auf Europa so vorsichtig positioniert wie nie zuvor. Das hat der Informationsdienstleister Bloomberg von einem Fondsmanager der Deutsche-Bank-Tochter erfahren.

Ich teile diese Skepsis und halte an der defensiven Depotausrichtung fest. Auf ihrem aktuellen Kursniveau sind die Abwärtsrisiken ungleich höher als die Ertragschancen. Nicht nur am Anleihemarkt, wo die Renditen in den vergangene Wochen aus Furcht vor möglicherweise anstehenden politischen Beben zumindest etwas gestiegen sind, sondern vor allem am Aktienmarkt: Dort ignorieren die meisten Investoren aufziehende Gefahren im europäischen Superwahljahr.

Darauf deutet ein spezielles Barometer hin: Der VStoxx-Index misst die von Investoren erwartete Schwankungsstärke am europäischen Aktienmarkt und ist zur Wochenmitte auf den tiefsten Stand seit Mitte 2014 gesunken. Dass bei Umfragen zu den Parlamentswahlen in den Niederlanden im März die rechtspopulistische Freiheitspartei vorn liegt, blenden die Märkte aus.

Und auch die französische Präsidentenwahl beunruhigt kaum. Dabei steigen die Chancen auf einen Erfolg der rechtsextremen Front National mit ihrer Chefin Marine Le Pen. Die will Frankreich aus der EU und dem Euro herauslösen.


Breit gestreut zum Erfolg

Unser Musterdepot beinhaltet zwei strategische Komponente: Zu 70 Prozent ist das Anlagevermögen in europäische Einzelaktien investiert, welche auf Basis der firmeninternen Bewertungsmodelle selektiert werden. Die restlichen 30 Prozent des Portfolios machen die Zertifikate auf der Basis der ausgewählten Wikifolio-Strategien von der innovativen Social-Trading Plattform wikifolio.com aus. Derzeit befinden sich fünf Wikifolio-Zertifikate im Musterdepot.

Beim „Dividende und Eigenkapital Deutschland“ investiert der Portfoliomanager Holger Degener in substanzstarke Aktien mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite. Seit Aufnahme ins Musterdepot konnte diese Position über 40 Prozent zulegen. Ähnlich ist der Investmentprozess von Dirk Hagemann bei seinem „Aktien? yeah!“-Wikifolio gestaltet.

Das Thema „Dividende“ steht auch bei Thomas Riepl und seinem „Dogs of the Dow Low Five“-Wikifolio ganz stark im Vordergrund, das Anlageuniversum bildet jedoch nicht der europäische, sondern der US-amerikanische Aktienmarkt.

Die US-amerikanischen Titel mit dem Schwerpunkt „Internet Economy“ machen den Großteil unseres weiteren Investments – „ETF-Werte des ICAX“-Wikifolios von Uwe Freier – aus. Die zwei zuletzt genannten Wikifolios bilden unser Exposure am US-amerikanischen Aktienmarkt.

Das „SR wisdom capital spekulativ“-Wikifolio von Sebastian Reese basiert im Gegensatz zu unserem sonst sehr fundamental ausgerichteten Musterdepot auf einem aktiven Tradingansatz und stellt eine Diversifikation auf der Strategieebene dar. Derzeit weisen alle sich im Musterdepot befindlichen Wikifolio-Zertifikate eine positive Wertentwicklung zwischen 6,5 und 41,5 Prozent und leisten somit einen wichtigen Performance- und Diversifizierungsbeitrag zum Erfolg des Gesamtportfolios.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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