Musterdepots: Eine österreichische Geduldsprobe

Musterdepots: Eine österreichische Geduldsprobe

, aktualisiert 16. Oktober 2016, 17:51 Uhr
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Alexander Kovalenko

Quelle:Handelsblatt Online

Der Öl- und Gaskonzern OMV strapaziert die Nerven seiner Anleger. Dennoch ist Alexander Kovalenko überzeugt, dass es sich bei dem Austria-Investment nicht um eine sogenannte Value-Falle handelt. Sein Argumente.

Die Aktie des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV war in den letzten Monaten und Jahren eine Geduldsprobe für die Investoren. Zwischen Mai 2013 und Dezember 2014 hat der Konzern rund 50 Prozent seiner Marktkapitalisierung verloren. Seitdem verläuft der Aktienkurs ziemlich volatil. Dafür gab es diverse Gründe: Neuorientierung bei der Konzernstrategie, Unklarheiten in den Chefetagen, Produktionsausfälle in Krisengebieten, eine generell schlechte Entwicklung des österreichischen Aktienmarktes und natürlich der Ölpreisverfall.

Mit einem kurzfristigen Anlagehorizont könnte man die Aktie sogar unter Umständen als Value-Trap, das heißt als Value-Falle, klassifizieren. Andererseits stellt das Unternehmen ein grundsolides Geschäft dar, hat eine vernünftige neue Strategie herausgearbeitet und auch die Vorstandsfrage ist geklärt. Der Markt scheint dies allmählich zu erkennen: Seit dem Tiefpunkt Ende 2014 notiert die Aktie derzeit fast 30 Prozent höher. Unterstützend wirkte auch natürlich die Erholung des Ölpreises.

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Aufgrund der Kombination aus einer nach wie vor ausgeprägten Unterbewertung und Relativer Stärke werden wir die OMV-Aktie weiter halten. Der Titel befindet sich im Aktienkernportfolio unseres Musterdepots sowie im „VSAK - Value Europa“-Wikifolio der Bayerische Vermögen AG (ISIN: DE000LS9BPF0).


Eine Woche im Zeichen der Quartlasbericht

Der Dax ist in den vergangenen Wochen in einer starken Seitwärtsbewegung. Die Unsicherheit rund um Brexit, Griechenlandkrise, US-Wahl sowie die Geldpolitik der Notenbanken sorgen immer wieder für die volatilen Bewegungen an den Kapitalmärkten. Auf Wochensicht hat sich der DAX um 0,9 Prozent verbessert.

Die Berichtssaison startet nun in Europa. So werden Daimler und SAP als erste Dax-Unternehmen am Freitag Quartalsberichte vorlegen. Am Freitag haben die Kursgewinne bei den Finanzwerten den deutschen Aktienmarkt angetrieben. Die US-Großbanken Citigroup, J.P. Morgan und Wells Fargo übertrafen mit ihren Zahlen die Erwartungen des Marktes. Zum Wochenbeginn legt das nächste große US-Kreditinstitut, die Bank of America, seine Zahlen vor, gefolgt am Dienstag von Goldman Sachs und am Mittwoch von Morgan Stanley. Außerdem legt der Technologie-Sektor mit den Zahlen von IBM am Montag, Intel am Dienstag und Microsoft am Mittwoch nach. Hinzu kommen weitere große Namen wie unter anderem Philip Morris (Dienstag) und General Electric (Freitag).

Jedoch dürften in dieser Woche die Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Märkte in Bewegung bringen. Die Banken leiden unter den Niedrigzinsen und haben daher eine schwache Profitabilität. Am Donnerstag dürfte die EZB über Freibeträge diskutieren. Das würde bedeuten, dass die Banken auf einen Teil der Überschussliquidität, die sie bei der Notenbank parken, keinen Strafzins leisten müssen. Unsere Meinung werden die Bankenaktien davon profitieren, sollte EZB-Präsident Mario Draghi diesen Schritt wagen. Auch wenn dieses Umfeld sehr viel Kurspotential für Bankaktien bietet, meiden wir sie weiterhin. Denn für uns ist es nach wie vor mehr Risiko als Chance bei Bankaktien.


Jahresendrally an der Wall Street. Tatsächlich?

Experten erwarten in der gerade angelaufenen Berichtssaison der US-Unternehmen den sechsten Rückgang bei den Quartalsgewinnen in Folge. Dennoch phantasieren Optimisten von einer anstehenden Jahresendrally an der Wall Street - trotz bereits jetzt extrem hoher Bewertungskennzahlen. So liegt etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der aktuellen Firmengewinne an der Wall Street bei über 20 - und damit mehr als ein Viertel über dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Hauptargument der Bullen: Analysten rechnen im kommenden Jahr mit dem Ende der längsten Gewinnrezession seit der Finanzkrise.

Und in der Tat: Laut dem führenden Datendienst Factset prognostizieren sie ein Ertragsplus von 13 Prozent für die Firmen im S&P 500. Woher solch ein plötzlicher Geldregen ausgerechnet in der Endphase der mehr als sieben Jahre währenden konjunkturellen Expansion aber kommen soll, ist mir schleierhaft. Die weltweit größte Volkswirtschaft läuft mittlerweile fast nur noch auf einem Zylinder: Dem Konsum. Und selbst der fängt an zu stottern.

So sind die am vergangenen Freitag vermeldeten Zahlen zu den Verbraucherausgaben nur oberflächlich betrachtet positiv: Zwar sind demnach die Einzelhandelsumsätze in den USA im September saisonbereinigt um immerhin 0,6 Prozent zum Vormonat gestiegen. Insgesamt liegen sie aber im dritten Quartal nur 0,7 Prozent über dem Vorquartal – Tendenz schrumpfend: Denn im zweiten Quartal hatten die Konsumausgaben noch um 1,4 zum Vorquartal zugelegt.

Gleichzeitig sinken derzeit auch die Gewinnmargen der US-Unternehmen, weil die Lohnstückkosten schneller steigen als die erzielbaren Absatzpreise der Firmen. Kaschiert wurde die sich seit Monaten verschlechternde Geschäftsentwicklung der Unternehmen bisher durch die massiven Aktienrückkäufe der US-Firmen: Die führen dazu, dass trotz sinkender Gesamtgewinne, der Ertrag je Aktie konstant bleibt – oder sogar steigt. Um die Erträge nicht nur kosmetisch zu schönen, müssten die Unternehmen dagegen ihre Absatzpreise spürbar erhöhen.

Damit steckt der Aktienmarkt aber erst recht in einer Zwickmühle: Gelingt es den Firmen tatsächlich höhere Absatzpreise durchzusetzen, würde sich zwar ihre Gewinnentwicklung wie von den Analysten prognostiziert verbessern. Davon werden die Aktienkurse aber nicht nachhaltig profitieren. Denn deutlich steigende Inflationsraten bei den Endabnehmerpreisen würden die US-Notenbank Fed unter Druck setzen, endlich die immer wieder verschleppte Leitzinserhöhungen umzusetzen. Und dann konsequenter als es den Börsenbullen lieb sein kann.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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