Musterdepots: Ernüchternde Bilanz für den Dax

Musterdepots: Ernüchternde Bilanz für den Dax

, aktualisiert 11. Juli 2016, 21:33 Uhr
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Alexander Kovalenko

Quelle:Handelsblatt Online

Für den Musterdepotstrategen Georgios Kokologiannis ist der deutsche Leitindex per Definition in einem längerfristigen Abwärtstrend. Seiner Meinung nach wird er diesen Trend auch so bald nicht verändern.

FrankfurtIn Japan hat die Koalition um den Ministerpräsidenten Shinzo Abe bei den Oberhauswahlen am Wochenende einen klaren Sieg erreicht. Abe hat direkt nach dem Wahlsieg betont, dass seine ultralockere Wirtschaftspolitik, die bereits einen Spitznamen „Abenomics“ hat,  fortgesetzt wird. Laut eines Zeitungsberichtes wird ein neues Konjunkturprogramm mit einem Volumen von umgerechnet etwa 90 Milliarden Euro vorbereitet.

Die Finanzierung des Pakets sollte durch eine Neuemission von zusätzlichen Staatsanleihen laufen, was die bereits immense Staatsverschuldung Japans weiter erhöhen würde. Unter dem Strich läuft das japanische geld- und wirtschaftspolitische Experiment weiter. Da dieses in einer deutlich fortgeschritteneren Phase im Vergleich zu Europa ist, könnten die europäischen Notenbanken und Wirtschaftslenker wichtige Erfahrungen daraus ziehen.  

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Weltwirtschaft wird nun um drei Prozent wachsen

Unseres Erachtens nach ist davon auszugehen, dass das globale Wirtschaftswachstum aufgrund des Brexits in absehbarer Zeit nur leicht in Mitleidenschaft gezogen werden wird. Die gute Nachricht ist, dass eine neue Rezession wenig wahrscheinlich ist. Die schlechte Nachricht lautet jedoch, dass sich die Erwartung eines stärkeren Weltwirtschaftswachstums im nächsten Jahr wohl wieder nicht materialisieren wird, sodass erneute Abwärtsrevisionen bei den Konjunkturprognosen drohen.

Insofern dürfte die Weltwirtschaft auch 2017 nur eine Wachstumsrate von rund drei Prozent erreichen. Zudem müssen die globalen Notenbanken auch weiterhin den „Ausputzer“ für die Politik spielen und deren Fehler ausbaden. Wie lange das gutgehen wird, vermag niemand zu prognostizieren. Fakt ist aber, dass für den Fall eines neuen wirtschaftlichen Abschwungs oder gar einer Rezession das geldpolitische Arsenal kaum noch ausreichend bestückt ist.

 Zumindest mit der traditionellen Zinspolitik ist vor dem Hintergrund der überall auf dem Globus zu beobachtenden äußerst expansiven Geldpolitik kaum noch ein Start zu machen. Und darauf zu setzen, dass die Notenbanken ihre Anleiheaufkaufprogramme solange fortsetzen, bis sie den Großteil der Schulden auf ihren Bilanzen haben, nur um diese dann generös ihren Schuldnern zu erlassen, halten wir für Wunschdenken.


Der Dax ist in einem längeren Abwärtstrend

Wetten auf neue geldpolitische Eingriffe verdrängen derzeit am deutschen Aktienmarkt die zunehmenden konjunkturellen Warnsignale. Doch defensive Anleger sollten hier zwischenzeitliche Kurssprünge eher zum Risiko-Abbau nutzen, statt auf nachhaltig steigende Notierungen zu hoffen. Hintergrund: Anders als am Bondmarkt sind etwa positive Effekte der milliardenschweren Wertpapierkäufe der EZB bisher rasch verpufft.

Während Anleiheinvestoren vor allem vom so genannten QE-Programm profitieren, kann von einem nachhaltig positiven Effekt am Aktienmarkt keine Rede sein. Seit dem Startschuss ihrer Wertpapierkäufe im März vergangenen Jahres haben die Europäische Zentralbank und die nationalen Notenbanken des Euro-Raums Anleihen im Wert von mehr als 900 Milliarden Euro aufgekauft.

Die Folgen am Rentenmarkt: Die Notierungen steigen, im Gegenzug rentieren inzwischen beispielsweise mehr als die Hälfte der Staatsanleihen des Euroraums negativ. Ernüchternd fällt dagegen die Bilanz für Aktien aus. So hat der Dax im Frühjahr 2014 zunächst zwar ein Allzeithoch ausgebildet, seitdem aber über 20 Prozent verloren. Der deutsche Aktienindex befindet sich somit definitionsgemäß längst in einer Baisse – also einem längerfristigen Abwärtstrend.

Und dass etwa der Dax die 10.000er-Marke im laufenden Börsenzyklus noch einmal nachhaltig überwindet, halte ich ohne einen kräftigen Schub bei den Unternehmensgewinnen für nahezu ausgeschlossen. Woher der aber auch mit Blick auf den absehbaren realwirtschaftlichen Dämpfer durch den Brexit kommen soll, weiß derzeit niemand.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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