Musterdepots: Mit Nachhaltigkeit zum besseren Depot

Musterdepots: Mit Nachhaltigkeit zum besseren Depot

, aktualisiert 01. August 2016, 09:29 Uhr
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Sönke Niefund

Quelle:Handelsblatt Online

Ab August übernimmt Anlagestratege Sönke Niefünd von der Hamburger Schröder Bank die Führung eines der Handelsblatt-Musterdepots. Sein Fokus: Geldanlage mit dem Nachhaligkeitsfaktor.

FrankfurtZum Monatswechsel übernehmen wir die Betreuung des Privatbankdepots, das bisher von M.M. Warburg sehr erfolgreich geführt worden ist. Unser Ziel ist es, mit einem neuen Anlageansatz an dieser überzeugenden Renditeentwicklung anzuknüpfen.

Investieren werden wir künftig unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebiete Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) – auch ESG-Ansatz genannt. Dazu werden wir je nach Wirtschafts- und Börsenaussichten geeignete Wertpapiere erwerben und dabei besonders auf eine breite Risikostreuung achten.

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Knapp zwei Drittel der institutionellen Investoren in Europa berücksichtigen laut einer aktuellen Studie der Union Invest mittlerweile Nachhaltigkeitskriterien. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 800 Institutionellen aus zehn europäischen Ländern.

Das Musterdepot-Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unsere Kriterien erfüllen.

Grundsätzlich halten wir derzeit ein aktives Depotmanagement innerhalb der strategischen Asset-Management mehr denn je für notwendig. Wir setzen im aktuellen Kapitalmarktumfeld auf eine ausgewogene Mischung der Anlageklassen. Denn die Unsicherheit wächst und es ist nicht wahrscheinlich, dass sich die Volatilität an den Börsen bald abschwächen wird.


„Wir sind beinahe voll investiert”

Das „Social-Trading“ Depot stellt ein aktienlastiges Musterdepot mit dem Schwerpunkt Value-Investing dar, d.h. die Bewertung der Unternehmen spielt eine vorrangige Rolle bei den Anlageentscheidungen. In der Regel ist unser Portfolio voll investiert, im Hintergrund läuft jedoch ein Wertsicherungssystem.

Dabei haben wir uns für eine Systematik entschieden, die grundsätzlich an positiven Kapitalmärkten partizipiert, bei etwas volatilen Börsen investiert bleibt und gleichzeitig in äußerst turbulenten Phasen den Anleger vor den ganz großen Einbrüchen bewahren soll. Somit sollten vor allem solch extreme Ereignisse wie 2008 oder 2000-2002 vermieden werden.

Generell sind wir der Meinung, dass das ständige Aus- und Wiedereinsteigen in den Markt, was von vielen Anlegern beliebt ist, die Performance stärker gefährden kann, als die „normale“ Volatilität beim klassischen „buy and hold“ Ansatz. Die Volatilität gehört zu den Grundeigenschaften der Anlageklasse „Aktien“. Nach einem zwischenzeitlichen Wertsicherungssignal Ende Januar diesen Jahres sind wir seit Ende April wieder beinahe voll investiert.

Sebastian Reese hat zum Beispiel in seinem „SR wisdom capital spekulativ“ Wikifolio gestern die Volatilität bei Nordex genutzt und ins „fallende Messer“ gegriffen. Er sieht die Kursrückgänge nach der Erhöhung der Gewinnprognosen als fundamental übertrieben an und auch charttechnisch eine gute Situation. Damit handelt er nach einer alten Börsenweisheit: Kaufen wenn die Kanonen donnern.


Kursgewinne dürften nicht nachhaltig sein

Zweieinhalb Jahre sind vergangen seit dem Start der Musterdepots. Das Portfolio entwickelt sich in Übereinstimmung mit meinen übergeordneten Zielen: einer jährlichen Rendite von im Schnitt sechs bis acht Prozent – und niedrigeren Wertschwankungen im Vergleich zum Aktienmarkt.

Der Wertzuwachs entspricht umgerechnet einer Rendite von 6,9 Prozent per annum und befindet sich damit exakt im angepeilten Ertragskorridor. Zuletzt wurde das Portfolio darauf ausgerichtet, bis Anfang 2017 selbst bei stagnierenden und leicht fallenden Börsenkursen noch etwa vier Prozent Ertrag zu generieren. Ich halte die jüngste Rally für stark übertrieben.

Gerade einmal einen Monat nach der Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, haben sich die meisten Aktienmärkte weltweit von ihrem Brexit-Einbruch wieder vollständig erholt – so wie etwa der Dax, der zwischenzeitlich auf über 10380 Punkte zurückgeklettert ist.

 Und die beiden weltweit meistbeachteten Börsenindizes haben ihre Verluste gar überkompensiert: Der MSCI World notiert zwei Prozent höher als am 23. Juni, dem Tag der Volksbefragung. Der US-Leitindex S & P 500 hat sogar ein neues Allzeithoch erreicht und dieses mehrfach ausgebaut - zuletzt bis auf 2175 Punkte.

Doch während die globalen Börsen mal wieder in Feierlaune sind, häufen sich um sie herum Risiken. Brexit, Terrorwelle, die prekäre Lage in der Türkei und düstere Konjunkturaussichten - all das scheinen die Investoren auszublenden. Die Kursgewinne dürften nicht nachhaltig sein.

In den kommenden Wochen dürften sich die Belastungen durch den Brexit laut Einschätzung der DZ Bank auch erstmals in den volkswirtschaftlichen Frühindikatoren widerspiegeln. Die Experten des Geldhauses raten Anlegern daher, spätestens beim Erreichen eines Kursniveaus von 10 300 bis 10 400 Dax-Punkten Aktienverkäufe vornehmen. Ich teile diese Einschätzung.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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