Musterdepots: Vom Freihandelsgegner zum Hoffnungsträger

Musterdepots: Vom Freihandelsgegner zum Hoffnungsträger

, aktualisiert 14. November 2016, 06:50 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Georgios Kokologiannis hält die jüngste Rally an den Aktienmärkten trotz eines milderen Donald Trumps nicht für nachhaltig. Vor allem die protektionistische Wirtschaftspolitik sei weiterhin ein Problem.

FrankfurtEs sind teils dieselben Experten, die zuvor Horrorszenarien für die Börsen bei einem Wahlsieg Trumps skizziert hatten, die nun völlig gegensätzliche Prognosen aus dem Hut zaubern: Der Freihandelsgegner wird zum Hoffnungsträger uminterpretiert – wegen seiner Steuersenkungs- und Ausgabenpläne.

Ich halte die jüngste Erleichterungs-Rally an den Aktienmärkten dennoch für nicht nachhaltig: Den fiskalischen Impulsen müssen Risiken einer protektionistischen Wirtschaftspolitik gegenübergestellt werden. Zudem steigt die Inflationsgefahr und damit die Wahrscheinlichkeit für bald deutlich höhere US-Leitzinsen.

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Sollten die Aktienkurse in Europa und den USA in den kommenden Tagen neue Anläufe in Richtung ihrer Übertreibungsbereiche starten, werde ich das Musterdepot daher noch stärker auf ein Auslaufen der Hausse ausrichten. In einem ersten Schritt würde ich in diesem Szenario die bereits vorhandenen Bestände an Absicherungsprodukten aufstocken.

Falls etwa Dax noch einmal das bisherige Jahreshoch bei knapp mehr als 10.800 Punkten überwinden sollte, werde ich Reverse-Bonuszertifikate zukaufen, die sich auf dem deutschen Aktienindex beziehen (WKN: CD0EYZ). Denn sie entwickeln sich tendenziell entgegengesetzt zur hiesigen Börse. Die Papiere liefern einen Ertrag von mindestens zehn Prozent, falls die Rally endgültig versiegt - oder der Dax bis Juni 2017 sogar deutlich fällt.


Alexander Kovalenko

Mit 0,8 Prozent erreichte die Inflationsrate in Deutschland im Oktober das höchste Niveau für die letzten zwei Jahre. Vor allem die Dienstleistungen sind mit 1,3 Prozent zum Vorjahresmonat teurer geworden. Darunter befinden sich auch die Ausgaben für Mietwohnungen und –häuser, welche diese Kategorie maßgeblich beeinflusst haben.

Die Preise für Nahrungsmittel stagnierten dagegen. Die Preise für die Energieträger sind nach wie vor günstiger als vor zwölf Monaten, dieser Effekt lässt jedoch immer stärker nach. Eine steigende Inflationsrate in Deutschland kann man eigentlich als ein Normalisierungssignal interpretieren, das Problem ist nur, dass dies immer noch deutlich unter der EZB-Zielmarke von zwei Prozent liegt und die Teuerungsrate in der gesamten Euro-Zone deutlich niedriger als in Deutschland ist.

Die Europäische Bank hat noch viel zu tun, bevor die gewünschten zwei Prozent erreicht werden. Das Beispiel Japan zeigt, dass die deflationären Tendenzen trotz gigantischer Maßnahmen der Zentralbanken nicht so einfach zu bekämpfen sind.


Sönke Niefünd

Die letzte Woche war von hoher Volatilität an den Kapitalmärkten geprägt. Von einem Einbruch an den Aktienmärkten war – bis auf eine kurze Phase am Mittwochmorgen – nichts zu sehen. Im Gegenteil: Die Notierungen haben angezogen, der amerikanische Dow Jones Industrial Average ist sogar auf ein Rekordhoch geklettert.

In der abgelaufenen Woche haben wir einen Geldabfluss an den weltweiten Anleihemärkten von mehr als 1 Billion US-Dollar gesehen. Gleichzeitig erhöhte sich die weltweite Aktienmarktkapitalisierung um mehr 1,3 Billion US-Dollar. Eine Umschichtung nach dem gleichen Muster werden wir in dem Handelsblatt-Privatbank-Depot nicht vornehmen, sondern uns eher in den einzelnen Positionen -  Assetklassen übergreifend - verstärken.

Investoren gingen rasch zur Tagesordnung über und beschäftigten sich mit der veränderten US-amerikanischen Politik unter der neuen Führung. Ob und in welchem Maße die wirtschafts- und außenpolitischen Pläne nachhaltig auf die Entwicklung der Konjunktur und Börsen einwirken werden, zeigt sich vermutlich erst im nächsten Jahr.

Was dürfen wir in den letzten Wochen des Jahres 2016 an den Kapitalmärkten erwarten?

Neben einer Zinserhöhung der US-Notenbank rückt auch Italien in den Fokus. Am 4. Dezember stimmen italienische Bürger über die Reform ihrer Verfassung ab. Das Damoklesschwert einer Regierungskrise in Italien schwebe über dem Votum und damit auch die Gefahr einer Verschärfung der Euro-Krise. Die Reform ist in Italien notwendig, damit Reformen und Entscheidungen schneller umgesetzt werden können. Ein guter Nebeneffekt ist, dass der Abbau von Bürokratie und die Senkung der Kosten für den Politikbetrieb vorangetrieben werden können.

In der aktuellen Woche wird Cisco Systems seine 1. Quartalszahlen für das neue Geschäftsjahr berichten, welche wir sehr eng verfolgen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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