Musterdepots: Weniger Sprintzertifikate

Musterdepots: Weniger Sprintzertifikate

, aktualisiert 18. Juli 2016, 17:21 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

So beeindruckend die Erholung an Europas Börsen nach dem Brexit-Crash auch scheint: Sie wird nur von mauen Umsätzen getragen. Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis richtet sein Depot deshalb defensiver aus.

Weltweit haben die Aktienbörsen ihre Verluste seit dem Brexit-Crash im Schnitt überkompensiert: Die jüngste Aufwärtsbewegung hat die Marktkapitalisierung um 3,6 Billionen Euro steigen lassen. Am Tag nach dem EU-Ausstiegsvotum der Briten war der Wert des Marktes global um knapp 2,3 Billionen Euro eingebrochen.

Doch allein die im Euro Stoxx 50 enthaltenen europäischen Bluechips haben nach dem Tief vom 27. Juni inzwischen 165 Milliarden Euro an Wert gewonnen. Ich halte die Erholung für überzogen und reduziere daher erneut den Bestand an Sprintzertifikaten (WKN: CW7CXY), den offensivsten Bestandteilen im Musterdepot gehören.

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So beeindruckend die Erholung an Europas Börsen erscheint: Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass sie weiterhin nur von mauen Umsätzen getragen wird. Angetrieben wohl vor allem durch Spekulanten, die ursprünglich auf fallende Notierungen gesetzt hatten und nun durch kurzfristige Eindeckungen ihre Verluste begrenzen.

Auch der Rückenwind aus den USA dürfte nicht von Dauer sein. Dort  haben die Aktienmärkte neue Allzeithochs markiert – vor allem weil die Berichtssaison für das zweite Quartal ordentlich zu verlaufen scheint. So haben nach einer Untersuchung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) von den 13 Unternehmen des S&P 500, die in der abgelaufenen ersten Berichtswoche mit ihren Zahlen am Start waren, insgesamt elf positiv überrascht.

Doch auch hier lohnt sich ein tiefergehender Bick ins Zahlenwerk: Denn viele gemeldete Ertragszahlen liegen zwar über den Prognosen – doch erstens waren die Erwartungen zuvor teils mehrfach deutlich nach unten angepasst worden. Und zweitens waren die Ergebnisse der vorangegangenen fünf Quartale dermaßen schlecht ausgefallen, dass es wohl einer Rezession bedürfte, um ausgehend von diesem Niveau kein Gewinnwachstum mehr zu erreichen.


Alexander Kovalenko

Die Deutsche Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft weiterhin auf einem Wachstumskurs. Dies geht aus dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht hervor. Im zweiten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit einem im Vergleich zu den ersten drei Monaten langsameren Tempo gestiegen sein, danach sollte jedoch laut der Bundesbank-Analyse die deutsche Wirtschaft wieder in moderate Fahrt kommen.

Die Volkswirte der Bundesbank lassen sich vom Brexit nicht erschrecken und tendieren dazu, die wirtschaftlichen Folgen eher als begrenzt einzuschätzen. Viel wichtiger für das prognostizierte gute Abschneiden der deutschen Wirtschaft seien der robuste Arbeitsmarkt, steigende Reallöhne und die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

Der Bericht der Bundesbanker bestätigt somit eine unter den Volkswirten bereits ziemlich verbreitete Prognose, dass das gerade abgelaufene zweite Quartal in Deutschland relativ schwach ausgefallen sein dürfte. Die bisher gute Stimmung bei den Unternehmen und Haushalten sowie die erwähnte Stärke des Arbeitsmarktes lassen auf keine bösen Überraschungen im zweiten Halbjahr hoffen.


Daniel Hupfer

Ursächlich für den Rückgang des Ölpreises in den vergangenen Jahren war der starke Anstieg des globalen Ölangebots. So produzierten die USA dank des Fracking bis zum Sommer 2015 fast so viel Öl wie die beiden größten Ölproduzenten der Welt, Russland und Saudi Arabien. Um ihre Marktanteile zu halten haben auch diese Länder ihre Ölförderung ausgeweitet.

Seit einigen Quartalen geht die US-Ölproduktion aber wieder zurück, da viele Fracking-Unternehmen nicht mehr kostendeckend produzieren können. Die Industrieproduktion im Sektor „Drilling Oil & Gas Wells“ lag zuletzt um etwa 50 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gleiches gilt für den sogenannten Rig-Count, also die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen. Während noch Anfang 2012 mehr als 2000 Anlagen in Betrieb waren, sind es aktuell etwas über 400. Von daher ist es auch nicht überraschend, dass sich in den USA die Ölförderung bereits verringert hat und sich der Ölpreis von seinen sehr niedrigen Niveaus wieder erholt hat.

 

In unserem Depot hatten wir lange Zeit keine Aktien aus dem Sektor Öl&Gas. Mit dem britischen Unternehmen BP und dem größten norwegischen Ölförderer Statoil sind wir seit einiger Zeit in diesem Sektor wieder investiert. Wir gehen davon aus, dass die Ölkonzerne von dem wieder steigenden Ölpreis profitieren werden und die schwierigsten Zeiten zumindest temporär vorüber sind. Der Sektor zeichnet sich zudem durch eine niedrige Bewertung aus und verfügt über eine Dividendenrendite von über 5 Prozent.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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