Nach dem Brexit-Referendum: Anleger setzen auf Gold und Währungen

Nach dem Brexit-Referendum: Anleger setzen auf Gold und Währungen

, aktualisiert 01. Juli 2016, 12:47 Uhr
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Viele Anleger setzen darauf, ihre Anlagen zu schützen – etwa indem sie in Gold investieren.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Abschied Großbritanniens aus der Europäischen Union lässt Kurse von Staatsanleihen und Edelmetallen klettern. Auch manche Währungen profitieren. Wie Anleger sich nach dem Brexit verhalten.

FrankfurtSicherheit steht bei Anlegern nicht erst seit dem Brexit-Votum hoch im Kurs. Schon seit geraumer Zeit wird bei der Finanzanlage oft auf Rendite verzichtet, nur um Kapitalverlusten vorzubeugen. Das Sicherheitsbestreben hat so weit geführt, dass - anstatt Zinsen zu erhalten - für die sichere Geldverwahrung bezahlt wird.

Dieses Anlegerverhalten ist nachvollziehbar: Wenn Sturm aufzieht, suchen Menschen Schutz. Ganz ähnlich verhalten sich Finanzprofis und Kleinanleger. Zurzeit ist nicht absehbar, wie sich die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU entwickeln werden. Vieles scheint denkbar, angefangen vom „Ausstieg aus dem Ausstieg“ - also einer Absage des Brexit - bis hin zur wirtschaftlich schädlichen Einführungen von Zöllen im Handel zwischen dem Königreich und der EU. Das sorgt für große Unsicherheit, was sichere Finanzanlagen um so wertvoller erscheinen lässt.

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Einer der bedeutsamsten Rückzugsorte in unwägbaren Zeiten sind Anleihen von Staaten, die als wirtschaftlich stabil und finanziell solide gelten. Dazu zählen in erster Linie die weltgrößte Volkswirtschaft USA sowie Deutschland. Aber nicht nur die Kreditwürdigkeit zählt - wichtig ist auch, dass die jeweiligen Märkte groß sind. Denn nur so ist sichergestellt, dass die Anlagen rasch und unkompliziert wieder zu veräußern sind, wenn sich der Finanzsturm legt. Das trifft auf die Anleihemärkte der USA und Deutschlands zweifelsfrei zu, zählen sie doch zu den größten der Welt.

Wie stark der Zustrom in als sicher bewertete Staatsanleihen zurzeit ist, zeigt sich in der Kurs- und der Renditeentwicklung. Die hohe Nachfrage treibt die Wertpapierkurse, was ihre Renditen fallen lässt. Denn die Effektivverzinsung errechnet sich aus dem Kurs beim Kauf des Wertpapiers und den Zinszahlungen, die bei den meisten Staatsanleihen gleich bleibt.

Die Nachfrage nach Staatsanleihen ist zurzeit so hoch, dass die Wertpapierkurse immer weiter steigen. Das hat dazu geführt, dass die Renditen für deutsche Bundesanleihen mit Laufzeiten von bis zu 15 Jahren negativ sind. Anleger müssen also unter dem Strich etwas bezahlen, wenn sie ihr Geld beim deutschen Staat sicher deponiert wissen wollen. Noch drastischer ist die Lage in der Schweiz: Dort rentierten Staatsanleihen mit bis zu 40 Jahren Laufzeit negativ.


Gold mit einem Plus von 25 Prozent

Nicht nur Staatsanleihen, auch Währungen können als Schutz vor großen Risiken dienen. Zu den begehrtesten Devisen zählen neben der Weltreservewährung US-Dollar der Schweizer Franken und der japanische Yen. Für die Schweiz ist klar, warum das so ist: Der Volkswirtschaft der Eidgenossen und ihrer finanziellen Situation wird sehr großes Vertrauen entgegengebracht.

Japan dagegen wächst kaum, ist hoch verschuldet und hat mit großen Herausforderungen wie der rapiden Alterung seiner Bevölkerung zu kämpfen. Dennoch betrachten Anleger den Yen als sichere Währung. Ein Grund dafür ist, dass die hohen Staatsschulden des Landes vor allem durch Inländer und die Notenbank finanziert sind.

Wenn es an den Finanzmärkten stürmisch wird, schätzen Investoren neben Staatsanleihen und sicheren Währungen auch Anlagen mit hohem Eigenwert. Das sind vor allem Edelmetalle wie Gold, aber auch Immobilien. Ein großer Vorteil dieser Anlagen liegt in ihrer hohen Wertstabilität. Denn ihr Angebot ist begrenzt und kann - im Gegensatz etwa zu Papiergeld - nicht nach Belieben ausgeweitet werden.

Gold und Immobilien fungieren aber nicht nur als Krisenschutz, sondern auch als Absicherung gegen eine hohe Inflation. Davon jedoch ist weltweit so gut wie nichts zu sehen, was den Preisauftrieb beim Gold begrenzt. Zudem wurde in den vergangenen Jahren die Frage aufgeworfen, ob Edelmetalle überhaupt noch als Krisenschutz taugen. Denn von den vielen politischen und wirtschaftlichen Krisen hat Gold nur selten profitiert. Das könnte sich geändert haben: Nach Bekanntwerden des Brexit sprang der Goldpreis um 100 Dollar auf mehr als 1300 Dollar. Seit Jahresbeginn liegt Gold damit 25 Prozent im Plus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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