Quirin-Bank-Chef: „Der American Dream gilt auch bei der Geldanlage“

Quirin-Bank-Chef: „Der American Dream gilt auch bei der Geldanlage“

, aktualisiert 20. Oktober 2016, 13:46 Uhr
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Der Chef der Quirin Bank möchte den Kunden „unabhängige Beratung“ bieten.

von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Eine gerade veröffentlichte Studie untersucht das Anlegerverhalten in Deutschland und den USA. Einige Ergebnisse überraschen. Beim Vertrauen in Mensch und Technik gehen die Meinungen weit auseinander.

FrankfurtFür die Anlegerstudie der Quirin Bank hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov jeweils mehr als Tausend Personen in Deutschland und den USA zu ihren Einstellungen und ihren Verhaltensweisen bei der Geldanlage befragt. Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Quirin Bank, ordnet die Ergebnisse ein.

Herr Schmidt, jeder zweite Deutsche glaubt, dass die Auswahl guter Geldanlagen ohne den Computer nicht mehr funktioniert. Hat Sie das überrascht?
Das Ergebnis finde ich schon erstaunlich, zumal nur jeder vierte Amerikaner dieser Aussage zustimmt. Gewöhnlich sind die USA in Technikfragen einen Schritt voraus und in Deutschland ist man skeptischer. Offenbar trauen die Menschen hier einer gut programmierten Maschine aber mehr zu als einem menschlichen Berater. Das zeigt sich auch in der Aussage, dass Finanzmärkte komplizierter werden und dadurch auch Experten die Zusammenhänge weniger durchschauen. Auch dabei gibt es von deutschen Befragten mehr Zustimmung als von amerikanischen.

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Die Amerikaner scheinen weniger an ihren Beratern zu zweifeln.
In Deutschland geben doppelt so viele Personen an, dass sie ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Banken haben. Hier befürchtet man auch eher Provisionsinteressen, mehr Kosten als Nutzen und dass die Berater nur ihre eigenen Produkte anbieten. In den USA kennt man solche Sorgen nicht, allerdings ist dort auch das System der Anlageberatung ganz anders gestaltet. Provisionszahlungen gibt es nicht in gleichem Umfang wie bei uns, die unabhängige Beratung ist im hochwertigen Geschäft eher Standard.

Aktuell erscheinen die Deutschen geradezu resigniert: Die Finanzmärkte sind kompliziert, die Berater nicht vertrauenswürdig und viele glauben, dass gute Geldanlage nur mit großen Vermögen erreichbar ist. Was ist nun zu tun?
Ich hoffe, dass sich bald auch in Deutschland ein neues Modell der unabhängigen Anlageberatung durchsetzen wird. Die europäische Finanzmarktrichtlinie Mifid II wird dafür den Anstoß geben. In den vergangenen Jahren haben viele Kunden schlechte Erfahrungen gemacht, da ihnen Produkte empfohlen wurden, die den Beratern hohe Provisionen beschert haben, aber nicht zu den Bedürfnissen der Anleger passten. Dabei ist ein preisgünstiger und systematischer Vermögensaufbau heute online schon ab 10.000 Euro möglich.

Ein anderes Ergebnis Ihrer Studie zeigt, dass mehr Amerikaner als Deutsche glauben, dass ein Geldanlageberater auf Dauer schlauer sein kann als der Markt. Wie erklären Sie sich das?
Studien belegen immer wieder, dass Fondsmanager den Markt auf Dauer nicht schlagen können. Sie haben höchstens mal eine Zeit lang Glück. Die Deutschen liegen mit ihrer Einschätzung also richtig und sie passt zu ihrer grundsätzlichen Skepsis gegenüber den Beratern. In den USA scheint sich der American Dream auch auf die Geldanlage zu erstrecken. Man glaubt daran, durch besondere Leistungen alles erreichen zu können.

Deutsche haben heute nur 23 Prozent ihres Geldes in Aktien angelegt und laut Ihrer Studie will mehr als jeder Dritte grundsätzlich keine börsennotierten Wertpapiere kaufen. Wie kann die Aktienkultur gefördert werden?
Viele Deutsche setzen das Investment in Aktien noch immer mit dem Gang ins Kasino gleich. Das ist völliger Quatsch, schließlich erwirbt man mit einer Aktie einen Anteil an einem Unternehmen und ist damit an dessen wirtschaftlichem Erfolg oder Misserfolg beteiligt. Wenn man sein Vermögen breit streut und nicht alles auf ein Unternehmen setzt, hat das nichts mit Zocken zu tun, sondern mit einer Investition in die weltweite Wirtschaftskraft.

Herr Schmidt, vielen Dank für das Interview.

Quelle:  Handelsblatt Online
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