Wagniskapital: Neuer Mega-Geldtopf für Gründer in Europa

Wagniskapital: Neuer Mega-Geldtopf für Gründer in Europa

, aktualisiert 26. Mai 2016, 13:10 Uhr
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Die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT will in europäische Start-ups investieren.

von Peter KöhlerQuelle:Handelsblatt Online

Die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT legt einen neuen Risikokapital-Fond auf. Er hat ein Volumen von einer halben Milliarde Euro und soll in Europa investieren. Besonders im Fokus steht dabei Deutschland.

FrankfurtFür europäische Jungunternehmer geht ein neuer Wagniskapitalfonds an den Start, von dem besonders deutsche Start-ups profitieren dürften. Die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT mit der Industriellenfamilie Wallenberg im Rücken hat ihren ersten Venture-Capital-Fonds im Volumen von 566 Millionen Euro aufgelegt - und bereits zwei Investments bei den deutschen Firmen Riskmethods (Software) und Holidu (Internet-Portal für Ferienwohnungen) bestritten.

„Deutschland ist ein sehr wichtiger Markt für uns, vor allem Berlin und München. Hier wollen wir mit EQT Ventures in den kommenden Monaten weitere Investments tätigen, die Pipeline sieht gut aus“, sagte EQT-Manager Hjalmar Winbladh am Donnerstag. Die Bewertungen bei jungen Technologiefirmen seien in den vergangenen sechs Monaten nach unten gegangen und lägen jetzt wieder auf einem realistischeren Niveau, meint Winbladh. Das erleichtere lukrative Investments.

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In den USA, dem Mekka für Jungunternehmer, gingen die Kapitalzusagen für die Start-ups im ersten Quartal gegenüber der Vergleichszeit 2015 um elf Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar zurück, berichtet der Branchendienst Palico. Die Bewertungen der Firmen sanken in der Spitze um bis zu 20 Prozent. Vor allem die hohen Preise für die sogenannten Einhörner, die vor dem Börsengang schon mindestens mit einer Milliarde Dollar bewertet werden, sorgen mittlerweile für Stirnrunzeln.

Der neue Geldtopf von EQT ist insofern ungewöhnlich, als das Private-Equity-Haus bisher bekannt war für Übernahmen von etablierten Mittelständlern oder Konzernteilen. Dafür hat die Gesellschaft in ihrer bisherigen Geschichte rund 29 Milliarden Euro bei institutionellen Investoren und reichen Familien eingesammelt. Jetzt wollen die Schweden zwischen einer Million und 75 Millionen Euro pro Investment in Technologiefirmen zur Verfügung stellen. "Der Fokus des neuen Fonds liegt auf jungen Technologiefirmen in Europa. Rund fünf Prozent sind bereits investiert", sagt Winbladh im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Renditeerwartungen der Geldgeber – darunter sind Pensionskassen und Dachfonds, die wiederum in Einzelfonds investieren – liegt in der Branche bei rund 20 Prozent.


Fintechs besonders im Trend

Der Vorteil von Beteiligungen an Start-ups liegt in der relativen Unabhängigkeit von Konjunkturzyklen. Konzerne wie Google oder Amazon können auch in Zeiten nachlassenden Wirtschaftswachstums noch expandieren. Allerdings sind die Risiken eines Totalausfalls bei innovativen Geschäftsmodellen auch höher, weil sie schneller umfallen, wenn das Geschäftsmodell in die Krise gerät.

Bauchschmerzen bereitet einigen Investoren derzeit die Flaute bei den Börsengängen. Der Ausstieg über den Kapitalmarkt gilt als einer der lukrativsten „Exit-Kanäle“, wenn Investoren ihre Beteiligungen versilbern wollen. Am vergangenen Mittwoch stoppte der Online-Kreditanbieter MyBucks seine Börsenpläne, was als schlechtes Omen für mögliche Börsenpläne von Fintechs gilt. Die Unregelmäßigkeiten bei der Online-Plattform Lending Club in den USA hatten die Stimmung der Investoren zusätzlich gedrückt. Bis zum Referendum der Briten über einen Ausstieg aus der EU (Brexit) wird sich nach Ansicht von Investmentbankern kaum mehr ein Unternehmen trauen, den Kurszettel zu bereichern.

Trotz der Bedenken über die hohen Bewertungen erfreuen sich die Fintechs, die traditionelle Banken und Vermögenverwalter mit Internet-Geschäftsmodellen herausfordern, weiter großer Beliebtheit bei den Finanziers. Laut der Beratungsgesellschaft KPMG werden die Fintechs gut ein Drittel mehr Gelder erhalten als 2015, wenn sich das Tempo beim Einwerben neuer Mittel aus dem ersten Quartal fortsetzt. Haupttreiber sind junge Firmen
in China sowie die zunehmende Bedeutung automatisierter Vermögensverwaltungen (Robotechs). 

Quelle:  Handelsblatt Online
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