Elsässers Auslese: Fahrplan zur finanziellen Unabhängigkeit

kolumneElsässers Auslese: Fahrplan zur finanziellen Unabhängigkeit

Kolumne von Markus Elsässer

Eine finanzielle Unabhängigkeit erscheint vielen unerreichbar. Das ist falsch. Man muss kein Finanzgenie oder Glückspilz sein. Auf die richtige Finanz- und Berufsplanung kommt es an.

Die meisten Menschen werfen die Flinte zu früh ins Korn. Sie halten eine finanzielle Unabhängigkeit für ein Ziel außerhalb jeder Reichweite. Dabei lässt sich im Leben viel mehr erreichen, als einem an der Wiege gesungen wurde. Egal, aus welcher Ecke Sie kommen, Sie haben die allerbesten Chancen sich finanziell „frei zu schwimmen“.

Wenn vom Aufbau eines Vermögens und Kapitels die Rede ist, so konzentrieren sich die Gedankengänge auf Geldanlagethemen, Börsenfragen und Finanzratschläge. Dabei wird ganz übersehen, dass die Ausgangsbasis eines jeden Vermögens der Aufbau einer soliden Einkommensquelle ist. Wenn Sie nicht gerade eine Großerbe, ein Bestseller-Autor, der Inhaber von Monopol-Patenten oder ein Top-Musikhit-Produzent sind, dann sollten Sie idealerweise einen kontinuierlichen Einkommensstrom aufbauen.

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Und das erreichen Sie nur über eine berufliche Tätigkeit: entweder als Angestellter oder als Selbständiger. Wer finanziell im Leben zu was kommen will, der muss da richtig ansetzen: der Beruf nicht als „Kuschelanstalt“ und „Wohlfühlecke“, sondern als Mittel zur finanziellen Unabhängigkeit. Dieser Ansatz ist bei vielen jungen Menschen, die ihre Ausbildung antreten, oder am Anfang ihrer Berufslaufbahn stehen, gar nicht vorhanden.

Das sind die Top-Karriereziele der Deutschen für 2016

  • 36 Prozent

    Mehr als ein Drittel der Deutschen haben sich zum Ziel gesetzt, nach Feierabend besser abzuschalten, um sich ihrem Privatleben widmen zu können. Das ist das Ergebnis der Studie „Karriereziele 2016“ des Personaldienstleisters ManpowerGroup Deutschland.

  • 32 Prozent

    Mehr Gelassenheit im Job nehmen sich 32 Prozent vor. Sie wollen ihre Arbeit künftig lockerer nehmen.

  • 17 Prozent

    17 Prozent wollen 2016 effizienter arbeiten.

  • 15 Prozent

    15 Prozent wollen weniger arbeiten, um mehr Freizeit zu haben. Ebenfalls 15 Prozent gaben an, im kommenden Jahr den Arbeitgeber wechseln zu wollen.

  • 12 Prozent

    Jeweils zwölf Prozent gaben an, die Zusammenarbeit mit den Kollegen verbessern zu wollen und ihre eigenen Kompetenzen selbstbewusster präsentieren zu wollen.

  • 11 Prozent

    Elf Prozent wollen sich 2016 im Job stärker engagieren.

  • 10 Prozent

    Jeweils zehn Prozent gaben an, im kommenden Jahr mehr Zeit in ihre Karriere investieren zu wollen beziehungsweise ein Studium oder eine Ausbildung beginnen/fortzuführen zu wollen.

  • 9 Prozent

    Jeweils neun Prozent wollen mehr netzwerken beziehungsweise sich neben dem Job weiterbilden.

  • 7 Prozent

    Sieben Prozent wollen sich um eine Beförderung bemühen.

  • 5 Prozent

    Jeweils fünf Prozent wollen im kommenden Jahr innerhalb ihres Unternehmens die Position wechseln beziehungsweise eine berufliche Auszeit nehmen.

Und leider lassen sich auch in späteren Berufsphasen zu viele Berufstätige das Heft aus der Hand nehmen. Da wird dann zwar fleißig vor sich hingearbeitet, das eigentliche Ziel des Ganzen wird aber aus dem Auge verloren.

In meiner langjährigen Erfahrung als Investor habe ich immer wieder festgestellt, dass die Erfolgsfaktoren, die im Beruf gelten, genau so ausschlaggebend für den klugen Umgang mit dem Kapital sind. Wer es im Beruf richtig anstellt, und diese Haltung konsequent auch bei seinen Geldthemen anwendet, der hat die besten Karten vermögend zu werden

Mein Geschäftspartner Simon Rolfes, der sich auf das Karriere-Management und die Entwicklung von Top-Profisportlern spezialisiert hat, bringt es auf den Punkt: „Es ist ganz einfach. Sowohl im Beruf als auch bei dem Geld – wer sich nicht die richtigen Ziele setzt, der kommt erst gar nicht ins eigentliche Rennen“. In seiner The Career Company propagiert er unmissverständlich: „Mit dem richtigen Ziel ist der Weg vorgegeben. Und dann entscheidet letztlich die eiserne Disziplin und die Beharrlichkeit. Von Schwankungen und Irritationen darf man sich nicht aus der Bahn werfen lassen. Bei den Kapitalanlagen ist das ja auch so. Wer bei jeder Schreckensmeldung von den Börsen seine Anlagestrategie über den Haufen wirft, der wird schon sehen, was er davon hat. Nicht viel.“

Wer finanziell auf Dauer besser dastehen möchte, der muss vor allem den eingeschlagenen Berufsweg realistisch und vorausschauend durchdenken. Es gilt zu überprüfen, ob er überhaupt die richtigen Eigenschaften mitbringt, um ein großer „Kracher“ zu werden. Einfach nur irgendeinen Job anzunehmen, ist da viel zu kurz gedacht.

Eine richtig gute Konzernkarriere zum Beispiel wird nur gelingen, wenn gewisse Kriterien erfüllt sind. Mein Freund Frank Westerhausen, erfolgreicher Manager in der internationalen Automobilindustrie, hat da einen klaren Anforderungskatalog: „Ohne eine wirklich solide Ausbildung am Anfang geht schon mal gar nichts. Danach geht es aber vor allem um die gelebte Einstellung: offen sein für Veränderungen, die Bereitschaft zur permanenten Kommunikation. Sich für die Motivation der Mitarbeiter einzusetzen und selbst gerne neue Herausforderungen anzugehen, ist von großer Wichtigkeit." Wer in Konzernstrukturen zu den Erfolgreichen gehören will, der muss willens sein, global aktiv zu arbeiten und dabei widerstandslos auf Kulturunterschiede bei Kollegen, Kunden und Lieferanten einzugehen, so Westerhausen.

Tja, wer über eine solche „Grundausstattung“ nicht verfügt, der sollte erst gar nicht bei einem DAX-Unternehmen anheuern, sondern ist vielleicht als kleiner Einzelkämpfer in eine Nische besser aufgehoben.

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