Tipps der oberen Einhundert: Was Superreiche jetzt kaufen

Tipps der oberen Einhundert: Was Superreiche jetzt kaufen

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Über Generationen hat sich die Anlage in Aktien gelohnt.

von Heike Schwerdtfeger

Jeder Reiche will Vermögen über Generationen bewahren. Aber wie geht das? Ein Blick auf die Strategie der verschwiegenen Family Offices der Superreichen und wie Anleger ihre Geschäfte kopieren.

Viele reden davon, dass sie nach einem Kursrutsch Aktien kaufen wollen. Milliardär Georg von Opel hat es getan, beim Ingenieurkonzern Bilfinger. Dessen Aktie verlor nach zwei Gewinnwarnungen rund 30 Prozent. Von Opel kaufte über seine Schweizer Beteiligungsgesellschaft Hansa drei Prozent an dem Unternehmen, für knapp 80 Millionen Euro.

Der 48-jährige Nachkomme der Rüsselsheimer Autodynastie hat zudem ein Faible für Betongold: Er baut derzeit für rund 100 Millionen Euro im Frankfurter Westen den Büroturm St Martins Tower. Ein mutiges Projekt: Etwa 13 Prozent der Büroflächen im Stadtgebiet von Frankfurt stehen leer. Sein beherzter Einstieg bei Bilfinger könnte von Opel schneller Geld bringen.

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Top 10: Dividendenkönige

  • Platz 10

    Dividendenbezieher: Familie Würth

    Unternehmen/Branche: Würth (Montagetechnik-Handel)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 217

    Wer 2014 die höchsten Ausschüttungen einstrich*

    * Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet;

    Quelle: Unternehmen, BaFin, Bloomberg, eigene Berechnungen

  • Platz 09

    Dividendenbezieher: Familie Reimann

    Unternehmen/Branche: u.a. Reckitt Benckiser (Konsum), Coty (Kosmetik)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 252

  • Platz 08

    Dividendenbezieher: Susanne Klatten

    Unternehmen/Branche: BMW, SGL Carbon (Karbon), Altana (Pharma), Gemalto (IT)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 253

  • Platz 07

    Dividendenbezieher: Johanna Quandt

    Unternehmen/Branche: BMW, Gemalto (IT)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 256

  • Platz 06

    Dividendenbezieher: Brüder Sammwer

    Unternehmen/Branche: Rocket Internet (Internet-Shops)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 287

  • Platz 05

    Dividendenbezieher: Stefan Quandt

    Unternehmen/Branche: BMW, Gemalto (IT), Heel (Pharma), Logwin (Logistik)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 288

  • Platz 04

    Dividendenbezieher: Familie Merck

    Unternehmen/Branche: Merck Darmstadt (Pharma)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 305

  • Platz 03

    Dividendenbezieher: Klaus-Michael Kühne

    Unternehmen/Branche: Kühne + Nagel (Logistik)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 307

  • Platz 02

    Dividendenbezieher: Familie Schaeffler

    Unternehmen/Branche: Continental, Schaeffler (Autozulieferer)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 309

  • Platz 01

    Dividendenbezieher: Familien Porsche/Piëch

    Unternehmen/Branche: Porsche (Auto)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 335

Aber um schnelles Geld geht es vielen Superreichen derzeit gar nicht. Gebetsmühlenartig predigen Manager der Family Offices (so heißen die Vermögensverwalter der Superreichen), dass „der Vermögenserhalt und nicht die schnelle Vermögensmehrung an erster Stelle“ stehe. So formuliert es Michael Riemenschneider, Chef des Reimann Investors Advisory, in dem einige Mitglieder der Familie Reimann ihre Geldgeschäfte regeln. Die Familie hat ihre Anteile am Putzmittelriesen Reckitt Benckiser (Sagrotan) verkauft. Seit 2012 betreibt sie mit der Deutsche Kontor Privatbank eine eigene Bank.

„Im aktuellen Umfeld vieler Krisenherde ist der Kapitalerhalt perspektivisch wichtiger als die Kapitalrendite“, sagt auch Andreas Rhein, Vorstand beim Focam Family Office, das Mitglieder der Familien Oetker, Schwarzkopf, Jacobs und Schwartau-Fabrikant Werner Holm über Beiräte an sich bindet und auf Wunsch auch deren Geldverwaltung übernimmt.

Top 20: Dividendenkönige

  • Platz 20

    Dividendenbezieher: Familie Jacobs

    Unternehmen/Branche: Adecco (Leiharbeit), Barry Callebaut (Konsum)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 95

    Wer 2014 die höchsten Ausschüttungen einstrich*

    * Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet;

    Quelle: Unternehmen, BaFin, Bloomberg, eigene Berechnungen

  • Platz 19

    Dividendenbezieher: Familie Pohl

    Unternehmen/Branche: Deutsche Vermögensberatung (Finanzdienste)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 96

  • Platz 18

    Dividendenbezieher: Familie von Finck

    Unternehmen/Branche: u.a. SGS (Dienstleistung), Mövenpick (Gastronomie)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 99

  • Platz 17

    Dividendenbezieher: Friede Springer u. Familie

    Unternehmen/Branche: Axel Springer (Medien)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 101

  • Platz 16

    Dividendenbezieher: Familie Otto

    Unternehmen/Branche: u.a. Otto Group (Handel), ECE (Einkaufszentren)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 117

  • Platz 15

    Dividendenbezieher: Hasso Plattner

    Unternehmen/Branche: SAP (Software)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 119

  • Platz 14

    Dividendenbezieher: Familie Siemens

    Unternehmen/Branche: Siemens (Technologie)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 159

  • Platz 13

    Dividendenbezieher: Aloys Wobben

    Unternehmen/Branche: Enercon (Windanlagen)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 180

  • Platz 12

    Dividendenbezieher: Familie Henkel

    Unternehmen/Branche: Henkel (Konsum)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 183

  • Platz 11

    Dividendenbezieher: Heinz Hermann Thiele

    Unternehmen/Branche: Vossloh (Verkehr), Knorr Bremse (Auto, Eisenbahn)

    Einnahmen (in Mio. €)*: 210

Komplett abgeschottet sind die Family Offices nicht mehr. Einige verkaufen ihr Wissen auch an Privatanleger: Focam, die Deutsche Kontor Privatbank und auch Lange Assets & Consulting, bei denen die Verleger-Erben Axel Sven Springer und John Jahr zu den Gesellschaftern gehören, bieten heute Vermögensverwaltung oder Fonds an.

Äcker und Wälder

Bei Focam reicht das Anlageuniversum von Aktien über Immobilien und Gold bis hin zu Infrastrukturinvestitionen. Aus dem Know-how, das Focam über Jahre bei Forst- und Agrarinvestments gesammelt hat, ist jetzt ein Fonds entstanden, der in Forst- und Agraraktien investiert. „Der Anleger muss in Kauf nehmen, dass sein Vermögen nicht mehr so liquide ist wie in früheren Zeiten, als die Bundesanleihen noch Rendite abwarfen“, sagt Focam-Anlagestratege Rhein. Eine Bundesanleihe ist eben schneller zu verkaufen als eine Waldbeteiligung. Die in unserer Tabelle aufgeführten Fonds sind aber täglich handelbar.

Krösus, Kauz und klamme Milliardäre Deutschlands Dividenden-Könige

Das Jahr 2014 brachte den größten Aktionären der Republik Rekordeinnahmen. Wer mehr einstrich als im Vorjahr, wer sein Geld versteckte – und kaum etwas davon hat.

Ferdinand Karl Piëch. Der Dividendenkönig 2014.

Eines der bekanntesten Family Offices ist Spudy in Hamburg. Hier sind Ex-Arbeitgeberpräsident Klaus Murmann und die Familie von Dieter Ammer (Tchibo, Beiersdorf) als Gesellschafter mit im Boot. Spudy legt so an, dass eine Hälfte des Kapitals im Notfall kurzfristig liquidierbar wäre.

Die andere Hälfte ist langfristig investiert, etwa in Immobilien, Wäldern oder neuseeländischen Milchfarmen. Sieben bis acht Prozent Gold gehören zum liquiden Teil des Vermögens. „Die Anlageverteilung ist sehr langfristig ausgerichtet, einzelne Eingriffe gab es in den vergangenen Wochen etwa dadurch, dass wir Fondspositionen durch Derivate auf den Index Euro Stoxx abgesichert haben“, sagt Jens Spudy.

„Wir sehen die derzeitige Lage nicht als Krise“, sagt Min Sun, Partner und Chefanleger der Bad Homburger Vermögensverwaltung Taunus Trust. Das Unternehmen ist mit elf Partnern vor einem Jahr gestartet und betreut Kunden, die mindestens zehn Millionen Euro Vermögen anlegen können. Wie Sun waren viele der Partner zuvor bei Feri, der früheren Vermögensverwaltung der BMW-Eignerfamilie Quandt.

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