Haus bauen: Diese Versicherungen brauchen Bauherren

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Gut versichert während der Bauarbeiten: Diese Versicherungen brauchen Bauherren

, aktualisiert 02. März 2017, 11:50 Uhr
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Welche Versicherung braucht ein Neubau?

von Andreas Toller

Für Bauherren gibt es einige nützliche Versicherungen. Wie Sie sich vor den finanziellen Folgen von Unfällen, Unwettern und Unternehmenspleiten schützen – und welche Versicherungen Sie sich sparen können.

Das Grundstück ist gefunden, der Frühling naht, die Bauarbeiten können beginnen: Wer dieser Tage die günstigen Finanzierungszinsen nutzt, um ein Haus zu bauen oder umfassend zu sanieren, möchte keine Zeit verlieren. Schließlich kann sich so ein Hausbau durchaus in die Länge ziehen und vor dem nächsten Winter soll alles fertig sein.

Baustellen sind immer mit Risiken verbunden. Gerüste können einstürzen, die Feuergefahr ist erhöht und Diebe haben leichtes Spiel. Gerade hier kann vieles passieren, das durch den normalen Versicherungsschutz von Privatpersonen oder für ein fertiges Gebäude nicht oder noch nicht abgedeckt ist. Trotz aller Eile sollten Bauherren sich daher rechtzeitig Gedanken über den richtigen Versicherungsschutz machen und die nötigen Policen abschließen, bevor der Bagger anrückt.

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Denn wenn zum Beispiel Unfälle passieren, Bauunternehmen zahlungsunfähig werden, Unwetter den Baufortschritt zunichtemachen oder Nachbarn und Baustellenbesuchern durch die Arbeiten oder eine unzureichende Sicherung ein Schaden entsteht, kann es zu hohen Schadenssummen kommen. Weil das schnell die Existenz bedrohen kann, ist entsprechender Versicherungsschutz für Bauherren dringend geboten.

Haftpflicht auf der Baustelle

In der Frage, welchen Versicherungsschutz Bauherren benötigen, herrscht sogar zwischen Versicherungswirtschaft und Verbraucherschützern weitgehend Einigkeit.

An erster Stelle steht die Bauherrenhaftpflichtversicherung. Ist das Baugrundstück nicht ausreichend gesichert und Menschen verletzten sich darauf, haftet der Bauherr. Gleiches gilt etwa für herabfallendes Baumaterial, dass das Auto des Nachbarn beschädigt. Kurz: die Bauherrenhaftpflicht kommt für Schäden auf, die von Baugrundstück und den Bauarbeiten ausgehen. Mehr noch: Sie wehrt auch unberechtigte Ansprüche von angeblich Geschädigten ab. Daher ist diese Versicherung schon mit dem Erwerb des Baugrundstücks empfehlenswert. Eine separate Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung ist dann obsolet.

Typische Mängel in Neubauten

  • Rohbau, Statik, Dachkonstruktion

    In 19 Prozent der vom Institut für Bauforschung untersuchten Baumängel gab es ein Problem mit dem Rohbau, der Statik oder der Dachkonstruktion. Damit ist dieser häufiger von Neubaumängel betroffen als jeder andere.

  • Gebäudeabdichtung / Perimeterdämmung

    Das Haus in eine dicke Isolierschicht zu packen, ist inzwischen für Neubauten sogar durch die Energie-Einsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben. 13 Prozent der Mängel sind hier angesiedelt.

  • Innenputz, Estrich, Innenausbau

    Ebenfalls in 13 Prozent der Fälle gibt es Mängel an Estrichböden oder dem Wandputz bzw. den Trockenbauwänden im Hausinneren.

  • Wärmedämmung, Schallschutz, Brandschutz

    Bei der Isolierung der Gebäudehülle sowie dem baulichen Brand- und Schallschutz kommt es häufig zu fehlerhafter Ausführung. Zwölf Prozent der Mängel an Neubauten entfallen auf dieses Gewerk.

  • Fassade / Dach

    Auch ohne Wärmedämmung, Abdichtungen und Isolierschichten beziehen sich noch immer neun Prozent der Neubaumängel auf die Bereiche Fassade und Dach.

  • Fenster und Türen / Luftdichte Ebene

    Jeweils acht Prozent der untersuchten Neubaumängel betreffen Fenster sowie Türen oder die Luftdichte Ebene. Die technischen Anlagen eines Neubaus sind in sieben Prozent der Fälle mangelhaft, vier Prozent betreffen die Bausicherheit.

  • Die häufigsten Mängelursachen

    Nach einer Untersuchung des Instituts für Bauforschung und des Bauherren-Schutzbundes haben 45 Prozent der Baumängel in Neubauten ihre Ursache in einer fehlerhaften Ausführung der Arbeiten durch die Handwerker. In einem Viertel der Fälle liegt der Fehler in der Bauleitung, bei rund 20 Prozent handelt es sich um Planungsfehler. Fehlerhaftes Material ist in nicht einmal sechs Prozent der Fälle die Ursache.

  • Fehlerhafte Bau- und Leistungsbeschreibung

    Planungs- und Ausführungsfehler sind häufig auf eine fehlerhafte Bau- und Leistungsbeschreibung zurückzuführen. Gerade mal ein Prozent der Baubeschreibungen entsprechen durchgängig den geforderten Mindeststandards. Mehr als die Hälfte ist zwar im Wesentlichen vollständig, aber die Beschreibungen sind fehlerbehaftet. Bei 42 Prozent der Baubeschreibungen sind die gewünschten und benötigten Leistungen unvollständig oder nicht eindeutig beschreiben. In vier Prozent der Fälle fehlen sogar wesentliche Angaben und die Leistungsbeschreibung ist mangelhaft. Die Fehler betreffen vor allem notwendige Unterlagen und technische Nachweise, den Bereich Planung und Bauleitung, Erdarbeiten sowie die allgemeinen Objektangaben.

Die Versicherungsbeiträge sind von den Kosten des Bauvorhabens abhängig. Ein Versicherungsvergleich lohnt sich. Wer etwa den Bau eines Einfamilienhauses für 200.000 Euro (ohne Notar, Grundstücks- und Architektenkosten) versichern möchte, findet Policen für 50 bis 200 Euro im Jahr. Mitunter unterscheiden sie sich in der Höhe der Deckungssumme: zehn Millionen Euro für Personen- und Sachschäden sind gut, fünf Millionen Euro sollten das Minimum sein. Erbringt der Bauherr Eigenleistungen, sind diese der Versicherung anzugeben. Weil den Versicherern professionelle Bauhandwerker sicherer erscheinen, steigt die Versicherungsprämie mit zunehmender Eigenleistung.

Alternativ zur Bauherrenhaftpflicht gibt es auch Private Haftpflichtversicherungen, die Bauvorhaben einschließt. Allerdings sollten Versicherungsnehmer in so einem Fall die Deckungssumme genau prüfen. Ist diese für das Bauvorhaben zu gering, kann der Versicherungsschutz komplett entfallen. Beim Hauskauf vom Bauträger ist der Haftpflichtschutz für Bauherren überflüssig.

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Wird der Rohbau durch Blitzschlag, Explosion oder Brand beschädigt, kommt eine Feuerrohbauversicherung für den entstandenen Schaden auf. Diese kann in aller Regel schon vor Baubeginn im Rahmen einer Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden. Diese Versicherung schließt dann die genannten Schäden am Rohbau während der Bauzeit kostenlos mit ein und wird auch regelmäßig von finanzierenden Banken vor einer Auszahlung von Darlehen verlangt.

Erfolgt der Feuerschutz über eine vorgezogene Wohngebäudeversicherung, wird die Prämie dafür in der Regel erst nach erfolgter Bauabnahme fällig und bietet ab dann auch den notwendigen Versicherungsschutz für das fertige Haus vor Sturm-, Hagel-, Leitungswasser- und Feuerschäden. Nicht versichert sind dem Bund der Versicherten zufolge allerdings Schäden an Baumaterialien, die noch nicht verbaut wurden.

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