Immobilien: Axel-Springer-Neubau verkauft

Immobilien: Axel-Springer-Neubau verkauft

, aktualisiert 17. Juli 2017, 13:17 Uhr
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Der Springer-Verlag ist demnächst Mieter des norwegischen Staatsfonds.

von Matthias StreitQuelle:Handelsblatt Online

Deutsche Gewerbeimmobilien sind in Zeiten von Nullzinsen heiß begehrt. Das Angebot ist knapp. Mit dem neuen Verlagsgebäude Axel Springers hat sich der norwegische Staatsfonds nun ein Filetstück in Berlin gesichert.

FrankfurtIn Berlin wurde gerade eine der wahrscheinlich teuersten Gewerbeimmobilien in diesem Jahr verkauft – dabei gibt es das Gebäude noch gar nicht. Die Rede ist vom Neubau des Axel-Springer-Verlagshauses an der Ecke Zimmerstraße/Axel-Springer-Straße. Die Immobilie hat sich eine Gesellschaft des norwegischen Staatsfonds, die Norges Bank Real Estate Management für 425 Millionen Euro von Axel Springer gesichert. Verkauft wurde außerdem die angrenzende, zehngeschossige Axel-Springer-Passage an Blackstone und Quincap. Das gesamte Transaktionsvolumen der Verkäufe summiert sich auf 755 Millionen Euro.

„Der erzielte Verkaufspreis liegt deutlich über unseren ursprünglichen Erwartungen“, sagte Springer-Finanzchef Julian Deutz. „Die zusätzliche Liquidität können wir für künftige digitale Wachstumsinitiativen einsetzen.“

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Bei Blackstone freute sich Anthony Myers, der Leiter des europäischen Immobiliengeschäfts der amerikanischen Investmentgesellschaft: „Die Axel Springer Passage wird ein zentraler Bestandteil unseres deutschen Büroportfolios sein, das auf erstklassige Objekte in den besten Lagen von Deutschlands Großstädten ausgelegt ist.“

Das neue Verlagsgebäude wurde im Rahmen eines sogenannten Forward-Deals an die Norweger veräußert. Bei Transaktionen dieser Art kaufen sich Investoren bereits in der Projektentwicklungsphase von Immobilien ein. Der Kaufbetrag wird dann entweder je nach Baufortschritt bezahlt, oder wie im Falle des Axel-Springer-Neubaus nach Fertigstellung.

Wenn das Gebäude Ende 2019 fertiggestellt sein soll, wird Axel-Springer einziehen und möchte das Gebäude langfristig nutzen. Der futuristische Kubus wurde vom niederländischen Stararchitekten Rem Koolhaas entworfen und wartet unter anderem mit einem 30 Meter hohen Atrium auf. Insgesamt sollen in dem Gebäude 3.500 Mitarbeiter aus Redaktion und Verlag Platz finden.

Der amerikanische Immobiliendienstleister JLL (Jones Lang LaSalle) und die Anwaltssozietät Hengeler Müller haben Axel Springer beim Verkauf beraten. Zudem habe Patrick Reich von Caleaus Capital Investors beide Transaktionen als Berater des Vorstands von Axel Springer begleitet, bemerkt JLL.

„Die Einmaligkeit des Angebots, gepaart mit einer expandierenden Konjunktur, einem weiter äußerst attraktiven monetären Umfeld und eine hohe Liquidität bei den Anlegern hat dazu geführt, dass ein deutlich höherer Preis als erwartet erzielt werden konnte“, sagt Marcus Lütgering, Leiter der Büro-Investment Sparte von JLL Deutschland.

Für den norwegischen Staatsfonds ist es nicht der erste Kauf auf deutschem Boden. Im Oktober 2014 kauften die Norweger zwei Bürogebäude im Quartier „Lenbach Gärten“. Zu den größten Mietern gehört dort neben Condé Nast auch McKinsey. Ein Jahr zuvor erwarb der Staatsfonds gemeinsam mit Axa Real Estate den SZ Tower in München..

Nun folgt also das nächste große Verlagsgebäude. Gebuddelt wird dafür schon seit Ende vergangenen Jahres. Im Mai folgte schließlich die offizielle Grundsteinlegung am Bauplatz, der an der Grenze zwischen den Stadtteilen Mitte und Kreuzberg und am ehemaligen Mauerverlauf zwischen BRD und DDR liegt. Mit dabei war neben Berlins Bürgermeister Michael Müller, Architekt Rem Koolhaas und Verlagschef Mathias Döpfner auch Friede Springer, die Witwe Axel Springers, die mit einem Anteil von 5,1 Prozent den größten Anteil einer Einzelperson hält. Mit den Worten „Einigkeit und Recht und Freiheit“ vollzog sie damals den symbolischen Hammerschlag für den Bau. Nun wurde das Gebäude verkauft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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