Tool der Woche: Billigeres Geld gibt es von der Bank!

Tool der Woche: Billigeres Geld gibt es von der Bank!

, aktualisiert 23. Dezember 2016, 17:37 Uhr
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Hauseigentümer nutzen ältere Bausparverträge häufig für anstehende Modernisierungen.

von Reiner ReichelQuelle:Handelsblatt Online

Ältere Bauspardarlehen sind teuer. Doch man kann sie loswerden – auch ohne hohe Gebühren zahlen zu müssen. Und: Es gibt günstigere Möglichkeiten, an einen Baukredit zu kommen. Eine ist sogar verblüffend einfach.

DüsseldorfSchluss mit dem kraftraubenden Aufziehen des Garagentors per Hand. Das macht jetzt ein Elektromotor. Beleuchtung und Rollläden werden neuerdings vom Smartphone gesteuert. Und als nächstes wird die Terrasse mit einem Wintergarten überbaut.

Dass Häuslebauer nach und nach ihr Haus mit Extras versehen, für die beim Einzug noch das Geld gefehlt hat, ist typisch. Hartmut Schwarz, Baufinanzierungsexperte der Verbraucherzentrale Bremen, wünscht sich, dass Hausbesitzer ihre Finanzierung mit dem gleichen Elan optimieren wie ihr Zuhause.

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Eine Möglichkeit ist es, alte Bausparverträge abzulösen. Die sind häufig viel zu teuer. Bis vor drei Jahren betrugen die Zinsen für ausgezahlte Bauspardarlehen im Schnitt noch mehr als drei Prozent, hat die FMH-Finanzberatung errechnet. Was nicht ausschließt, dass manche Bausparkunden sogar vier Prozent Zinsen zahlen.

Wer statt des Bauspardarlehens einen Hypothekenkredit aufnimmt, kann Tausende sparen, weil Bausparkassen für die Ablösung der Darlehen keine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Sehr günstige Hypothekendarlehen gibt es zurzeit mit fünf Jahren Zinsbindung für etwas mehr als 0,7 Prozent Effektivzins, mit zehn Jahren für um die 1,2 Prozent und mit 15-jähriger Zinsbindung für 1,6 Prozent, wobei bei diesen Beispielen drei Prozent Tilgung angenommen wurden.

Solche Top-Konditionen gibt es allerdings nur für Darlehen ab mindestens 50.000 Euro, bei manchen Banken sogar erst ab 100.000 Euro. Doch so hohe Restbeträge sind bei Bauspardarlehen eher die Ausnahme. Zumal Bauspardarlehen ohnehin eher die Finanzierungslücke zwischen Baugeld von der Bank und den Eigenmitteln schließen.

Wer zum Beispiel ein Bauspardarlehen über 30.000 Euro ablösen möchte, sollte mit jeweils 0,3 Prozentpunkten höheren Zinssätzen kalkulieren. Wer Hypothekendarlehen mit der heute von Banken empfohlenen Mindesttilgung von drei Prozent aufnimmt, verringert seine monatliche Belastung nicht nur wegen der niedrigeren Zinsen, sondern auch wegen der gegenüber dem Bauspardarlehen geringeren Tilgung. Dies geschieht dann allerdings um den Preis, dass der Darlehensnehmer länger braucht, bis er seine Schulden los ist.


Bauspardarlehen gleichen Volltilgerdarlehen

Bauspardarlehen lassen sich gut mit sogenannten Volltilgerdarlehen vergleichen. So heißen Baukredite, die am Ende der Zinsbindung vollständig abbezahlt sind. Wie lange es dauert, bis ein Bauspardarlehen vollständig zurückgeführt ist, kommt auf den beim Abschluss des Vertrages gewählten Tarif an. Typisch sind Darlehenslaufzeiten von sieben bis zehn Jahren.

Angenommen, es werden 30.000 Euro umgeschuldet, die als Bauspardarlehen binnen fünf Jahren zurückzuzahlen wären. Für den gleichen Betrag veröffentlichte die Plattform der FMH-Finanzberatung am Freitag vor Heiligabend Angebote über Volltilgerdarlehen zu Effektivzinssätzen von gut 1,2 und 1,4 Prozent Effektivzins. Sie sind mit Monatsraten von 513 beziehungsweise 516 Euro zurückzuzahlen. Für ein Darlehen mit fünf Jahren Zinsbindung und drei Prozent Tilgung betragen die Raten nur etwa ein Fünftel. Dafür schuldet der Kreditnehmer der Bank nach fünf Jahren aber noch mehr als 25.000 Euro.

Doch häufig muss bei der Ablösung eines Bauspardarlehens noch eine weitere Klippe umschifft werden. Bauspardarlehen werden gerne als Zusatzfinanzierung genommen, wenn die Banken nur Kredite nur bis zu 60 Prozent des Immobilienwertes geben wollen. Bei der Bank bekommt der Häuslebauer seinen Kredit zu erstrangigen Konditionen. Das bedeutet, dass der Kredit im Grundbuch im ersten Rang eingetragen wird. Das Bausparkasse lässt ihr Darlehen im zweiten Rang eingetragen, was für sie ein höheres Risiko bedeutet. Denn sollte der Häuslebauer die Darlehen nicht zahlen können und das Haus muss verkauft oder versteigert werden, bekommt die Bank zuerst ihr Geld und die Bausparkasse muss nehmen, was übrig bleibt.

Wer nun das Bauspardarlehen im zweiten Rang ablösen will, muss eine Bank finden, die dazu bereit ist. „Banken gehen nicht gerne in den zweiten Rang“, weiß Elgin Gorissen-van Hoek, Vorstand und Baufinanzierungsexpertin im Bundesverbandes Finanz-Planer.

Doch es gibt einen verblüffenden Ausweg. Zurzeit werden Verbraucherkredite zur freien Verwendung bis zu 50.000 Euro Darlehensbetrag und mit bis zu sieben Jahren Laufzeit vereinzelt zu weniger als zwei Prozent Effektivzins angeboten. Noch größer ist das Angebot vor Darlehen in der Angebots-Zinsspanne von zwei bis drei Prozent.

Die Zinsen sind zwar etwa doppelt so hoch wie für ein Hypothekendarlehen. Dafür gibt es andere Vorteile: Der Grundbucheintrag entfällt. Der Kreditnehmer kann sich das Geld für den Notar, der den Wechsel des Kreditgebers ins Grundbuch einträgt, sowie die Gebühr für die Eintragung ins Grundbuch sparen. Mit einer maximalen Tilgungsdauer von 84 Monats decken die Ratenkredite annähernd die Restlaufzeit bereits zum Teil getilgter Bauspardarlehen ab.


Verbraucherkredite sind eine zinsgünstige Alternative

Und billiger als viele Bauspardarlehen sind diese Verbraucherkredite trotzdem noch. Wer zum Beispiel vor zwei Jahren ein Bauspardarlehen über 30.000 Euro zu 3,99 Prozent Effektivzins aufgenommen hat und dieses binnen acht Jahren zurückzahlen muss, zahlt rund 365 Euro Monatsrate. Schafft er es nun, die Restschuld von 23.350 Euro mit einem Verbraucherkredit zu Spitzenkonditionen von 1,89 Prozent Zinsen über sechs Jahre zurückzuzahlen, spart er rund 250 Euro im Jahr.

Wer solche Top-Zinsen haben will, muss der Bank erst eine erstklassige Bonität nachweisen. Wie schwer das ist, lässt sich an einer anderen Kennziffer ablesen. Die Banken müssen in ihren Angeboten auch den Zins nennen, den zwei Drittel ihrer Kunden erreichen. Das verlangt Paragraf 6 Preisangabenverordnung. Er wurde eingeführt, damit Banken nicht nur mit sogenannten „Schaufensterkonditionen“, die am Ende keiner erhält, um Kunden werben. Nun bekommen potenzielle Kunden zumindest ein Gefühl, wo die Bonitätsanforderungen besonders groß sind.

Die Direktbank Barclaycard, die auf dem Internet-Vergleichsportal Check24 am Freitag mit 1,89 Prozent Effektivzins ganz weit vorn lag, bezifferte nach dieser Zwei-Drittel-Regelung den Effektivzins auf 4,15 Prozent. Die Bank of Scottland bot zur gleichen Zeit 1,95 Prozent Darlehenszinsen, und zwei Drittel ihrer Kunden erreichten 3,85 Prozent Zinsen. Noch größer ist die Wahrscheinlichkeit, mit der SWK Bank ins Geschäft zu kommen, wenn man 2,2 Prozent Zinsen akzeptiert.

Für Bankkunden gilt daher zwar immer die Devise: Je geringer die eigene Bonität, desto höhere Zinsen muss man akzeptieren. Dennoch lohnt sich der Angebotsvergleich: Welchen Zinssatz ein Institut gemessen an der Bonität eines Kunden für angemessen hält, das kann sich signifikant unterscheiden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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