K+S-Chef Norbert Steiner: "Deutlich unter Vorjahr"

K+S-Chef Norbert Steiner: "Deutlich unter Vorjahr"

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K+S- Chef Norbert Steiner

K+S-Chef Norbert Steiner zur fehlenden Ergebnisprognose des Düngemittel- und Salzkonzerns und zum Risiko einer Kapitalerhöhung.

WirtschaftsWoche: Herr Steiner, K+S-Aktien galten lange als Börsenfavorit. Nach zuletzt schwachen Zahlen drehen nun viele Anleger den Daumen nach unten. Waren Sie bisher zu optimistisch?

Steiner: Unser Ziel ist es, den Anlegern ein realistisches Bild unseres operativen Geschäfts zu vermitteln. Schon im Juni, also sehr frühzeitig, haben wir gesagt, dass wir im zweiten Halbjahr noch keine Normalisierung bei der Nachfrage nach Düngemitteln erwarten. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

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Wer mit K+S auf den großen Agrarboom setzte, erlebt derzeit herbe Rückschläge. Stimmt die Wachstumsstory überhaupt noch?

Auch wenn die Unsicherheit noch etwas anhalten mag, die Megatrends auf den Agrarmärkten sind absolut intakt. Eine steigende Weltbevölkerung, veränderte Ernährungsgewohnheiten in den Schwellenländern und die größere Bedeutung von nachwachsenden Rohstoffen sprechen mittel- und langfristig für einen wieder steigenden Düngemittelverbrauch.

Auf dem wichtigen indischen Markt sehen wir schon wieder eine größere Mengennachfrage, das signalisiert den Weg zurück zur Normalität. Eine ähnliche Entspannung registrieren wir in Südamerika und Ostasien.

In Europa läuft das Geschäft aber zäh – und hier liegt immer noch der Schwerpunkt von K+S.

Die vor allem 2008 stark gestiegenen Düngemittelpreise und die erheblichen Preisschwankungen bei Agrarprodukten haben die Landwirte hierzulande stark verunsichert. Viele sind vorsichtig und halten sich mit dem Kauf von Düngemitteln zurück.

Bis wann rechnen Sie dann wieder mit einer höheren Nachfrage und mehr Bestellungen?

Wenn die Grunddüngung im Boden zurückgeht, muss sie früher oder später ausgeglichen werden, damit die Erträge stimmen. Für 2010 erwarten wir noch keine vollständige Normalisierung der Düngermärkte, dies dürfte voraussichtlich erst 2011 der Fall sein. Unterm Strich wird die Branche schrittweise auf ihren Wachstumstrend zurückkehren, der im langjährigen Durchschnitt bei drei bis vier Prozent pro Jahr liegt.

Für 2009 müssen sich Anleger aber zunächst auf schlechte Zahlen einstellen? 

In diesem Jahr wird unser Umsatz spürbar sinken und das Ergebnis noch stärker als die Erlöse zurückgehen.

Das ist keine echte Prognose.

Da die Märkte derzeit so unsicher sind, können wir die Entwicklung vorerst nicht genauer konkretisieren.

Mit der Übernahme der amerikanischen Morton Salt baut K+S das Salzgeschäft aus. Ist das nicht gerade jetzt schwierig, da die öffentliche Hand sparen muss – und auch von Ihrem Kernprodukt Auftausalz eher weniger kauft?

Die Straßenverwaltungen brauchen Auftausalz um die Sicherheit auf den Straßen im Winter gewährleisten zu können. Das hängt eher vom Wetter ab als von der Kassenlage. Zudem haben wir nicht nur Auftausalz im Angebot, sondern auch Speisesalze und Salze für andere industrielle Anwendungen. Und gerade Morton Salt erschließt uns in den Vereinigten Staaten und in Kanada mit seinem zentralen Einzugsgebiet südlich und nördlich der Großen Seen eine ausgesprochen wintersichere Region.

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