Wölbern-Skandal: Staatsanwaltschaft lässt Ex-Anwälte von Bird & Bird festnehmen

Wölbern-Skandal: Staatsanwaltschaft lässt Ex-Anwälte von Bird & Bird festnehmen

, aktualisiert 17. Oktober 2016, 13:53 Uhr
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Heinrich Maria Schulte, ehemaliger Chef von Wölbern Invest.

von Gertrud HusslaQuelle:Handelsblatt Online

Knapp 150 Millionen Euro hat das Fonds-Haus Wölbern Invest aus Immobilienfonds gezogen und den Anlegern gestohlen. Der Chef sitzt längst in Haft, jetzt gab es weitere Festnahmen. Darunter auch Ex-Anwälte von Bird & Bird.

Es war einer der größten Anlegerskandale der letzten Jahre, und er führte zu eine der größten Wirtschaftsstrafen in der deutschen Geschichte: Zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte das Oberlandesgericht Hamburg den Medizinprofessor Heinrich Maria Schulte, weil sein Fondshaus Wölbern Invest einen dreistelligen Millionenbetrag aus rund 30 Immobilienfonds veruntreut hatte. 30.000 Anleger waren dabei um die Mieteinkünfte ihrer Fonds geprellt worden.

Nun hat das Rechtsportal Juve erfahren: Auch drei Berater und Helfer von Schulte wurden in den letzten Tagen verhaftet. Darunter zwei damalige Anwälte der Kanzlei Bird& Bird, die Schulte beraten hatten: die Rechtsanwälte Ole Brühl und Tobias Moerchen. Auch der frühere Generalbevollmächtigte von Wölbern Invest, Thomas Kühl, wurde festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat das Juve in einer E-Mail bestätigt.

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Der Vorwurf der Staatsanwälte: Untreue oder zumindest Beihilfe zur Untreue in besonders schwerem Fall. Es bestehe Fluchtgefahr. Wie Juve weiter berichtet, wurden die Hamburger Kanzleiräume von Bird & Bird untersucht. Bereits im Strafprozess gegen Schulte hatte die Hamburger Staatsanwaltschaft die Rolle von Schultes Beratern und Helfern im Umgang mit den Fondsgeldern der Anleger beschrieben.

Wölbern Invest Klares Signal war überfällig

Der frühere Chef des insolventen Fondsinitiators Wölbern Invest, Heinrich Maria Schulte, ist zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt worden. Ein wichtiges und notwendiges Signal der Justiz.

Heinrich Maria Schulte, ehemaliger Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Wölbern Invest, zwischen seinen Anwälten vorm Hamburger Landgericht. Quelle: dpa

Rund 900 Millionen Euro hatten Anlege in Wölbern Invest Fonds investiert. Ab Ende 2011 waren ihnen Entnahmen aus ihren Fonds aufgefallen, bilanztechnisch durch wertlose Anleihen einer niederländischen Wölbern-Invest-Tochter ersetzt. Schulte hatte die Anleihen für die niederländische Tochter aufgelegt, als Chef des Fondshauses zeichnete er sie.

Laut einer Zivilklage der Fonds gegen Bird & Bird waren die damaligen Anwälte von Bird & Bird dabei die Ideengeber. Thomas Kühl hat dann die Transaktionen technisch umgesetzt. Die Anleger hatten sich ab 2012 untereinander organisiert und darum gekämpft, selbst in die Bücher schauen zu können und Klage eingereicht.

Laut Juve hat Bird & Bird die Durchsuchung der Kanzlei bestätigt. Man kooperiere „voll und ganz“ mit den Behörden in dieser Sache. Ole Brühl war bislang noch Anwalt der Kanzlei. Ob Bird & Bird an ihm festhalte, dazu gab die Kanzlei keine Stellungnahme ab, so der Bericht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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