Süßwasser-Aquakulturen: Forellen aus dem Schwimmbad

Süßwasser-Aquakulturen: Forellen aus dem Schwimmbad

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Fischen in einem Teichgut

Süßwasser-Aquakulturen in Dänemark produzieren mehr Fisch mit weniger Wasser und Medikamenten.

Früher kamen die Regenbogenforellen von Knud Kongsted aus dem Teich, heute aus dem Schwimmbad. Das schont die Umwelt und bringt mehr ein. Seit der dänische Züchter die Fische nicht mehr in künstlichen Seen, sondern in Schwimmbassins aus Beton aufzieht, sind Ertrag und Effizienz seiner Anlagen deutlich gestiegen. Vor drei Jahren ließ Kongsted die größte seiner drei Fischfarmen in Brørup im Rahmen eines Modellprojekts umbauen. „Vor vier Jahren habe ich in dieser Anlage mit vier Leuten und einer Wasserzufuhr von 2000 Litern pro Sekunde jährlich 500 Tonnen Fisch großgezogen. Mittlerweile produziere ich mit zwei Mitarbeitern und nur noch 100 Liter Frischwasser pro Sekunde doppelt so viel“, sagt Kongsted.

Und Dänemarks Fischzüchter setzen alles daran, ihre Anlagen weiter zu optimieren. Das kleine Land ist mit einer Jahresproduktion von 36.000 Tonnen Forellen nach den Statistiken des Verbandes der europäischen Aquakultur-Produzenten heute nach Italien das zweitgrößtes Zuchtgebiet für Forellen in der EU. Mithilfe der Kreislaufwirtschaft soll die Produktion weiter erhöht werden, ohne die Umwelt zu belasten. Statt in Seen, die mit Frischwasser versorgt werden müssen, wachsen die Fische in Betonbecken zur Schlachtreife heran. Um organische Stoffe wie Kot und Futterreste zu entfernen, wird das Wasser laufend über Filter gereinigt – daher der Name Kreislaufwirtschaft. „Das Grundwasser, das aus vier bis zwölf Meter Tiefe hochgepumpt wird, hat konstant die gleichen Nährwerte“, sagt Kongsted und lehnt sich gegen den Rand eines riesigen Brunnens. „Die Qualität von Flusswasser hingegen schwankt. Das Wasser muss deshalb laufend untersucht und behandelt werden.“

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Durch den Einsatz von Grundwasser braucht Kongsted kaum noch Medikamente einzusetzen, um Epidemien in den Fischbeständen zu verhindern. Bis Juni will er alle drei Anlagen auf Kreislaufwirtschaft umstellen. Die Jahresproduktion soll darüber von 2500 auf über 3000 Tonnen Fisch steigen. Zehn Prozent der in Dänemark gezüchteten Forellen, die größtenteils nach Deutschland exportiert werden, kommen dann von seinen Farmen.

Nicht nur Forellenzüchter profitieren von der Kreislaufwirtschaft. „Durch rezirkulierende Zuchtanlagen könnte sich die Produktion anderer Fischsorten binnen fünf Jahren verdreifachen“, hofft Mogens Schou vom dänischen Landwirtschaftsministerium. Die Regierung fördert deshalb die Umstellung der bestehenden Aquakulturen auf das umweltfreundliche System. Kongsted wurden 20 Prozent seiner Kosten von fünf Millionen Euro erstattet.

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