Basiskonten : Volksbank Karlsruhe reagiert, die Targobank nicht

Basiskonten : Volksbank Karlsruhe reagiert, die Targobank nicht

, aktualisiert 20. September 2016, 14:04 Uhr
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Auch die Targobank hat eine Abmahnung von Verbraucherschützern kassiert. Deren Kritik: Das Basiskonto ist zu teuer. Die Targobank aber lenkt nicht ein, sondern verteidigt ihren Preis. Anders die Volksbank Karlsruhe.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat sechs Banken wegen zu teurer Basiskonten abgemahnt. Einzig die Volksbank Karlsruhe zeigt sich auf Anhieb einsichtig und senkt die Gebühr.

Frankfurt Seit genau drei Monaten haben alle EU-Bürger das Recht auf ein so genanntes Basiskonto. Angemessene und marktübliche Preise sollen diese Konten haben. Doch das ist nicht immer Fall. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat sechs deutsche Banken wegen zu teurer Basiskonten abgemahnt, wie am Dienstag mitteilte. Ihre Preisgestaltung sei „mit der gesetzlichen Regelung nicht vereinbar“, argumentiert die Verbraucherzentrale Bundesverband.

Eine Abmahnung kassiert haben die Deutsche Bank, die Postbank, die Targobank, die Sparkasse Holstein, die Volksbank Karlsruhe und die BBBank. Sie müssen die Gebühren für ihre Basiskonten ändern, sonst droht ihnen eine Klage der Verbraucherschützer.

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Das wird der Volksbank Karlsruhe nicht passieren. Sie hat bereits reagiert. Man habe das monatliche Entgelt für ihr Basiskonto gesenkt und an die Konto-Variante „Komfort-Konto“ angepasst, teilte das Geldhaus mit. Das heißt, dass das Basiskonto jetzt 5,90 Euro statt bisher 7,90 Euro kostet. Die Volksbank folge damit dem Vorschlag der Verbraucherschützer, hieß es weiter.

Die anderen Kreditinstitute, die auf die Anfrage des Handelsblatts antworteten, gehen nicht so weit. Jedenfalls noch nicht – oder sie verteidigen ihre Gebühren für das Basiskonto. Das gilt beispielsweise für die Targobank, deren Basiskonto 8,95 Euro pro Monat kostet. Der Gesetzgeber verlange eine „angemessene und marktübliche“ Bepreisung des Basis-Kontos, ohne dies weiter zu konkretisieren, so die Bank. „Darüber hinaus formuliert der Gesetzgeber den Anspruch, dass durch das Basis-Konto ein möglichst breiter Nutzerkreis, also sowohl online- wie auch filialaffine Kunden, angesprochen werden soll.“ Für die Kunden passe das „Komfort-Konto“ der Bank am besten, das ebenfalls 8,95 Euro pro Monat kostet – es sei denn, der Kunde kommt auf einen Gehaltseingang von mindestens 2000 Euro.

„Die Bepreisung halten wir für angemessen, da der Kunde hiermit ein transparentes Komplettangebot ohne versteckte Zusatzkosten erhält“, so die Targobank weiter. Im Fall der Targobank trifft die Kritik der Verbraucherschützer zu, dass auch diejenigen, die ein Basiskonto nur online führen wollen, denselben Preis zahlen wie andere Kunden der betreffenden Bank, die die Filialen besuchen wollen. Sie monieren zudem, dass Basiskonten bei einigen Geldhäusern teurer sind als vergleichbare Konten.


Oft sind die Preise nicht transparent

Die genossenschaftliche BBBank meint ebenfalls, dass ihr Preis für das Basiskonto angemessen und marktüblich sei. Gleichwohl prüft die Bank die Sache derzeit rechtlich. Sie verlangt Für das drei Euro pro Monat für das Basiskonto berechnen, zudem aber für jede Überweisung und Lastschrift noch 75 Cent. Die die Sparkasse Holstein wiederum will sich noch nicht weiter äußern und erst einmal mit der Verbraucherzentrale Bundesverband über die Abmahnung diskutieren.

Ein Basiskonto ist ein Konto auf Guthabenbasis gemeint, also ohne Verschuldungsmöglichkeit. Für Politiker ist ein Girokonto Voraussetzung, um am wirtschaftlichen Leben teilzuhaben. Auch deshalb gibt es die gesetzliche Pflicht, ein Basiskonto anzubieten, der sich die Banken nicht entziehen können. Nach Schätzung der Bundesregierung hatten zuletzt mehr als eine Million Menschen in Deutschland kein Girokonto.

Eine Untersuchung der FMH-Finanzberatung hatte bereits um Juli gezeigt, dass einige Kreditinstitute vergleichsweise hohe Gebühren für Basiskonten verlangen. Bei etlichen Geldhäusern koste ein Basiskonto demnach pro Monat acht Euro und mehr. Auch seien die Kosten nicht immer auf der Internetseite der jeweiligen Banken leicht zu finden, hieß es in der Untersuchung. Bei vielen Geldhäusern zeige erst ein Blick ins Preis- und Leistungsverzeichnis, wie teuer Basiskonten sind und welche Extrakosten es womöglich gebe.

Damals war auch schon aufgefallen, dass die Deutsche Bank mit 8,99 Euro pro Monat für ein Basiskonto zu den teuren Geldhäusern zählte, zumal Überweisungen per Papierbeleg noch einmal 1,50 Euro kosteten. Günstig war das gegeben vor allem die Onlinebank ING-Diba, bei der das Basiskonto wie das das Girokonto für andere Kunden kostenlos ist.

Ganz oben in der Preisliste rangierte in der FMH-Untersuchung die Gladbacher Bank: Kunden müssten ehemals für das Basiskonto 15 Euro berappen. Auch sie hat bereits reagiert und die Gebühr auf 8,50 Euro gesenkt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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