Pflege: Wohin mit Oma, Opa, Onkel und Tante?

Pflege: Wohin mit Oma, Opa, Onkel und Tante?

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Eine Pflegerin schiebt eine alte Frau im Rollstuhl über den Flur eines Seniorenheims

von Anke Henrich

Deutschlands größter Wachstumsmotor sind nicht Elektroautos oder Solarzellen, sondern alte Menschen. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt bis zum Jahr 2020 auf 2,9 Millionen Menschen. Der Bundesregierung wächst das über den Kopf.

Das Wifor-Institut der Technischen Universität Darmstadt hat nachgerechnet: Gab es in Deutschland vor drei Jahren noch 700.000 Pflegefälle, werden es bis zum Jahr 2020 rund 2,9 Millionen, bis zum Jahr 2050 gar 4,5 Millionen hilfsbedürftige Menschen sein. Nicht allein die Anzahl könnte zum Problem werden. Hinzu kommt ein wesentlicher Unterschied zu den Pflegebedürftigen von heute: Zur Zeit sind rund 54 Prozent von ihnen älter als 80 Jahre, 2050 werden es dank der steigenden Lebenserwartung 78 Prozent sein.

Schon jetzt ist klar, dass die bisherige obligatorische Pflegeversicherung, in die jeder privat oder gesetzlich Krankenversicherte einzahlt, diese steigenden Kosten nicht tragen kann. Union und FDP haben deshalb in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Versicherten künftig eine zweite Pflegeversicherung finanzieren müssen.  Mit dem angesparten Geld der Versicherten als zweite Säule zur Absicherung des Pflegerisikos sollen die steigenden Kosten abgedeckt werden. Die CSU hat sich bereits skeptisch zu der kapitalgedeckten Zusatzversicherung geäußert. „Wir müssen uns sehr genau anschauen, ob die Bürokratiekosten bei der Kapitaldeckung in einem angemessenen Verhältnis zu den Beiträgen stehen“, sagte Unions-Fraktionsvize Johannes Singhammer (CSU). "Sind die Beiträge gering, dürfte das Verhältnis ungünstig sein. Müssen die Beiträge hoch angesetzt werden, damit sich das Verfahren überhaupt lohnt, benötigt man für Geringverdiener aber einen Ausgleichsmechanismus“. Klar sei jedoch, dass es angesichts leerer Kassen keine zusätzlichen Steuermittel für einen Sozialausgleich gebe.

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Arbeitgeber zufrieden

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat dagegen die Koalitionspläne für eine kapitalgedeckte Zusatzversicherung in der Pflege ausdrücklich begrüßt. „Wir haben derzeit das Problem, dass der Aufschwung durch gar keine zusätzlichen Kosten belastet werden darf, weder durch Steuern noch durch Abgaben“, sagte Hundt am Dienstag im Deutschlandfunk. Doch nicht nur die Finanzierung ist noch ungeklärt. Der Branche ist noch völlig unklar, woher das nötige und entsprechend qualifizierte Personal kommen soll. Kaum eine Ausbildung erscheint vielen Jugendlichen so uninteressant wie die zum Altenpfleger oder zur Altenpflegerin. Was nicht nur an der körperlichen und seelischen Belastung liegt, sondern auch daran, dass sich viele Anbieter der Branche lange einem Mindestlohn verweigert haben.

Unterdessen hat der Deutsche Pflegerat dringend Reformen angemahnt, um mehr Fachkräfte für die Pflege zu gewinnen. „Wenn wir nicht gegensteuern, werden 2020 allein im stationären Bereich 140.000 Fachkräfte fehlen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus, der "Rheinischen Post“. In den Schulen müsste in der siebten und achten Klasse für Pflegeberufe geworben werden. Für ältere Beschäftigte forderte er ein betriebliches Gesundheitsmanagement, damit die Kräfte bis 65 oder künftig sogar bis 67 in der Altenpflege tätig sein könnten.

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