Renteneintritt: Wofür wir freiwillig länger arbeiten würden

Renteneintritt: Wofür wir freiwillig länger arbeiten würden

von Heike Schwerdtfeger

Eine Studie zeigt: Arbeitnehmer würden länger arbeiten - wenn ihnen die zusätzlich verdiente Rente in einer großen Summe anstelle eines monatlichen Betrags ausgezahlt würde. Die Politik sollte sich das Modell ansehen.

„Ich will raus“ - das teilten im vergangenen Jahr schon 206.000 Arbeitnehmer im Alter um die 63 Jahre ihrem Arbeitgeber mit. Aber immer mehr Betriebe sind nicht begeistert, wenn Arbeitnehmer mit Anfang 60 an ein gemütliches Rentnerdasein denken und vorzeitig ihren Job aufgeben wollen.

Auch für die Rentenkasse wird es schwierig, wenn die Menschen immer älter werden, aber früh mit der Arbeit aufhören - und so immer länger Rente bekommen. Auch, wenn sie dafür Abschläge in Kauf nehmen müssen.

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Große Summe statt kleiner Raten

Wissenschaftler fanden jetzt heraus, dass es einen ordentlichen Anreiz gibt, um Arbeitnehmer doch länger im Job zu halten: Es geht natürlich ums Geld. Eine höhere monatliche Rentenzahlung hat dabei nur einen geringen Stellenwert.

„Könnten sie aber statt der höheren monatlichen Rente eine gleichwertige Einmalzahlung in einer Summe erhalten, würden sie sich im Schnitt für einen neun Monate späteren Rentenbeginn entscheiden“, sagt Raimond Maurer, Professor an der Frankfurter Goethe-Universität am Lehrstuhl für Investment, Portfolio Management und Alterssicherung.

Zu diesem Ergebnis kam er in einer Studie, für die er 2500 US-Arbeitnehmer im Alter zwischen 40 und 70 Jahren befragte - und deren Erkenntnisse auch für deutsche Politiker und Sozialversicherungsexperten interessant sein dürften.

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„Da das deutsche Altersvorsorgesystem dem US-System ähnelt, lassen sich die Ergebnisse durchaus auf Deutschland übertragen, aber natürlich müsste man dies mit einem deutschen Datensatz erst testen“, sagt Maurer vorsichtig optimistisch.

43 Prozent mehr Rente ab 67

In den USA können Arbeitnehmer wählen, wann sie staatliche Rente beantragen möchten. Dies kann frühestens mit 62 Jahren und spätestens mit 70 Jahren geschehen. Wer beispielsweise erst mit 67 Jahren seine Rente beantragt, erhält eine um 43 Prozent höhere monatliche Zahlung als wenn er dies bereits mit 62 Jahren getan hätte. Trotzdem entscheiden sich viele Menschen (mehr als ein Drittel) bereits mit 62 Jahren dazu, die Rente zu beantragen.

  • Auch in den USA steigt die Lebenserwartung und der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung wird künftig abnehmen. Die USA stehen also vor ähnlichen demographischen Problemen wie Deutschland.
  • Auch in den USA stellt man sich die Frage, wie sich die Bereitschaft zur längeren Erwerbstätigkeit und zu einem späteren Bezug der staatlichen Rente steigern lässt.
  • Höhere Kosten als Anreiz kann es nicht geben, da die Rentenkassen schon strapaziert sind. Also muss mit den vorhandenen Mitteln ein Anreiz geschaffen werden. Der besteht darin, die Rente erst später zu beantragen und dann aber in den Genuss einer höheren Einmalzahlung („lump sum“) anstelle einer höheren monatlichen Rente zu kommen.

Ein paar Extras gönnen

Rentner sind oft über die mickrige Rente enttäuscht, die sie mit 63 oder 65 bekommen. Mit mehr Geld könnten sie sich ein paar Extras im Alter gönnen. Häufig sind sie auch nicht ganz korrekt über die Einbußen aufgeklärt worden, die ihnen insgesamt beim vorzeitigen Jobausstieg drohen.

Vor allem in den letzten Arbeitsjahren haben die meisten Angestellten höhere Einkommen und sammeln so noch ordentlich Entgeltpunkte, auf deren Basis die spätere Rente in Deutschland berechnet wird. Aber die Rentenversicherung schummelt sich mit dem Durchschnittsrentner um viele bittere Pillen für Gutverdiener herum.

Wer mit 63 statt 67 in Rente geht, muss Abschläge bei der Monatsrente in Kauf nehmen, die häufig nur mit relativ geringen 14 Prozent angesetzt werden.

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