WSI-Studie : Viele Haushalte haben nur für wenige Wochen Rücklagen

WSI-Studie : Viele Haushalte haben nur für wenige Wochen Rücklagen

, aktualisiert 14. November 2017, 14:25 Uhr
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Die meisten Deutschen haben kein nennenswertes Vermögen, aus dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten könnten.

Quelle:Handelsblatt Online

Müssten sie auf jedes Einkommen verzichten und sich nur aus Erspartem finanzieren, würden viele Deutsche nur ein paar Wochen ihren Lebensstandard halten können. Doch fünf Prozent der Deutschen können ganz gelassen sein.

BerlinViele Menschen in Deutschland könnten sich einer Studie zufolge allein von ihrem Vermögen nur kurze Zeit finanziell über Wasser halten. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Verteilungsbericht des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts hervor.

„Während rund ein Drittel der Haushalte in Deutschland maximal Rücklagen für einige Wochen oder wenige Monate hat, könnten Haushalte am oberen Ende der Skala mindestens zwei Jahrzehnte durchhalten.“ Vermögen sei hierzulande sehr ungleich verteilt und sollte Familien eigentlich die Möglichkeit geben, bei Arbeitslosigkeit oder längerer Krankheit notfalls ohne laufende Einkommen ihren Konsum bestreiten zu können.

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Die WSI-Forscher untersuchten, wie lange Haushalte den hypothetischen Extremfall durchhalten könnten, wenn sie auf jedes Einkommen aus Job, Rente oder Sozialtransfer verzichten müssten und stattdessen ihr komplettes Vermögen aufzehren würden. Rund 30 Prozent könnten trotz oft geringer Konsumausgaben maximal wenige Wochen oder Monate überbrücken, „weil sie kein nennenswertes Vermögen besitzen oder unter dem Strich sogar verschuldet sind“. Weitere 20 Prozent könnten sich höchstens knapp zwei Jahre über Wasser halten.

Ein Jahr und elf Monate sei der Mittelwert für alle Haushalte. Bei zehn Prozent reicht dem WSI zufolge das Vermögen dafür, den oft hohen Lebensstil mindestens 13 Jahre aufrecht zu erhalten, fünf Prozent gelingt das sogar mindestens mehr als 21 Jahre lang.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Mehrzahl der Haushalte über keine oder nur über eine sehr eingeschränkte private Absicherung durch Vermögen verfügt", sagte WSI-Direktorin Anke Hassel. Während bei vielen Menschen die finanzielle Autonomie auch bei sparsamer Lebensführung nur einige Wochen reichen würde, „haben andere über ein Jahrzehnt und manche sogar mehr als zwei Jahrzehnte zur Verfügung und können gleichzeitig weitaus mehr ausgeben.“

Ostdeutsche Haushalte würden laut Studie mit ihrem Vermögen nur halb so weit kommen wie westdeutsche. Ältere haben demnach zwar im Mittel mehr Polster, aber auch bei ihnen ist jeder fünfte Haushalt unbedingt aufs laufende Einkommen angewiesen. Alleinerziehende hätten besonders geringe Möglichkeiten, Einkommensausfälle über Vermögen auszugleichen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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