Gutes Jahr für Windkraft: Kühles Wetter erhöht Energieverbrauch

Gutes Jahr für Windkraft: Kühles Wetter erhöht Energieverbrauch

, aktualisiert 07. Januar 2016, 16:04 Uhr
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Der Ausbau der erneuerbaren Energien laufe gut im Plan, so der Chef der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Uwe Maaßen, gegenüber der dpa.

Quelle:Handelsblatt Online

In Deutschland wird seit einigen Jahren tendenziell weniger Energie verbraucht. 2015 stiegen die Werte dagegen leicht an. Jetzt wächst die Bevölkerung durch die Zuwanderung: Steigt der Energiekonsum weiter an?

Köln/BerlinDer Energieverbrauch in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Er legte um 1,3 Prozent auf 455 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) zu. Dies sei vor allem auf die kühlere Witterung gegenüber dem sehr milden Vorjahr und den damit verbundenen höheren Bedarf an Heizenergie zurückzuführen, teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in Köln mit. „Im mehrjährigen Vergleich bewegt sich der Energieverbrauch auf niedrigem Niveau“, sagte Geschäftsführer Uwe Maaßen der Deutschen Presse-Agentur.

Energie werde immer effizienter eingesetzt. Deshalb hätten sich das Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent und der Zuzug von rund einer Million Menschen kaum auf den Energiekonsum ausgewirkt. Bereinigt um den Temperatureffekt wäre der Verbrauch wohl um 1,5 bis 2 Prozent gesunken, hieß es. Die CO2-Emissionen nahmen im vergangenen Jahr laut den vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft geringfügig zu.

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Maaßen erwartet jedoch, dass die wachsende Bevölkerung den Trend zu weniger Energiekonsum bremsen könnte. „Die Bevölkerungsentwicklung wirft viele Prognosen über den Haufen.“ Schätzungen seien schwierig.

Es sei nicht absehbar, wie viele Flüchtlinge 2016 nach Deutschland kommen und wie viele auch bleiben würden. „Diese Menschen brauchen zunächst Wohnung und Heizung, aber irgendwann fahren sie auch mit dem Auto“, sagte Maßen. „Deshalb geht der Energieverbrauch vielleicht nicht so schnell zurück, wie sich das mancher gewünscht hätte.“

Im Energiemix waren die erneuerbaren Energien mit einem Plus von 10,5 Prozent 2015 der größte Gewinner. Ihr Anteil am gesamten Verbrauch betrug 12,6 Prozent, nach 11,5 Prozent im Vorjahr. „Es war ein sehr gutes Windjahr“, sagte Maaßen. Die wichtigsten Energieträger blieben Mineralöl (33,8 Prozent) und Erdgas (21,0 Prozent).

Am stärksten rückläufig war mit minus 5,8 Prozent die Kernenergie, die noch 7,5 Prozent zur deutschen Energieversorgung beisteuerte. Der Verbrauch von Steinkohle und Braunkohle veränderte sich nur wenig; sie trugen zusammen rund ein Viertel des Verbrauchs.

Bezogen auf die Stromerzeugung lagen die erneuerbaren Energien bei 30 Prozent, nach 25,9 Prozent im Vorjahr. Das entspricht einem Anteil von 32,5 Prozent an der Deckung des Stromverbrauchs in Deutschland; die Differenz erklärt sich durch Stromexporte. „Damit liegt der Ausbau der erneuerbaren Energien gut im Plan“, sagte Maaßen. Bis 2025 soll der Anteil der regenerativen Träger am Stromverbrauch zwischen 40 und 45 Prozent und bis 2035 zwischen 55 und 60 Prozent betragen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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