Aktien weekly: US-Steuerreform auf Zielgerade. Aktienmarkt reagiert positiv. Jerusalem belastet

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Aktien weekly: US-Steuerreform auf Zielgerade. Aktienmarkt reagiert positiv. Jerusalem belastet

Die amerikanischen Aktienmärkte konnten in letzten Tagen von der bevorstehenden Steuerreform in den USA profitieren. Dagegen lastete die US-Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen  sowie die Drohung Nordkoreas, dass ein Krieg mit den USA unausweichlich sei, auf den Märkten. Der S&P 500 notiert gegenwärtig bei 2629 Punkten und damit im Vorwochenvergleich um 0,006  % im Minus. Weniger enthusiastisch reagierten dagegen die europäischen Aktienmärkte auf die Pläne der US-Regierung. Der deutsche Leitindex DAX notiert rund 0,01 % tiefer bei 13.027 Punkten und der Eurostoxx 50 bei 3.527 Zählern, ein Minus von 0,02 %.

Kern der Änderungen der US-Steuergesetzgebung die Senkung der Unternehmenssteuer von 35% auf 20% - dem niedrigsten US-Unternehmenssteuersatz seit Beginn des zweiten Weltkriegs. Aber auch die Privathaushalte sollen entlastet werden. Davon verspricht sich die Regierung mehr Wachstum. Sollten die niedrigeren Steuern für Unternehmen wie erhofft zu einem stärkeren Wachstum führen – Schätzungen erwarten einen Anstieg des BIP um 3 bis 5% in den kommenden zehn Jahren –, dann würde dies naturgemäß auch höhere Steuereinnahmen generieren. Unter diesen Voraussetzungen würde der Schuldenberg der USA laut den Prognosen aber trotzdem um rund 1 Bio. US-Dollar ansteigen.

Für die Aktienmärkte erwarten wir mittelfristig positive Impulse von der Steuerreform. Besonders dürften Unternehmen profitieren, deren Steuerlast in den vergangenen Jahren besonders hoch war. Darunter dürften zum Beispiel Unternehmen im Versorgungs- und Transportsektor sowie in der Immobilienbranche fallen. Aber auch als sogenannte Zykliker - Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsverlauf überdurchschnittlich stark von der konjunkturellen Entwicklung abhängen –, dürften von der Steuerreform profitieren. Ein Blick auf frühere Steuersenkungen zeigt, dass dieser Effekt vor allem in den ersten zwei Jahren nach der Anpassung in Form höherer Cashflows, Gewinnen und Investitionsausgaben zum Ausdruck kommt. Sinkende Steuersätze waren in den vergangenen 40 Jahren zudem ein maßgeblicher Treiber bei der Eigenkapitalrendite des S&P 500 (ex-Financials) und folglich der Indexentwicklung. Ohne eine Steuersenkung wäre daher in nächster Zeit nicht mehr mit starken Zuwächsen bei der Eigenkapitalrendite amerikanischer Unternehmen zu rechnen. Berechnungen zufolge dürfte eine Steuersenkung auf 20 % (effektiv) die Eigenkapitalrendite um 100 Basispunkte erhöhen (Vgl. Finanzmarkttrends November 2017, 8.11.2017).

Diesseits des Atlantiks dürfte die bevorstehende Steuersenkung insbesondere bei Universalbanken mit Niederlassungen in den USA für große Aufregung sorgen. Da europäische Universalbanken seit der Finanzkrise hohe Verlustvorträge aus den Geschäften in den USA vor sich herschieben, wird eine Steuersenkung zu einer Neubewertung der latenten Steueransprüche führen. Dies sollte sich anfänglich negativ auf das Eigenkapital der Banken auswirken. Mittelfristig jedoch dürfte dieser negative Effekt auf die Bilanz durch höhere Nachsteuergewinne aufgrund der Steuersenkung neutralisiert werden. Amerikanische Pendants sind dagegen was die Nachwehen der Finanzkrise anbetrifft den europäischen Wettbewerbern ein deutliches Stück voraus, was sich auch an der Kursentwicklung der Aktien widerspiegelt.

In der kommenden Woche dürften sich die Märkte vor allem auf die Zinssitzung der US-Notenbank Fed konzentrieren, von der sich die Marktteilnehmer den nächsten Zinsschritt erhoffen. Dies könnte anfänglich, sofern der nächste Zinsschritt begangen wird, auf den Märkten lasten.

 

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