Afghanistan: Russland bietet USA und Nato neue Kooperation an

Afghanistan: Russland bietet USA und Nato neue Kooperation an

, aktualisiert 10. Februar 2017, 01:54 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die Regierung in Moskau zeigt sich bereit, die Zusammenarbeit am Hindukusch zu erneuern. US-General Nicholson plädiert in Washington für eine Aufstockung seines Truppenkontingents. Russland wirft er falsche Ziele vor.

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US-General John Nicholson plädierte vor einem Senatsausschuss für eine Aufstockung seines Truppenkontingents in Afghanistan.

Moskau/WashingtonRussland hat den USA und der Nato eine Zusammenarbeit in Afghanistan angeboten. Die Regierung in Moskau sei bereit, die Kooperation zu erneuern, um gemeinsame Ziele am Hindukusch zu erreichen, sagte Außenamtvertreter Samir Kabulow in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Tass.

Die Sicherheitslage verschlechtere sich und die afghanischen Sicherheitskräfte seien nicht in der Lage, sich der "bewaffneten Opposition" entgegenzustellen. "Unter solchen Bedingungen könnte ein hastiger Abzug von ausländischen Militärs unvorhersehbare Konsequenzen haben und jene minimalen positiven Ergebnisse zerstören, die in den vergangenen Jahren erreicht wurden."

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Der Kommandeur der amerikanischen und internationalen Streitkräfte in Afghanistan, US-General John Nicholson, plädierte vor einem Senatsausschuss in Washington für eine Aufstockung seines Truppenkontingents um mehrere Tausend Soldaten. Nur so sei die Oberhand über die radikalislamischen Taliban zu gewinnen. Gleichzeitig warf er aber Russland auch vor, den USA und der Nato in Afghanistan schaden zu wollen. Moskaus Ziel sei es, die Taliban zu "legitimieren und zu unterstützen".

Russische Regierungsvertreter haben solche Vorwürfe zurückgewiesen. Die wenigen Kontakte, die Russland zu den Taliban habe, seien dazu da, die Extremisten an den Verhandlungstisch zu bewegen.

Der ehemalige Präsident Barack Obama hatte den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan eingeleitet. Derzeit sind noch etwa 8400 US-Soldaten vor Ort. Obamas Nachfolger Donald Trump hat sich bislang nicht eindeutig positioniert, ob er die Entsendung zusätzlicher Soldaten nach Afghanistan genehmigen wird.

Quelle:  Handelsblatt Online
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