Amnesty International: Türkei soll täglich Hunderte Syrier abschieben

Amnesty International: Türkei soll täglich Hunderte Syrier abschieben

, aktualisiert 01. April 2016, 04:32 Uhr
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Laut Amnesty International soll die Türkei täglich Hunderte Syrier abschieben.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Menschenrechtsorganisation wirft der Türkei Massenabschiebung vor. Seit Januar sollen möglicherweise Tausende Flüchtlinge ausgewiesen worden sein. Der Pakt zwischen Ankara und der EU habe „fatale Mängel“.

AnkaraDie Türkei soll in den vergangenen Wochen massenhaft Flüchtlinge aus Syrien in das Bürgerkriegsland abgeschoben haben. Seit Januar seien fast täglich Männer, Frauen und Kinder in Gruppen von bis zu 100 Menschen gegen ihren Willen zurückgeschickt worden, berichtete die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Freitag. Die genaue Zahl der Abschiebungen sei nicht bekannt.

Diese Praxis lege „fatale Mängel“ im Pakt zwischen Ankara und Europäischen Union zur Eindämmung der Flüchtlingswanderungen in die EU offen, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Demnach legen Recherchen im türkisch-syrischen Grenzgebiet nahe, dass täglich rund 100 Syrer, die oft in der Türkei nicht registriert sind, des Landes verwiesen werden.

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Amnesty befürchtet, dass Tausende von Menschen betroffen sein könnten. „In einem Fall hat Ankara drei kleine Kinder ohne ihre Eltern nach Syrien abgeschoben, in einem anderen Fall wurde eine Frau, die im achten Monat schwanger war, zur Rückkehr nach Syrien gezwungen“, sagte Marie Lucas, Türkei-Expertin der Organisation in Deutschland.

Nachforschungen an der türkischen Südgrenze hätten gezeigt, dass die Türkei derzeit kein „sicherer Drittstaat“ für Flüchtlinge sei. Die EU-Mitgliedstaaten müssten Ankara deshalb umgehend auffordern, Flüchtlingen Schutz zu gewähren und Menschenrechtsverletzungen zu beenden. Bis dahin dürfe die EU Schutzbedürftige nicht bedenkenlos von Griechenland in die Türkei abschieben.

Eine zwischen der Europäischen Union und der Türkei getroffene Vereinbarung sieht vor, dass ab dem 4. April in Griechenland mit der Rückführung von Flüchtlingen in die Türkei begonnen werden soll.

Quelle:  Handelsblatt Online
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