Andrej Karlow: Entsetzen nach Attentat auf russischen Botschafter

Andrej Karlow: Entsetzen nach Attentat auf russischen Botschafter

, aktualisiert 20. Dezember 2016, 08:08 Uhr
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Türkei und Russland sehen in dem Anschlag einen Versuch, um ihre Annäherung zu verhindern.

Quelle:Handelsblatt Online

Andrej Karlow hielt in einer von seiner Botschaft gesponserten Fotoausstellung in Ankara gerade eine Rede. Plötzlich eröffnet ein bewaffneter Mann das Feuer, später stirbt der russische Botschafter. Weltweit wird die Bluttat verurteilt.

MoskauAuf das Attentat auf den russischen Botschafter in der Türkei hat die internationale Gemeinschaft mit Bestürzung reagiert. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Bluttat in Ankara scharf und forderte, Urheber und Drahtzieher zur Rechenschaft zu ziehen. Ähnlich äußerte sich der designierte US-Präsident Donald Trump. China nannte das Attentat einen „barbarischen Akt des Terrorismus.“ Die Türkei und Russland sahen in dem Anschlag einen Versuch, ihren Annäherungskurs zu torpedieren.

Der russische Botschafter Andrej Karlow war gerade im Begriff, am Montag auf einer Fotoausstellung in Ankara eine Rede zu halten, als ein Bewaffneter mindestens acht Schüsse auf ihn abfeuerte, wie ein anwesender AP-Fotograf berichtete. Der Angreifer habe „Allahu Akbar“ gerufen und auf türkisch „Vergesst Aleppo nicht, vergesst Syrien nicht“. Zudem beschädigte der Mann einige der ausgehängten Bilder. Als Karlow bereits am Boden lag, habe der Bewaffnete mindestens ein weiteres Mal aus nächster Nähe auf ihn geschossen.

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Unter den Anwesenden brach Panik aus, wie der AP-Fotograf weiter berichtete. Der private TV-Sender NTV meldete, drei weitere Menschen seien durch den Angreifer verletzt worden. Der Bewaffnete flüchtete zunächst in den zweiten Stock desselben Gebäudes. Dort habe er sich 15 Minuten lang einen Schusswechsel mit der Polizei geliefert, ehe diese ihn tötete, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Karlow wurde mit Schusswunden in ein Krankenhaus gebracht, wo er jedoch später starb, wie die russische Regierung mitteilte. Der 62-Jährige war 1976 in den diplomatischen Dienst eingetreten. Er diente unter anderem von 2001 bis 2006 als russischer Botschafter in Nordkorea. In der Türkei war er seit 2013 der Topdiplomat Russlands.


22-Jähriger Polizist als Attentäter identifiziert

Den Attentäter wurde später von den türkischen Behörden als ein 22 Jahre alter Polizist namens Mevlüt Mert Altintas identifiziert. Er sei seit zweieinhalb Jahren bei der Bereitschaftspolizei in Ankara tätig gewesen.

Das Attentat trug sich einen Tag vor einem Treffen der Außen- und Verteidigungsminister Russlands, der Türkei und des Irans. Thema der in Moskau geplanten Runde am (heutigen) Dienstag ist Syriens Zukunft. Russland und der Iran unterstützen Präsident Baschar al-Assad, die Türkei hat sich indes hinter dessen Gegner gestellt.

Die Bluttat von Ankara habe dazu dienen sollen, die erst kürzlich wieder normalisierten Beziehungen zwischen der Türkei und Russland zum Entgleisen zu bringen, sagten Vertreter beider Länder. Karlow habe sich sehr für diese Beziehungen eingesetzt, um die Krise zwischen beiden Ländern nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im Grenzgebiet durch die Türkei zu überwinden, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

Der UN-Sicherheitsrat sprach der Familie Karlows sein Beileid aus. Alle Formen des Terrorismus stellten eine schwerwiegende Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit dar, hieß es in einer Erklärung des Gremiums weiter.

Der designierte Präsident Trump sagte, der Mord an Karlow stelle eine „Verletzung aller Regeln der zivilisierten Ordnung“ dar.

Chinas Außenminister Wang Yi verurteilte das Attentat von Ankara. Die Volksrepublik sei zur Zusammenarbeit mit der Weltgemeinschaft bereit, um Russlands Bemühungen im Anti-Terror-Kampf zu unterstützen. In diesem Feld werde Peking die Kooperation mit Moskau verstärken, sagte Wang.

Quelle:  Handelsblatt Online
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