Brexit-Grundsatzrede: May will den EU-Binnenmarkt verlassen

Brexit-Grundsatzrede: May will den EU-Binnenmarkt verlassen

, aktualisiert 17. Januar 2017, 01:01 Uhr
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Warm anziehen für den Brexit? Am Dienstag hält die britische Premierministerin Theresa May eine Grundsatzrede über den Ausstieg aus der EU.

Quelle:Handelsblatt Online

Kurz bevor Theresa Mays Grundsatzrede zum Brexit sickern wesentliche Punkte durch. Offenbar steht die Kontrolle über britische Grenzen weit oben auf ihrer Agenda – und damit auch ein Austritt aus der Zollunion.

LondonDie britische Premierministerin Theresa May wird sich laut einem Medienbericht bei ihrer Grundsatzrede zum Brexit am Dienstag zum Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion bekennen. Dies gehöre zu den wichtigsten zwölf Verhandlungszielen, die May in ihrer Rede darlegen werde, berichtete der britische "Telegraph" am Montagabend.

Es werde keine Teil-Mitgliedschaft in der EU noch sonstige Konstrukte geben, die Großbritannien "halb drinnen" oder "halb draußen" ließen, schrieb das Blatt unter Berufung auf Mays Redetext. "Wir wollen eine neue und gleichberechtigte Partnerschaft - zwischen einem unabhängigen, selbstregierten, globalen Großbritannien und unseren Freunden und Verbündeten in der EU." Eines der zentralen Themen vom Mays Brexit-Strategie werde sein, die Kontrolle über die britischen Grenzen zurückzugewinnen.

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Bislang hat sich May kaum dazu geäußert, welches Abkommen sie mit der EU anstrebt. Die "Sunday Times" hatte berichtet, May wolle einen "klaren und harten" Brexit, wozu der Austritt aus dem gemeinsamen Markt und der Zollunion gehören würde.

Das Problem für Großbritannien ist, dass die EU als Gegenleistung für den vollen Zugang zum gemeinsamen Markt die Freizügigkeit für ihre Bürger verlangt. Die Beschränkung der Einwanderung war aber für viele Briten der Hauptgrund, für den Brexit zu stimmen. Mays Büro hat bislang lediglich mitgeteilt, sie werde am Dienstag an ihre Landsleute appellieren, die Verbitterung nach dem Volksentscheid für einen EU-Austritt zu überwinden und ein neues Großbritannien zu bauen.

Finanzminister Philip Hammond hatte gesagt, sollte es keine Einigung mit der EU über einen Zugang zum gemeinsamen Markt geben, könnte das Land sein Wirtschaftsmodell überdenken. Diese Äußerungen wurden als Warnung interpretiert, Großbritannien könnte Unternehmenssteuern als Druckmittel bei den Brexit-Verhandlungen einsetzen.

May will den formellen Austrittsprozess bis Ende März in Gang setzen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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