Diplomatische Beziehungen: Panama wählt China und löst sich von Taiwan

Diplomatische Beziehungen: Panama wählt China und löst sich von Taiwan

, aktualisiert 13. Juni 2017, 07:44 Uhr
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Panamas Vizepräsidentin und Außenministerin Isabel de Saint Malo (l.) hat sich mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi getroffen. Beide Länder wollen ihre diplomatischen Beziehungen vertiefen.

Quelle:Handelsblatt Online

Panama möchte in Zukunft auf diplomatischer Ebene enger mit China kooperieren. Als Konsequenz werden deswegen die Beziehungen zu Taiwan auf Eis gelegt. Das gilt als Voraussetzung, um mit China zusammenzuarbeiten.

Panama-StadtErfolg für Peking, Niederlage für Taipeh: Panama wird diplomatische Beziehungen mit China eingehen und dafür die mit Taiwan aufgeben. Dies sei „der korrekte Weg“ für das Land, sagte der panamaische Präsident Juan Carlos Varela am Montag in einer Fernsehansprache. In einer gemeinsam mit China herausgegebenen Erklärung hieß es, beide Länder würden sich gegenseitig anerkennen und Beziehungen auf Botschafterebene ab sofort beginnen. Bisher hatten beide Länder nur gewerbliche Beziehungen.

In der Mitteilung wurde erklärt, dass es nur ein rechtmäßiges China gebe und Taiwan ein unverzichtbarer Teil des chinesischen Territoriums sei. Deshalb breche die panamaische Regierung von diesem Tag an die Verbindungen nach Taiwan ab, war in dem Schreiben zu lesen. Taiwanische Botschaftsmitarbeiter in Panama-Stadt waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Varela sagte, sein Land und China setzten auf eine vernetztere Welt. Bei der Eröffnung des Panamakanals sei es ein großes, chinesisches Schiff gewesen, dass zuerst hindurchgefahren sei.

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Peking und Taipeh bekämpfen sich seit Langem in der diplomatischen Anerkennung durch andere Staaten. Konkurriert wird dabei um kleine oder arme Länder, die im Gegenzug Mittel in Millionenhöhe für öffentliche Projekte bekommen. Taiwan hat offizielle Beziehungen zu 20 Ländern und Regierungen, zwölf davon sind in Lateinamerika und in der Karibik. Die Volksrepublik China sieht in Taiwan eine abtrünnige Provinz. China ist der zweitgrößte Kunde des Panamakanals und der führende Versorger von Waren in der freien Handelszone der panamaischen Hafenstadt Colón.

Quelle:  Handelsblatt Online
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