Donald Trump Jr.: Der Sohn wird zum Problem für seinen Vater

Donald Trump Jr.: Der Sohn wird zum Problem für seinen Vater

, aktualisiert 12. Juli 2017, 14:24 Uhr
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Anders als seine Schwester Ivanka und sein Schwager Jared Kushner ist Trump Jr. nicht Teil des Regierungsteams.

Quelle:Handelsblatt Online

Der älteste Sohn des US-Präsidenten war im Wahlkampf ein guter Helfer, der teilweise noch radikalere Positionen vertrat als sein Vater. Er verteidigte dessen Ausfälle vehement. Nun braucht er selbst Rückendeckung.

New YorkDonald Trump Jr. war im Wahlkampf stets ein Vorkämpfer für Trump Senior. In vorderster Front teilte der 39-Jährige gegen die Gegner seines Vaters aus und verteidigte ihn gegen alle Angriffe. Nun ist der älteste Sohn des US-Präsidenten im Zentrum einer Affäre angekommen, die schon länger um die Präsidentschaft seines Vaters schwelt: mutmaßliche Absprachen mit Russland im Vorfeld der US-Wahl.

Trump Jr. gab offen zu, sich mit einer russischen Anwältin getroffen zu haben, um kompromittierendes Material über die demokratische Rivalin seines Vaters, Hillary Clinton, zu bekommen und ihm damit im Wahlkampf zu helfen. Dass diese Informationen angeblich direkt von der russischen Regierung stammten, schien ihn dabei nicht zu stören.

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Anders als Schwester Ivanka und Schwager Jared Kushner ist Trump Jr. nicht Teil des Regierungsteams. Als sein Vater sein Amt im Weißen Haus antrat, übernahm Donald Jr. – gemeinsam mit seinem Bruder Eric – die Geschäfte des Immobilienimperiums in New York, nicht ohne sich weiterhin laut und offen für seinen Vater stark zu machen und Breitseiten gegen angeblich Fake News verbreitenden Medien abzufeuern. Erst zu Beginn der Woche teilte Trump Jr. auf Twitter einen Clip, der seinen Vater als Kampfpiloten zeigt, wie er auf ein anderes Flugzeug mit dem Logo des von Trump verhassten US-TV-Senders CNN zielt und dieses zum Absturz bringt. „Eines der besten, die ich gesehen habe“, schrieb Trump Jr. über das kurze Video.

Und auch in der Affäre um sein Treffen mit der russischen Anwältin vermutet er eine Verschwörung der Trump-kritischer Medien. Schließlich habe die Russin ihm gar keine Informationen über Clinton weitergegeben. Die Medien, so Trump Jr., würden viel Lärm um Nichts machen und ungerechtfertigte Vorwürfe erheben.

Sein Vater, der auffallend ruhig blieb, als die Geschichte langsam hochkochte, lobte mittlerweile seinen Sohn und dessen transparente Freigabe seines E-Mail-Verkehrs zu dem Treffen. Hinter den Kulissen allerdings brodelte es. Der Präsident sei stinksauer, allerdings nicht auf Donald Jr., sondern auf die Medien, hieß es aus seinem Umfeld. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, sagte, sie wisse nicht, wann Vater und Sohn nach dem Bekanntwerden des Treffens zuletzt miteinander gesprochen hätten.


Zwischenzeitig war das Verhältnis zwischen Vater und Sohn gestört

Im Leben der beiden Männer gab es auch eine Zeit, in der sie gar nicht miteinander sprachen: Rund ein Jahr herrschte zwischen Junior und Senior Funkstille, nachdem sich Trump von seiner ersten Ehefrau Ivana, der Mutter von Donald Jr., hatte scheiden lassen. Nach Beilegung des Streit wuchs der älteste Sohn aber in seine Führungsrolle in der Trump Organization und trat neben seinem Vater auch in der TV-Show „The Apprentice“ auf. Während des Wahlkampfs reiste er quer durch die USA, um in kleinen Städten für Trump Senior zu werben. Beim Parteitag der Republikaner in Cleveland hielt Trump Junior eine Rede, die durchaus Anklang fand.

Als Großwildjäger wurde er zudem als Abgesandter der Trump-Familie an die konservativsten Unterstützer gesehen. Vor allem online ging Trump Jr. die Demokraten und die Medien hart an und fischte vornehmlich auch Stimmen am rechten Rand. Im vergangenen Herbst twitterte Trump Jr. ein Foto der Comic-Figur „Pepe der Frosch“, die häufig in rechtsextremen Kreisen verwendet wird, um Inhalte zu teilen oder zu kommentieren. Zudem teilte er Bilder, die Flüchtlinge mit vergifteten Süßigkeiten verglichen. Auch gegen den ehemaligen FBI-Direktor James Comey setzte er immer wieder diffamierende Tweets ab.

„Don war ein Gewinn für die Kampagne, ein Sportsmann, ein Geschäftsmann“, sagte Sam Nunberg, ein früherer Berater des Wahlkampfteams. „Und Don ist ein echter Konservativer, der die Bewegung, die sein Vater gestartet hat und deren Botschaft wirklich versteht.“ Und jetzt müsste sich Trump Junior eigentlich mit ganz anderen Dingen beschäftigen als mit der leidigen Russland-Affäre. Denn die Trump Organization steht kurz vor dem Start zweier neuer Hotelketten in den USA.

Quelle:  Handelsblatt Online
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