Fed: Neel Kashkari regt Zerschlagung von US-Großbanken an

Fed: Neel Kashkari regt Zerschlagung von US-Großbanken an

Bild vergrößern

Neel Kashkari war Staatssekretär im US-Finanzministerium und davor Manager bei der Investmentbank Goldman Sachs.

Dem neuen Fed-Mitglied Neel Kashkari sind einige US-Banken zu groß - er sieht eine Gefahr für die amerikanische Wirtschaft und mahnt eine Zerschlagung der Institute an.

Das neueste Mitglied der US-Notenbank Fed, Neel Kashkari, hat einen radikalen Umbau der US-Großbanken angemahnt. Der Kongress müsse auch erwägen, die führenden Institute zu zerschlagen, um Risiken für die US-Wirtschaft abzufedern, sagte der Chef der Fed von Minneapolis am Dienstag.

Die größten Banken der USA seien immer noch zu groß, um zu scheitern. Daher gehe von ihnen eine erhebliche Gefahr aus. Es müssten kleinere und weniger vernetzte Institute entstehen, die nicht systemrelevant seien.

Anzeige

Um eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern, waren in den USA neue Regelungen für Banken erlassen worden, die unter dem Namen Dodd-Frank bekannt wurden. Dodd-Frank gehe nicht weit genug, erklärte Kashkari, der früher Staatssekretär im US-Finanzministerium und davor Manager bei der Investmentbank Goldman Sachs war.

weitere Artikel

Mit umfassenden Reformen müssten die bestehenden Probleme ein für alle Mal ausgeräumt werden, auch wenn derzeit keine neue Krise aufziehe. Der Kongress müsse den Banken vorschreiben, ausreichend Kapital zu halten, um einen Zusammenbruch zu verhindern.

Seinen Posten bei der Fed übernahm Kashkari im vergangenen Monat, zwei Wochen nachdem die Notenbank zum ersten Mal seit rund zehn Jahren die Leitzinsen wieder angehoben hatte.

Anzeige

2 Kommentare zu Fed: Neel Kashkari regt Zerschlagung von US-Großbanken an

  • Mehr Warnungen vor dem Crash im transatlantischen System.

    Für die Banken und Börsen in Europa, den USA und Japan war die zweite Februarwoche die bisher schlechteste in diesem Jahr. Der Zusammenbruch beschleunigt sich, obwohl die Zentralbanken verzweifelt versuchen, ihn unter Kontrolle zu bringen. Abwiegelnde Erklärungen, Liquiditätspumpen, Negativzinsen - keines der üblichen Mittel wirkt, der Berg wertloser Schulden wächst immer weiter. Besonders die jüngsten Warnungen aus London stechen hervor:

    Der Wirtschaftsredakteur des Guardian, Larry Elliott, schrieb zum freien Fall der Bankaktien in den letzten Wochen, das Vertrauen in die Fähigkeit der Zentralbanken, den Kollaps des Bankensektors aufzuhalten, schwinde dahin.

    Gestern waren es die italienischen Banken, heute sind es die Deutsche Bank und Credit Suisse, morgen ist es Société Générale und übermorgen sind es die großen US-Banken: Der unaufhaltsame Kurssturz der Bankaktien um 30-40 Prozent seit Januar beweist, daß es keine isolierten Erklärungen gibt, sondern daß es sich um eine Systemkrise handelt, die ähnlich, aber schlimmer ist als die von 2007-08
    .
    Der Auslöser ist diesmal das Platzen der Öl- und Rohstoffblase, nachdem es damals die minderwertigen Hypotheken in den USA gewesen waren. Die meisten Banken, deren Aktien ausverkauft werden, sitzen auf faulen Krediten im Öl- und Rohstoffsektor. Mit Sicherheit gilt dies für die drei oben genannten Megabanken, die sich alle auf astronomisch hohe Kreditfinanzierung und Derivatwetten eingelassen haben. Im Januar waren Kreditrückforderungen in Höhe von ca. 5 Bio. $ an die Banken fällig, die nicht zurückgezahlt werden können. Der Nominalwert der Derivatwetten der Deutschen Bank beträgt mehr als 54 Billionen Euro.

  • Teil II
    Die Derivatwetten der Credit Suisse im Umfang von nominell 45 Billionen. Das heißt, wenn nur ein Tausendstel davon verlorengeht, ist das gesamte Aktienkapital aufgezehrt. Beide Banken spekulieren im großen Stil mit hochriskanten Energieaktien und -anleihen, und gleiches gilt für die französische Société Générale, deren Aktie letzte Woche an einem einzigen Tag um 14 Prozent einbrach - seit Jahresbeginn sind es 36 Prozent.

    Auf der anderen Atlantikseite berichtet die Marktanalysefirma Markit, daß 26 Prozent aller „hochverzinslichen“ Anleihen als „notleidend“ (distressed) eingestuft sind. Das sind 26 Prozent von etwa 2 Billionen, also um die 500 Mrd. Dollar an notleidenden Krediten - zusätzlich zu weiteren 11 Prozent an „faulen Krediten“ (bad loans) im Umfang von 225 Mrd. Dollar. Noch vor einem Jahr lag der Anteil der „notleidenden“ Kredite bei nur 7 Prozent.

    Die Verzweiflung der Märkte und der politisch Verantwortlichen ist berechtigt. Im Rahmen der gegenwärtigen Kasinowirtschaft gibt es keine Lösung, das Kasino muß geschlossen werden. Die Lösung muß ähnlich aussehen wie die, die US-Präsident Franklin D. Roosevelt 1933 erfolgreich umsetzte: sofortige Einführung des Glass-Steagall-Trennbankensystems, Abschreibung toxischer Schulden, Einrichtung einer Pecora-Kommission zur Untersuchung der kriminellen Machenschaften der Banker sowie Schaffung eines neuen Kreditsystems zur Finanzierung von Investitionen in die Realwirtschaft.

    http://www.bueso.de/node/8484

Alle Kommentare lesen
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%