Großbritannien: Arbeitslosenquote auf 42-jährigem Tiefststand

Großbritannien: Arbeitslosenquote auf 42-jährigem Tiefststand

, aktualisiert 17. Mai 2017, 12:34 Uhr
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Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen spielen der britischen Premierministerin in die Karten.

Quelle:Handelsblatt Online

In Großbritannien sind so viele Menschen in Arbeit wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Brexit-Befürworter sehen sich bestätigt. Ein Problem ist die Inflation.

LondonDie Arbeitslosigkeit in Großbritannien ist vor den anstehenden Neuwahlen auf das niedrigste Niveau seit Jahrzehnten gesunken. Im Zeitraum von Januar bis März fiel die nach Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) berechnete Quote auf 4,6 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch mitteilte. Dies ist der niedrigste Wert seit fast 42 Jahren. Experten hatten erwartet, dass die Quote bei 4,7 Prozent verharren würde. Die Zahl der Anträge auf Erwerbslosenunterstützung stieg im April um 19.400 und damit nicht mehr so stark wie im Vormonat mit damals 33.500. Die Zahlen gelten als Beleg, dass sich die Wirtschaft seit dem Anti-EU-Referendum vom Juni 2016 relativ gut behauptet hat.

Allerdings dürfte das geringe Wachstum von Löhnen und Gehältern Sorgen nähren, dass die anziehende Inflation zusehends an der Kaufkraft der Verbraucher nagt. Denn die Einkommen – ohne Bonuszahlungen – legten Anfang des Jahres nur um 2,1 Prozent zu. Dies ist das geringste Plus seit Juli 2016. Bereinigt um die Inflation hatten die Arbeitnehmer 0,2 Prozent weniger in der Tasche. Damit hinkt das Lohnwachstum erstmals seit Sommer 2014 der Inflation hinterher. Die Preise sind auf der Insel im April so stark gestiegen wie seit Jahren nicht mehr: Mit 2,7 Prozent war die Teuerung so hoch wie seit September 2013 nicht mehr.

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Premierministerin Theresa May hat für den 8. Juni Neuwahlen angesetzt. Mit einem deutlichen Sieg könnte sie ihre Position bei den Brexit-Verhandlungen mit der EU stärken. Im Wahlkampf hat sie für den Fall ihrer Wiederwahl eine Deckelung der stark gestiegenen Energiepreise versprochen. Laut einer Prognose der Notenbank müssen sich die Briten jedoch noch auf Jahre hinaus auf erhöhte Inflationsraten gefasst machen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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