Indien: Mindestens 96 Tote bei Zugunglück in Nordindien

Indien: Mindestens 96 Tote bei Zugunglück in Nordindien

, aktualisiert 20. November 2016, 10:10 Uhr
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In Indien kommt es häufiger zu schweren Bahnunfällen. Die Ursache für das jüngste Unglück ist indes noch nicht geklärt.

Quelle:Handelsblatt Online

Am frühen Sonntagmorgen ist in Nordindien ein Fernzug mit mehr als 20 Waggons schwer verunglückt. Mindestens 96 Menschen sind tot, mehr als 200 verletzt. Der Bahnminister reiste noch am Sonntag zum Unfallort.

Neu DelhiBei einem schweren Zugunglück in Indien sind am frühen Sonntagmorgen mindestens 96 Menschen gestorben. Mehr als 200 Passagiere wurden verletzt, 75 von ihnen schwer. Das bestätigte die Polizei des betroffenen Bundesstaats Uttar Pradesh.

Kurz nach 3 Uhr Ortszeit entgleiste ein Fernzug in Uttar Pradesh in der Nähe der Ortschaft Pukhrayan. Mindestens 14 Waggons sprangen von den Schienen. Drei davon wurden bei dem Unfall völlig zerstört.

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„Wir können uns nur langsam in die zerstörten Waggons vorarbeiten“, sagte Bahnsprecher Anil Saxena. „Es könnten noch Überlebende in den Wagen sein. Wir müssen durch die Metallwände schneiden, um sie zu erreichen.“ Laut seiner Schätzung befanden sich zum Unfallzeitpunkt zwischen 100 und 150 Menschen in den besonders schwer beschädigten Wagen.

Der Patna-Indore-Express verunglückte etwa auf der Hälfte seiner mehr als 1400 Kilometer langen Strecke durch Nordindien, für die er laut Fahrplan 27 Stunden Reisezeit braucht. Der Zug war 23 Waggons lang und transportierte zum Zeitpunkt des Unfalls rund 2500 Passagiere.

Die Unfallursache war bis zum Sonntagmorgen laut Bahnsprecher Saxena noch nicht bekannt. Aus dem Bahnministerium hieß es jedoch, dass baufällige Schienen den Zug zum Entgleisen gebracht haben könnten. Bahnminister Suresh Prabhu kündete eine umfassende Untersuchung des Unfalls an. „Wir werden so hart wie möglich gegen diejenigen vorgehen, die für den Unfall verantwortlich sein könnten“, schrieb er auf Twitter. „Alle mögliche Hilfe wurde mobilisiert.“

Das Ministerium teilte mit, Prabhu sei auf dem Weg zur Unfallstelle, um sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen. Indiens Premierminister Narendra Modi sprach den Betroffenen sein Beileid aus und kündigte finanzielle Hilfen für die Angehörigen der Gestorbenen und für die Schwerverletzten an.

Indiens Züge transportieren jeden Tag rund 23 Millionen Menschen in etwa 12.000 Zügen. Das mehr als 90.000 Kilometer lange Schienennetz wird oft als „Lebensader der Nation“ bezeichnet, da Inder aller Kasten und Klassen es benutzen. Das Netz wurde von den britischen Kolonialherren gebaut, um Handelsgüter wie Baumwolle zu den Häfen zu schaffen. Seit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 wurden kaum neue Gleise verlegt, da die Bahn damit beschäftigt ist, das vorhandene Netz zu erhalten. Jährlich müssen rund 4.500 Kilometer erneuert werden. Immer wieder kommt es bei der indischen Bahn zu Unfällen mit vielen Toten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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