Innenministerium: Attentäter von Turku war früher in Deutschland

Innenministerium: Attentäter von Turku war früher in Deutschland

, aktualisiert 21. August 2017, 14:36 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Nach dem Anschlag von Turku werden neue Einzelheiten bekannt. Zuletzt hatten die Behörden den Namen des tatverdächtigen Marokkaners bekanntgegeben. Dieser soll sich zeitweise auch in Deutschland aufgehalten haben.

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Der Attentäter soll sich zeitweise in Deutschland aufgehalten haben.

Berlin/TurkuDer Messer-Attentäter von Turku hatte sich von Ende 2015 bis Anfang 2016 in Deutschland aufgehalten. Dies sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. Der 18 Jahre alte Marokkaner habe in dieser Zeit keinen Asylantrag gestellt. Er sei aber erkennungsdienstlich behandelt worden.

Weitere Angaben machte die Sprecherin nicht. Bei dem Angriff in der finnischen Stadt waren am Freitag zwei Finninnen erstochen sowie sechs Frauen und zwei Männer verletzt worden. Am Dienstag soll der Terrorverdächtige dem Haftrichter vorgeführt werden.

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Nach Angaben eines finnischen Gerichts handelt es sich bei dem Marokkaner um einen Asylbewerber mit dem Namen Abderrahman Mechkah. Ihm wird Mord und Mordversuch mit terroristischer Absicht vorgeworfen. Der Verdächtige, der zunächst die Aussage verweigerte, war 2016 nach Finnland gekommen. Einen Medienbericht, dass sein Asylgesuch abgelehnt worden sei, bestätigten die Behörden nicht.

EU-Kommissar Günther Oettinger bezeichnete die Messer-Attacke von Turku als Anschlag auf europäische Werte. „Der Angriff mag sich in Finnland ereignet haben, zum ersten Mal“, sagte Oettinger bei einer Schweigeminute in Brüssel. „Aber wir Europäer sind gemeinsam attackiert worden, egal, ob die Angriffe in Turku oder Paris stattfinden, in Stockholm oder in London, in Berlin oder Kopenhagen.“

Die Angreifer nähmen die Europäer, ihre Werte und ihre Art zu leben ins Visier. „Aber wir sind willens und bereit, sie zu verteidigen“, sagte Oettinger. „Am Ende werden diese Werte sich durchsetzen.“

Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus und glaubt, dass der Attentäter gezielt Frauen attackieren wollte. Der Marokkaner wurde bei der Tat von der Polizei angeschossen und liegt im Krankenhaus.

Mechkahs Anhörung wird per Video erfolgen, weil sich der 18-Jährige immer noch im Krankenhaus befindet. Die Polizei hatte ihm bei seiner Festnahme ins Bein geschossen. Auch die vier Männer, die anschließend festgenommen wurden, weil sie mit Mechkah in Verbindung stehen, sollen nach dem Willen der Polizei in Haft bleiben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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