IWF-Chefposten: Carstens – der mexikanische Kandidat

IWF-Chefposten: Carstens – der mexikanische Kandidat

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Agustin Carstens, Chef der mexikanischen Zentralbank

Am 30. Juni fällt die Entscheidung, wer neuer Chef des IWF wird. Die französische Finanzministerin Christine Lagarde ist Favoritin der Europäer. Agustín Carstens, Chef der mexikanischen Notenbank, hat Erfahrung mit Krisen. Porträt eines Außenseiters.

Morgen trifft sich der IWF-Verwaltungsrat, um einen neuen Direktor für den Internationalen Währungsfonds (IWF) auszuwählen. Die Entscheidung soll zwei Tage später fallen. Als Kandidaten stehen Agustín Carstens, Chef der mexikanischen Zentralbank und Christine Lagarde, zur Debatte. Bereits letzte Woche Dienstag hatte Carstens Gelegenheit seinen Positionen für das Amt des als IWF-Direktor darzulegen. Vergangenen Donnerstag stellt sich Konkurrentin Lagarde vor. 

Hinter Lagarde stehen 30 europäische Länder, sie ist Favoritin. Hinter Carstens steht eine beeindruckende Biographie, dafür wenig Fürsprecher. Mexikanische Karikaturisten haben den schwergewichtigen Mann oft als fetten Banker dargestellt, der den Armen den letzten Pfennig aus der Tasche zieht. Seine Freunde bezeichnen sein Gewicht in Interviews dagegen als Plus. Er sei der klassische dicke Mann: Witzig, nicht aus der Ruhe zu bringen, feinfühlig. US-Blogger unterstellten dennoch, dass Agustín Carstens zu dick für den Job sei. Seine Gesundheit könnte beim IWF schneller in Mitleidenschaft gezogen werden, als bei der schlanken Konkurrentin Lagarde.

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Deutsche Privatschule und Baseball

Agustín Guillermo Carstens Carstens ist am 9. Juni 1958 in Mexiko-Stadt geboren. Sein Vater hatte ein recht erfolgreiches Speditionsunternehmen. Carstens war als Junge als Pitcher in der mexikanischen Baseball-Liga. Seine Familie gehörte zur gehobenen Mittelschicht, Carstens besucht in Mexiko eine private deutsche Schule.

1980 fing er im Alter von 22 Jahren bei der Banco del México an. Carstens studierte außerdem Wirtschaftswissenschaften am Instituto Tecnológico Autónomo de México. Dort machte er 1982 seinen Bachelorabschluss – mit Bestnote. Thema seiner Arbeit war die Bestimmung des Terminkurses in Mexiko. Ein Stipendium ermöglichte ihm den Besuch der Universität von Chicago, an der er 1983 seinen Master und 1985 dann den Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften machte. Außerdem gewann er 1985 den nationalen Forschungspreis im Fachbereich Wirtschaft, vergeben von der mexikanischen Nationalbank.

Erfahrung mit heiklen Finanzentscheidungen

Nach Abschluss seiner Dissertation in Chicago kehrte er nach Mexico und zu seinem ehemaligen Arbeitgeber zurück. Noch vor seinem 30. Geburtstag ernannte ihn die Banco del México zum Leiter der Finanzabteilung, der die nationalen Reserven verwaltet.

Ende der 80er Jahre war er deshalb mit der Umschuldung mexikanischer Staatsschulden in Bonds betraut. Zu Beginn der 90er Jahre ernannte die Bank ihn zum  Stabschef des Vorsitzenden der Bank, Ende der 90er wurde Carstens Generaldirektor der wirtschaftlichen Forschungsabteilung.1999 wechselte er zum IWF. Dort arbeitete er als Exekutivdirektor der Ländergruppe. 2003 wurde er Stellvertreter des IWF-Generaldirektors. 2006 verließ er den IWF, um das wirtschaftliche Reformprogramm von Mexikos Präsidenten Felipe Calderón zu koordinieren.

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