Jobmarkt unter Trump: Der Weg für Zinserhöhungen ist frei

Jobmarkt unter Trump: Der Weg für Zinserhöhungen ist frei

, aktualisiert 10. März 2017, 18:34 Uhr
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Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist in den USA unter Präsident Donald Trump weiter angestiegen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Jobmarkt in den USA brummt unter Präsident Donald Trump, der der „größte Job-produzierende Präsident“ in der US-Geschichte sein möchte. Die Arbeitslosenzahl in den USA beläuft sich aktuell auf 4,7 Prozent.

Washington/BerlinDer Arbeitsmarkt in den USA läuft unter dem neuen Präsidenten Donald Trump heiß und ruft die Notenbank Fed auf den Plan. Firmen und Staat heuerten im Februar überraschend viele Mitarbeiter an: Mit 235.000 neuen Stellen war die Zahl fast genauso hoch wie zu Jahresbeginn. Trump will die Wirtschaft mit radikalen Steuersenkungen und billionenschweren Investitionen weiter anfachen. Er steht bei seinen Wählern im Wort: Trump will der „größte Job-produzierende Präsident“ seines Landes werden, „den Gott je geschaffen hat“. Mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent herrscht aber praktisch schon Vollbeschäftigung. Fed-Chefin Janet Yellen will angesichts des leer gefegten Arbeitsmarktes keine Überhitzung der Wirtschaft riskieren und hat für Mitte nächster Woche höhere Zinsen signalisiert.

Die Finanzmärkte haben kaum noch Zweifel daran, dass es dazu kommen wird: „Eine Zinserhöhung ist praktisch besiegelt“, sagte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Es wäre bereits die zweite binnen weniger Monate. Seit der Anhebung im Dezember liegt der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld in einer Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. 2015 und 2016 hatte sich die Notenbank nur zu jeweils einem kleinen Schritt nach oben durchringen können - unter anderem wegen Störfeuers von außen: Erst kam ein Börsenbeben in China dazwischen, dann das Anti-EU-Referendum in Großbritannien. 2017 will die Fed die Zügel jetzt aber kräftiger anziehen - auch wegen der starken Arbeitsmarktdaten.

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Trump reagierte auf die Zahlen wie üblich per Twitter: Er setzte allerdings keine eigene Botschaft ab, sondern verbreitete einen „Tweet“, in dem ein Branchendienst die Jobdaten in Anlehnung an Trumps Wahlkampfslogan „großartig“ nannte. Der Republikaner hatte Yellen einst mit Blick auf ihre vorsichtige Gangart vorgeworfen, sie halte den Leitzins künstlich niedrig. Damit wolle sie seinen demokratischen Vorgänger im Weißen Haus, Barack Obama, schonen.

Nun könnte sich Trump bereits wenige Wochen nach seinem Amtsantritt mit einer Zinserhöhung konfrontiert sehen: Die Märkte stellen sich auf insgesamt drei Schritte nach oben in diesem Jahr ein. Die Konjunkturaussichten sprechen dafür: Die Unternehmen blicken nach Erkenntnissen der Notenbank überwiegend optimistisch in die Zukunft. Und die für die US-Wirtschaft ungemein wichtigen Verbraucher sind in Hochstimmung, wie jüngste Umfragen zeigen.


Unsicherheit wirkt sich nicht negativ aus

Bislang ist jedoch noch völlig unklar, wie sich Trumps Pläne auswirken werden, das Land mit Schutzzöllen gegen Importe aus Billiglohnländern abzuschotten: „Das hohe Maß an Unsicherheit, das von der Trump-Regierung ausgeht, wirkt sich derzeit offenbar nicht negativ auf die Konjunktur aus. Sie läuft“, konstatierte Martin Moryson, Chefvolkswirt der Privatbank Sal. Oppenheim.

Yellen hatte zuletzt einen rund laufenden Arbeitsmarkt als eine Bedingung für die geldpolitische Straffung genannt. Dieses Ziel kann sie nun wohl abhaken. Allein am Bau wurden 58.000 Arbeiter eingestellt - so viele wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Ein Aufbau von monatlich insgesamt 100.000 Arbeitsplätzen in den USA gilt bei der wachsenden Bevölkerung als nötig, um mit der Wirtschaftsentwicklung Schritt zu halten. Dieses Ziel wurde in diesem Jahr bislang weit überschritten.

Und auch der Staat befeuerte den Boom. Er schuf unter dem Strich 8000 Stellen. Insgesamt hat die Fed nun die ersehnte Vollbeschäftigung erreicht - ihr Hauptziel neben der Sicherung stabiler Preise. Zuletzt war die Inflation noch etwas unter der von der Fed angepeilten Marke von 2,0 Prozent geblieben. Sie dürfte daher mit Erleichterung registrieren, dass die Stundenlöhne in den USA etwas anzogen - im Durchschnitt um 0,2 Prozent. Im Januar hatte sich nur ein mageres Plus von 0,1 Prozent ergeben. Die Fed will erreichen, dass sich der Aufschwung auch auf dem Gehaltszettel der Bürger bemerkbar macht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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