Katar-Krise: „Wir stehen vor einer dauerhaften Entfremdung“

Katar-Krise: „Wir stehen vor einer dauerhaften Entfremdung“

, aktualisiert 14. Juli 2017, 10:25 Uhr
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Der US-Außenminister versucht in der Katar-Krise zu vermitteln – doch eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht.

Quelle:Handelsblatt Online

US-Außenminister Tillerson hofft auf neue Gespräche zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar – doch eine Lösung der Krise ist nicht in Sicht. Stattdessen verschärfen Katars politische Rivalen den Ton.

DohaIn der Katar-Krise zeichnet sich auch nach dem Vermittlungsversuch von US-Außenminister Rex Tillerson keine baldige Lösung ab. Tillerson hofft zwar nach seinen Unterredungen mit den Konfliktparteien, dass diese nun auch miteinander ins Gespräch kommen. Aber aus den Reihen von Katars arabischen Rivalen kommen weiter scharfe Töne.

„Wir stehen vor einer dauerhaften Entfremdung“, teilte der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Anuar al-Gargasch, am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Wir sind weit entfernt von einer politischen Lösung, die eine Kursänderung Katars beinhaltet.“

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Tillerson sagte nach seinem mehrtägigen Besuch in der Region, er habe Vorschläge gemacht, die hilfreich sein könnten. Eine Sprecherin von ihm ergänzte, direkte Gespräche zwischen den verschiedenen Seiten wären ein wichtiger nächster Schritt. „Wir hoffen, dass die Parteien sich darauf verständigen.“

Saudi-Arabien, Ägypten, die VAE und Bahrain haben Anfang Juni ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Katar gekappt. Sie werfen dem Emirat Terror-Unterstützung und enge Kontakte zum Iran vor, dem Erzfeind Saudi-Arabiens. Katar weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet den Boykott als Versuch einer Schwächung des Landes.

Tillerson machte deutlich, er sei kein unmittelbarer Mediator in dem Streit, sondern unterstütze Kuwait in dieser Funktion. In seinen Unterredungen habe er einen Eindruck davon gewonnen, wie ernst und emotional aufgeladen die Lage sei. „Aber wir haben einige Dokumente mit beiden Seiten zusammengestellt, als wir hier waren. Darin sind Wege aufgezeigt, wie wir vorankommen könnten.“

Mit Katar unterzeichneten die USA eine Absichtserklärung im Kampf gegen den Terrorismus und die Finanzierung von Extremisten. Die vier arabischen Rivalen unterstrichen daraufhin allerdings, damit würden ihre Bedenken nicht ausgeräumt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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