Knauß kontert: Angela Merkels afrikanischer Größenwahn

kolumneKnauß kontert: Angela Merkels afrikanischer Größenwahn

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Migranten aus Afrika an Bord eines Rettungsschiffes im Mittelmeer.

Kolumne von Ferdinand Knauß

Die Kanzlerin will mit privaten Investitionen in Afrika ein Wirtschaftswunder herbeiführen, um Auswanderungswillige zum Bleiben zu bewegen. Die Zahlen zeigen, wie vermessen das ist.

Die Aufmerksamkeit der Bundeskanzlerin für Afrika ist ein eher junges Phänomen. Als in der schwarz-gelben Koalition der damalige Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) eine „Afrika-Initiative“ anleierte – laut Spiegel-Online ein „Millionengrab“ – hatte die Kanzlerin kein erkennbares Interesse geäußert. Doch seitdem ist bekanntlich einiges passiert.

Während der so genannten Flüchtlingskrise, in deren Verlauf innerhalb weniger Monate weit über eine Million Einwanderer aus Syrien und anderen vorderasiatischen Ländern nach Deutschland kamen, scheint in der Bundesregierung ein Bewusstsein für das Ausmaß des anstehenden Einwanderungsdrucks aus Afrika entstanden zu sein. Die Antwort der Kanzlerin lautet: „Fluchtursachenbekämpfung“, ein Begriff, der immer öfter aus Berlin zu hören ist.

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Schon in diesen beiden Begriffen – Fluchtursachen und Bekämpfung – stecken zwei durchaus zweifelhafte Annahmen: Dass die hunderttausendfache Wanderung übers Mittelmeer nach Europa als „Flucht“ zu begreifen ist, für die also ausschließlich die Push-Faktoren der Herkunfts- und nicht die Pull-Faktoren der Zielländer entscheidend seien; und zweitens dass ausgerechnet das Zielland Deutschland diese vermeintlichen Push-Faktoren in Afrika entscheidend verändern könnte.

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Die migrationspolitische Strategie der Kanzlerin besteht letztlich darin, ihr Handlungsfeld extrem zu erweitern. Deutschland oder Europa hält sie für nicht in der Lage, seine Grenzen vor Einwanderungswilligen zu verschließen. Stattdessen glaubt sie offenbar, dass die europäische Mittelmacht Deutschland (circa 82 Millionen Einwohner, Tendenz abnehmend) dafür sorgen könne, dass der Kontinent Afrika (1,2 Milliarden Einwohner, Tendenz explodierend) so wohlhabend wird, dass dessen Bewohner nicht mehr nach Deutschland auswandern wollen.

Merkel hat versucht, das Jahr des deutschen G20-Vorsitzes dafür zu nutzen, diese Idee in der internationalen Gemeinschaft zu verankern. Ob dabei mehr herumkommt als ein paar unverbindliche Worte in der G20-Abschlusserklärung ist fraglich. Schließlich sind die meisten Teilnehmerländer im Gegensatz zu Deutschland nicht unmittelbare Zielländer der auswanderungswilligen Afrikaner. Von der gegenwärtigen US-Regierung hat Merkel auch auf diesem Politikfeld wenig Unterstützung zu erwarten.

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