Kontroverse: Giuliani nennt „Black Lives Matter“ rassistisch

Kontroverse: Giuliani nennt „Black Lives Matter“ rassistisch

, aktualisiert 11. Juli 2016, 22:50 Uhr
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Der ehemalige Bürgermeister New Yorks Rudy Giuliani hat die Menschenrechtsorganisation „Black Lives Matter“ als rassistisch bezeichnet.

Quelle:Handelsblatt Online

Seit Tagen erleben die USA Unruhen, die auf Polizeigewalt gegenüber Schwarzen zurückzuführen sind. New Yorks Ex-Bürgermeister Giuliani gießt Öl ins Feuer, indem er die Organisation „Black Lives Matter“ rassistisch nennt.

New YorkDer frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani hat eine scharfe Kontroverse um die Bewegung „Black Lives Matter“ entfacht, die sich gegen Polizeigewalt in den USA wendet. Der republikanische Politiker wiederholte am Montag seine Kritik, der Name „Schwarze Leben zählen“ sei an sich schon rassistisch. Er habe in seiner Zeit als New Yorker Bürgermeister „viel mehr Leben“ schwarzer Bürger gerettet als diese Bewegung, die nichts anderes mache, als Schwarze zu isolieren, sagte er in der Fernsehsendung „Fox and Friends“ am Montag.

Giuliani spielte in Fernsehauftritten am Montag und Sonntag auf seinen harten Kurs gegen Kriminalität in seiner Bürgermeisterzeit an, der zu einem deutlichen Rückgang der Morde in New York geführt hatte. „Black Lives Matter“ kümmert sich nur um Polizeischüsse auf Schwarze. Sie kümmert sich nicht um rund 90 Prozent Schwarze, die von anderen Schwarzen getötet werden“, sagte er und wiederholte den Rassismus-Vorwurf. „Es ist an sich schon rassistisch, weil es uns, erstens, spaltet. Alle Leben zählen“, erklärte er.

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Die Bewegung ist nach mehreren Vorfällen entstanden, bei denen Schwarze durch Polizeikugeln getötet wurden. In den letzten Tagen waren wieder zwei Schwarze Opfer von Polizeigewalt geworden, in Dallas erschoss daraufhin ein schwarzer Heckenschütze fünf Polizisten, die bei einer Demonstration im Einsatz waren.

Der Bürgerrechtler Al Sharpton schrieb in der Zeitung „New York Daily“, Giuliani habe auf erschreckende Weise kundgetan, dass er das Problem nicht verstanden habe. Eine Mitgründerin von „Black Lives Matter“, Alicia Garza, sagte auf MSNBC: „Er zeigt offen gesagt einen wirklichen Mangel an Verständnis darüber, was Rassismus tatsächlich ist.“ Ihre Bewegung setze sich dafür ein, Gewalt und Kriminalität in allen Gemeinschaften zu überwinden, nicht nur in der schwarzen Bevölkerung.

Quelle:  Handelsblatt Online
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