Lufthansa-Tarifstreit: EU-Kommission mahnt zu rascher Einigung

Lufthansa-Tarifstreit: EU-Kommission mahnt zu rascher Einigung

, aktualisiert 30. November 2016, 08:11 Uhr
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Auch am Mittwoch bleiben viele Lufthansa-Maschinen am Boden: 890 Flüge sollen ausfallen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die EU-Kommission warnt vor negativen Auswirkungen des Lufthansa-Streiks für die gesamte europäische Wirtschaft. Verkehrskommissarin Bulc fordert konstruktives Verhalten beider Seiten und eine schnelle Einigung.

BerlinAngesichts des anhaltenden Streiks bei der Lufthansa hat die EU-Kommission zu einer raschen Einigung aufgerufen und vor negativen Folgen für die europäische Wirtschaft gewarnt. „Das Recht zu streiken ist ein Grundrecht der Arbeitnehmer in der Europäischen Union. Daran gibt es keinen Zweifel“, sagte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc der Zeitung „Die Welt“ (Mittwochausgabe). Sie appellierte aber zugleich an alle Beteiligten, sich dabei „konstruktiv zu verhalten“ und einen Lösungsweg zu finden.

Bulc warnte vor hohen Kosten für die Wirtschaft. „Die Akteure im Luftfahrtsektor sind so eng miteinander verwoben, dass das Verhalten einzelner nationaler Interessengruppen erhebliche Kosten für alle Beteiligten in Europa verursachen kann“, sagte die Verkehrskommissarin. „Das kann so nicht weiter gehen, wir müssen da gemeinsam an einer Lösung arbeiten.“

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Die Lufthansa-Piloten haben am Mittwoch ihren Streik fortgesetzt. Nach Konzernangaben fallen 890 Flüge auf Kurz- und Langstrecken aus. Betroffen seien rund 98.000 Fluggäste. Hinter dem Streik steht die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, die die Lufthansa bereits vergangene Woche von Mittwoch bis Samstag sowie am Dienstag größtenteils lahmgelegt hat. Insgesamt sind laut Lufthansa an den sechs Streiktagen mehr als 525.000 Passagiere von 4461 Flugausfällen betroffen.

Der Tarifstreit zieht sich seit April 2014 hin. Die Gewerkschaft fordert für 5400 Lufthansa-Piloten 3,7 Prozent mehr Geld im Jahr – einschließlich Nachzahlungen für vier Jahre. Die Lufthansa bietet 0,7 Prozent über eine Laufzeit von gut sechs Jahren. Darüber hinaus geht es um die Alters- und Vorruhestandsversorgung der Flugzeugführer und den Ausbau des konzerneigenen Billigfliegers Eurowings.

Quelle:  Handelsblatt Online
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