Massaker in den USA : Trump verteidigt Waffenbesitz

Massaker in den USA : Trump verteidigt Waffenbesitz

, aktualisiert 06. November 2017, 10:32 Uhr
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U.S. President Donald Trump attends a news conference with Japan's Prime Minister Shinzo Abe at Akasaka Palace in Tokyo, Japan, November 6, 2017. REUTERS/Jonathan Ernst

Quelle:Handelsblatt Online

Mindestens 26 Menschen wurden bei dem Massaker in der texanischen Kirche erschossen. Für US-Präsident Donald Trump ist das aber kein Grund, um über die Waffengesetze in den USA zu diskutieren – sogar ganz im Gegenteil.

Sutherland Springs/TokioNach dem jüngsten Massaker in den USA hat Präsident Donald Trump das Recht auf Schusswaffenbesitz verteidigt. Hintergrund des tödlichen Angriffs auf Gläubige in einer texanischen Kirche seien psychische Probleme des Täters, sagte Trump am Montag. Es handele sich dabei nicht um eine Frage des Waffenbesitzes. Vielmehr sei es zu begrüßen, dass jemand anderes mit seiner Waffe auf den Angreifer geschossen habe. Am Sonntag hatte ein Mann in dem Ort Sutherland Springs mindestens 26 Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Er floh, nachdem den Behörden zufolge ein Bewohner des Ortes auf ihn geschossen hatte. Der Täter wurde später tot in seinem Fluchtwagen aufgefunden.

„Das ist ein psychisches Problem auf höchstem Niveau“, sagte Trump. „Es ist ein sehr, sehr trauriges Ereignis.“ Psychische Probleme seien in den USA verbreitet, wie auch in anderen Ländern. Um ein „Waffenproblem“ gehe es bei der Tat in Texas aber nicht, sagte er auf die Frage nach politischen Reaktionen. Trump äußerte sich vor Journalisten bei einer Pressekonferenz während seines Japan-Besuchs. Massaker wie das am Sonntag lösen in den USA regelmäßig Diskussionen über eine Verschärfung der Waffengesetze aus, was von Trumps Republikanern überwiegend abgelehnt wird. Trump sagte zu dem Vorfall in der texanischen Kirche weiter: „Zum Glück hatte jemand anderes eine Waffe, die in die entgegengesetzte Richtung geschossen hat.“

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Sein Vorgänger sieht das offenbar anders. Ex-Präsident Barack Obama zeigte sich erschüttert über das Massaker in Texas und forderte erneut schärfere Waffengesetze. „Wir trauern mit allen Familien in Sutherland Springs, die von diesem Akt des Hasses getroffen wurden (...) , twitterte er am Sonntagabend (Ortszeit) nach dem Blutbad, das ein junger Mannes in der Kleinstadt nahe San Antonio aus bisher unbekannten Motiven angerichtet hatte.

Zugleich sprach sich Obama - wie bereits während seiner Amtszeit - für schärfere Waffengesetze aus. „Möge Gott uns allen die Weisheit geben, um zu fragen, welche konkreten Schritte wir unternehmen können, um die Gewalt und die Waffen unter uns zu reduzieren.“

Sutherland Springs hatte am Sonntag der mit einem schwarzem Kampfanzug bekleidete Angreifer zunächst von außen das Feuer auf die Gläubigen in der Kirche eröffnet. Dann betrat er das Gebäude und setzte dort sein Massaker fort. Als ein anderer Mann auf ihn schoss, ließ er seine Waffe fallen und floh. Kurz darauf kam es zu einem Unfall mit dem Fluchtauto. Den Behörden zufolge blieb zunächst unklar, ob sich der Angreifer selbst getötet hat oder von den Kugeln des anderen Schützen getroffen worden war. In dem Fluchtwagen wurden mehrere Waffen gefunden.

Über den Angreifer und sein Motiv gab es zunächst kaum offizielle Informationen. Medienberichten zufolge soll es sich bei ihm aber um den 26-jährigen Weißen Devin Patrick K. handeln. Ein Mann mit demselben Namen diente laut der US-Armee zeitweilig in einer Versorgungseinheit der Luftwaffe. 2012 wurde er demnach von einem Militärgericht wegen Gewalt gegen seine Ehefrau und sein Kind verurteilt und unehrenhaft entlassen.

Die Opfer in Sutherland Springs waren zwischen fünf und 72 Jahre alt, wie Justizbeamte mitteilten. Auch die 14-jährige Tochter des Pastors der Baptistenkirche wurde nach Angaben ihrer Familie getötet. In Sutherland Springs rund 65 Kilometer östlich von San Antonio leben weniger als 400 Menschen. Vor allem in solchen ländlichen Gebieten gehört das Recht auf Waffenbesitz zu den Grundüberzeugungen vieler Amerikaner.

Der Vorfall ereignete sich nur gut einen Monat nach dem schwersten Schusswaffenmassaker in der US-Geschichte. Anfang Oktober erschoss ein 64-Jähriger von einem Hotelfenster aus in Las Vegas 58 Besucher eines Country-Festivals. Hunderte wurden verletzt. Der Angriff fällt zudem auf den achten Jahrestag eines anderen Massakers in Texas. Bei einem Amoklauf waren am 5. November 2009 auf der Militärbasis der US Army in Fort Hood 13 Menschen erschossen und 42 weitere verletzt worden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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