Nachfolge von Martin Schulz: Verhofstadt und Pittella erklären Kandidatur

Nachfolge von Martin Schulz: Verhofstadt und Pittella erklären Kandidatur

, aktualisiert 30. November 2016, 19:54 Uhr
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In Brüssel beginnt die Suche nach einem neuen Präsidenten des EU-Parlaments.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Kampf um die Nachfolge von Martin Schulz beginnt: Nach einer Absprache wäre die konservative Europäische Volkspartei an der Reihe. Doch die anderen Parteien wollen nicht aufgeben.

BrüsselNach dem angekündigten Abgang von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat das Schaulaufen um seine Nachfolge begonnen. Der sozialistische Fraktionschef Gianni Pittella erklärte am Mittwoch in Brüssel, dass er seinem Parteifreund auf dem Posten folgen möchte. Auch der frühere belgische Regierungschef und liberale Fraktionschef Guy Verhofstadt erklärte seine Kandidatur.

Pittella sagte, alle Fraktionsmitglieder stünden hinter ihm. „Wir werden niemals ein rechtes Monopol über die EU-Institutionen akzeptieren“, so der Italiener. Aus Kreisen der liberalen Abgeordneten hieß es, Verhofstadts Kandidatur sei bei einer Enthaltung einstimmig unterstützt worden. Die französische Liberale Sylvie Goulard, die sich zuletzt selbst ins Gespräch gebracht hatte, habe ihre Kandidatur zurückgezogen.

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Eigentlich gibt es eine Vereinbarung zwischen EVP und sozialistischer S&D, dass der SPD-Politiker Schulz nach der Hälfte seiner Amtszeit von einem EVP-Mitglied abgelöst wird. Die Voraussetzungen dafür sehe er aber nicht erfüllt, sagte Pittella. „Das beruhte auf der Annahme, dass der Präsident des Rates ein Sozialist ist“, sagte er.

Die Sozialdemokraten wollen verhindern, dass die Spitzenjobs bei EU-Kommission, Europaparlament und dem Rat - also dem Gremium der EU-Staaten - allesamt von Konservativen besetzt werden. Sowohl Kommissionschef Jean-Claude Juncker als auch Ratspräsident Donald Tusk gehören der europäischen Volkspartei (EVP) an.

Pittella hat seine Kandidatur nach eigenen Angaben unter anderem mit mehreren hochrangigen Mitgliedern seiner Parteienfamilie besprochen, darunter Frankreichs Präsidenten François Hollande und Italiens Ministerpräsidenten Matteo Renzi.

Schulz hatte vorige Woche seinen Wechsel in die Bundespolitik angekündigt, womöglich als Außenminister oder SPD-Kanzlerkandidat. Sein Nachfolger wird am 17. Januar gewählt. Ob Verhofstadt Chancen hat, ist offen. Die Mehrheit im Parlament hat eine große Koalition von Christdemokraten und Sozialdemokraten, die aber derzeit über die Besetzung des Postens streiten. Aus dem Parlament hieß es, Pittella wolle bis auf weiteres nicht mehr an informellen Arbeitstreffen der Fraktionsspitzen teilnehmen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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