Neue britische Entwicklungsministerin: May muss ihr Kabinett schon wieder umbilden

Neue britische Entwicklungsministerin: May muss ihr Kabinett schon wieder umbilden

, aktualisiert 09. November 2017, 17:12 Uhr
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Die Reservistin der Royal Navy wurde zu Beginn der Woche auch als mögliche Verteidigungsministerin gehandelt.

von Kerstin LeitelQuelle:Handelsblatt Online

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche musste die britische Premierministerin Theresa May einen Posten in ihrem Kabinett neu besetzen: Die neue Entwicklungsministerin Penny Mordaunt bringt ungewöhnliche Qualifikationen mit.

LondonDie britische Premierministerin hat eine neue Entwicklungsministerin: Penny Mordaunt wurde mit sofortiger Wirkung in das Kabinett der britischen Regierung berufen. Eine Entscheidung, die in aller Eile getroffen werden musste, nachdem Mordaunts Vorgängerin Priti Patel am Vortag plötzlich zurückgetreten war.

Die 45-Jährige Patel hatte auf einer zweiwöchigen Privatreise vor zwei Monaten ohne Absprache mit der Premierministerin 14 Termine wahrgenommen, die wie ein offizieller Staatsbesuch anmuteten. Einmal traf sich die konservative Politikerin sogar mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu. Damit habe sie eindeutig gegen die Verhaltensregeln für britische Politiker verstoßen und die Regierungschefin bloßgestellt, wurde ihr in Großbritannien vorgeworfen. Patel wurde eilig von einer (offiziellen) Reise nach Uganda nach London zurückbeordert und erklärte dort am Mittwochabend ihren Rücktritt.

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Patel war lautstarke Verfechterin des Brexit und hatte sich – obwohl ihre Partei offiziell gegen den EU-Austritt war – vor dem EU-Referendum auf der Seite der so genannten „Leaver“ engagiert. Daher hatten andere Brexit-Befürworter bei ihrem - nicht ganz freiwilligen - Rücktritt eine Verschwörung gewittert und einen Nachfolger mit gleicher Einstellung zur Europäischen Union (EU) gefordert, um die Balance zwischen Brexit-Befürwortern und -Gegnern im Kabinett nicht zu verändern.

Mordaunt erfüllt dieses Kriterium: Auch sie hatte vor dem Referendum für den Austritt aus der EU geworben. Weil die 43-Jährige Reservistin der Royal Navy ist, war sie bereits als Ministerkandidatin im Gespräch, als Anfang der Woche der Posten des Verteidigungsministers zu vergeben war.

Vielen Briten ist sie allerdings wegen ihrer Auftritte im Fernsehen im Gedächtnis geblieben: In einem blauen Badeanzug hatte die konservative Politikerin vor drei Jahren bei der TV-Show „Splash!“ teilgenommen. Seit 2016 ist Mordaunt Staatssekretärin für Behinderte, Gesundheit und Arbeit. Vor ihrer Zeit in der Politik hatte die Abgeordnete der südenglischen Hafenstadt Portsmouth unter anderem im Wahlkampfteam des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und als Pressesprecherin der britischen Lotteriegesellschaft gearbeitet. Ihr Philosophie-Studium hatte sich Mordaunt mit noch spektakuläreren Jobs finanziert: Als Assistentin eines Magiers, der sie regelmäßig in zwei Hälften zersägte. Eine Erfahrung, die ihr in den kommenden Monaten helfen könnte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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