Räumung des „Dschungels“: Auch minderjährige Flüchtlinge verlassen Calais

Räumung des „Dschungels“: Auch minderjährige Flüchtlinge verlassen Calais

, aktualisiert 02. November 2016, 16:37 Uhr
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Nachdem das Flüchtlingscamp im französischen Calais vor einigen Tagen geräumt wurde, müssen die ehemaligen Bewohner nun auch die Stadt verlassen. Kinder und Jugendliche, die nach der Räumung zunächst in einem Containerlager untergebracht waren, werden nun in Aufnahmezentren gebracht, wo über ihre weitere Zukunft entschieden werden soll.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach der Räumung des „Dschungels“ verlassen die Flüchtlinge nach und nach auch die Stadt Calais. Nach den Erwachsenen nun Woche Kinder und Jugendliche an der Reihe. Für sie besteht aber noch Hoffnung auf ein Bleiben.

CalaisNach der Räumung des Flüchtlingslagers von Calais müssen nun auch die verbliebenen Minderjährigen die Stadt am Ärmelkanal verlassen. 720 der unbegleiteten jungen Migranten seien am Vormittag bereits mit Bussen weggebracht worden, sagte ein Sprecher der Präfektur am Mittwoch.

Die restlichen 750 sollten noch am Nachmittag und am Donnerstag in anderen Regionen Frankreichs unterkommen. „Wir hoffen, dass wir die Aufnahme in den Zentren bis zum Ende der Woche abgeschlossen haben“, sagte der Sprecher.

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Kinder und Jugendliche waren bei der Auflösung des Flüchtlingscamps vergangene Woche zunächst in einem Containerlager in der Nähe des geräumten Areals untergebracht worden. Nun werden sie in Aufnahmezentren gebracht, wo britische Beamte anschließend prüfen sollen, ob sie nach Großbritannien einreisen dürfen.

Für junge Flüchtlinge, die alleine unterwegs sind, gelten spezielle Asylregeln. Paris und London hatten eine Vereinbarung geschlossen, nach der unbegleitete Minderjährige nach Großbritannien einreisen können sollen, wenn sie dort bereits Familienangehörige haben.

Im Rahmen dieser Kooperation sind nach Angaben des britischen Innenministeriums bisher mehr als 300 Kinder und Jugendliche über den Ärmelkanal gelangt. Einige hundert sollen in den kommenden Wochen hinzukommen. Tausend würden es aber wohl nicht werden, hatte die britische Innenministerin Amber Rudd vergangene Woche in einem Interview gesagt.

„Wir fühlen uns absolut verpflichtet, die Kinder in Calais zu beschützen“, teilte Innen-Staatssekretär Robert Goodwill am Mittwoch mit. Die Ankunft erster minderjähriger Flüchtlinge aus Calais hatte in Großbritannien eine Debatte entfacht, ob das Alter der Schutzsuchenden überhaupt feststellbar ist. Der konservative Parlamentsabgeordnete David Davies hatte medizinische Tests zur Alterbestimmung verlangt, weil die Flüchtlinge „nicht wie Kinder aussehen“.

Aus Frankreich hatte es immer wieder Druck auf London gegeben, möglichst viele Minderjährige aufzunehmen. Präsident François Hollande hatte am Dienstag erklärt, die französischen Behörden würden sich um diejenigen kümmern, die London nicht aufnehme.

Calais ist seit Jahren ein Sammelpunkt für Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Hafen und Ärmelkanaltunnel sind inzwischen aber streng abgeschirmt. Auf einem Brachland in Küstennähe hatten zuletzt Tausende Migranten in Zelten und selbstgebauten Hütten gelebt. Frankreich räumte den sogenannten „Dschungel“ vergangene Woche und brachte gut 5000 Migranten in Aufnahmezentren in anderen Regionen des Landes.

Quelle:  Handelsblatt Online
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