Syrien: Assads Truppen treiben Sturm auf Aleppo voran

Syrien: Assads Truppen treiben Sturm auf Aleppo voran

, aktualisiert 28. September 2016, 17:52 Uhr
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Syrian civilians and rescuers gather at site of government forces air strikes in the rebel held neighbourhood of Al-Shaar in Aleppo on September 27, 2016. Syria's army took control of a rebel-held district in central Aleppo, after days of heavy air strikes that have killed dozens and sparked allegations of war crimes. / AFP PHOTO / KARAM AL-MASRI

Quelle:Handelsblatt Online

Aleppo ist der Brennpunkt der Kämpfe in Syrien. Sollten Assads Soldaten die Metropole einnehmen, gilt dies als möglicher Wendepunkt in dem Bürgerkrieg. Die Rebellen werden offenbar von ausländischen Staaten aufgerüstet.

BeirutIn Syrien treibt die Armee mit aller Macht die Offensive gegen die Rebellen in Aleppo voran, um eine Wende in dem vor fünf Jahren ausgebrochenen Bürgerkrieg zu erzwingen. Zwei Kliniken in der einstigen Millionen-Metropole seien bei Angriffen getroffen worden, berichteten Anwohner am Mittwoch. Mindestens sechs Tote habe es bei Artillerietreffern in einer Bäckerei gegeben. Vorstöße von Bodentruppen zielten nach Rebellenangaben offenkundig auf das Zentrum der Metropole, deren von Rebellen gehaltener Osten von der Armee Präsident Baschar al-Assads umzingelt ist. Offenbar unter dem Eindruck der Erfolge der Armee werden die Rebellen von ausländischen Staaten aufgerüstet. Erstmals hätten sie Boden-Boden-Raketen mit einer Reichweite bis zu 40 Kilometern erhalten, sagte ein Rebellen-Kommandeur der Nachrichtenagentur Reuters.

„Ein Kampfflugzeug flog über uns und fing an, Raketen auf das Krankenhaus abzufeuern“, berichtete der Radiologe Mohammed Abu Radschab vom Krankenhaus M10. „Der Schutt fiel auf die Patienten in der Intensivstation.“ Nach Angaben des medizinischen Personals fiel der Stromgenerator und die Sauerstoff-Versorgung der Patienten aus. Die Verletzten und Kranken seien in ein anderes Krankenhaus verlegt worden. Getroffen wurde auch das Krankenhaus M2 im Bezirk Al-Maadi. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind beide Krankenhäuser nicht mehr funktionsfähig. In eine Bäckerei in unmittelbarer Nähe des Hospitals M2 schlugen Granaten ein. Dabei starben in den frühen Morgenstunden nach Angaben der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens sechs der auf Brot wartenden Menschen.

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Ein Rebellen-Kommandeur sagte, die Regierungstruppen bereiteten offenbar weitere Vorstöße am Boden vor. „Es gab Gefechte in Al-Suweika von 05.00 Uhr bis jetzt“, berichtete ein Kämpfer der Levante Gruppe in einer versendeten Sprachbotschaft bezogen auf einen innerstädtischen Bereichs Aleppos. „Die Armee ist etwas vorgerückt und nun werfen die Jungs sie zurück, so Gott will.“ Ein anderer Vertreter der Rebellen berichtete, die Soldaten würden auch das Flüchtlingslager Handarat einige Kilometer nördlich von Aleppo angreifen.

Die Armee teilte lediglich mit, ein Sammelpunkt der islamistischen Gruppierung Dschabhat Fate al-Scham sei unweit Aleppos zerstört worden. Die Gruppe nannte sich früher Al-Nusra-Front und war ebenso wie die Gruppe Islamischer Staat (IS) von den gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen als moderat geltenden Rebellengruppen und der Regierung ausgeschlossen. Aleppo ist der Brennpunkt der landesweiten Kämpfe. Sollten Assads Soldaten die Metropole einnehmen, gilt dies als möglicher Wendepunkt in dem Bürgerkrieg.

Ausländische Staaten hätten den Aufständischen russische Grad-Raketen geliefert, sagte Rebellen-Offizier Fares al-Bajusch Reuters. Es handele sich um „hervorragende Mengen“. Die Raketen sollten in Aleppo, Hama und in der Küstenregion eingesetzt werden. Allerdings gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Rebellen auch die angeforderten Boden-Luft-Raketen erhalten würden. Diesen Waffen kommt eine besondere Bedeutung zu, denn dann könnten die Rebellen sich effektiv gegen die Luftangriffe wehren, was das militärische Kräfteverhältnis nachhaltig beeinflussen könnte.

Die Rebellen werden von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützt. Auch die US-geführte Koalition hilft den gemäßigten Rebellen mit Luftangriffen auf islamistische Gruppen wie den IS. Assads wichtigster Partner ist Russland, das mit seiner Luftwaffe alle Rebellengruppen bekämpft. Daneben unterstützen Milizen aus dem Iran, dem Libanon und dem Irak den syrischen Präsidenten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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