Syrien: Tote bei Luftangriffen der Anti-IS-Koalition

Syrien: Tote bei Luftangriffen der Anti-IS-Koalition

, aktualisiert 26. Mai 2017, 15:22 Uhr
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In Syrien wurde ein vierstöckiges Haus zum Einsturz gebracht.

Quelle:Handelsblatt Online

Die US-geführte Koalition greift das nordostsyrische Al-Majadin an. Es gibt viele Tote – darunter Frauen und Kinder. Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen sieht Zivilisten verstärkt in Gefahr.

BaselBei erneuten Luftangriffen der US-geführten Anti-IS-Koalition sind im Osten von Syrien mindestens 35 Zivilisten getötet worden. Unter den Opfern in der Ortschaft Al-Majadin befinden sich laut Angaben der syrischen Staatsmedien und der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte Frauen und Kinder. UN-Menschenrechtskommissar Said Raad al-Hussein prangerte am Freitag an, dass Zivilisten zunehmend den Preis eskalierender Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zahlen müssten.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle ereigneten sich die Angriffe am Donnerstagabend, als sich die Menschen in Al-Majadin für die Abendgebete auf den Weg in Moscheen gemacht hatten. 26 Menschen seien getötet worden, als im Zuge eines Luftangriffs ein vierstöckiges Wohnhaus eingestürzt sei, in dem die Familien von sieben IS-Kämpfern aus Syrien und Nordafrika gewohnt hätten. Neun weitere Menschen seien bei einem weiteren Luftangriff auf einem Markt getötet worden.

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Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete ebenfalls von 35 Todesopfern. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder gewesen, hieß es. Al-Majadin liegt nicht weit von der syrischen Grenze zum Irak entfernt.

Dieselben Zivilisten, die unter Beschuss und Massenhinrichtungen durch den IS litten, fielen auch den eskalierenden Luftangriffen zum Opfer, erklärte Al-Hussein in Genf. Dies sei besonders in den nordostsyrischen Provinzen Al-rakka und Dair as-Saur der Fall.

„Leider wird dem entsetzlichen Dilemma der in diesen Gebieten eingeschlossenen Zivilisten von der Außenwelt kaum Beachtung geschenkt“, sagte Al-Hussein. Er forderte die Koalition auf, genauer zwischen militärischen und zivilen Zielen zu unterscheiden.

Berichte über zivile Opfer haben zugenommen, seit im Norden und Osten Syriens immer heftiger gegen den IS gekämpft wird. Der aus Ostsyrien stammende oppositionelle Aktivist Omar Abu Laila berichtete, dass es am Freitagmorgen weitere Luftangriffe in Al-Majadin gegeben habe.

Quelle:  Handelsblatt Online
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