Todesschüsse auf US-Polizisten in Louisiana: Verdächtiger war Ex-Marine

Todesschüsse auf US-Polizisten in Louisiana: Verdächtiger war Ex-Marine

, aktualisiert 18. Juli 2016, 06:33 Uhr
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Zehn Tage nach der Ermordung von fünf Polizisten in Dallas sind im Bundesstaat Louisiana drei Polizeibeamte erschossen und mindestens drei weitere verletzt worden,

Quelle:Handelsblatt Online

Wieder sterben Polizisten in den USA durch eine bewaffnete Attacke, diesmal in Baton Rouge. Präsident Obama mahnt zur Eintracht - und nimmt dabei vor allem die Politiker in die Pflicht.

Baton RougeNur zehn Tage nach dem Heckenschützen-Angriff von Dallas hat es in den USA erneut tödliche Schüsse auf Beamte gegeben. In Baton Rouge tötete ein Bewaffneter drei Polizisten und verletzte drei weitere, wie die Behörden mitteilten. Der mutmaßliche Schütze wurde noch am Tatort erschossen. Ob die Attacke etwas mit dem Tod des Afroamerikaners Alton Sterling bei einem Polizeieinsatz Anfang Juli zu tun hat, war zunächst unklar. Präsident Barack Obama mahnte die Amerikaner dennoch zur Einheit und zur Abkehr von einer von Hass und Hetze geprägten Rhetorik. Seinen Appell werteten Beobachter auch als Spitze gegen den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump.

Am Sonntagmorgen waren Beamte in Baton Rouge einem Notruf wegen eines mit einem Sturmgewehr bewaffneten Verdächtigen nachgegangen und dann aus dem Hinterhalt minutenlang beschossen worden. Der Vorfall ereignete sich an einer Tankstelle auf einer Autobahn, in der Nähe befindet sich das Polizeihauptquartier der Stadt. Einer der drei verletzten Beamten war nach Behördenangaben zufolge in kritischem Zustand.

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Anwohner Joshua Godwin beobachtete die Szene vom Fenster aus. Ein in schwarz gekleideten Mann mit Skimaske, Kampfstiefeln und Extramunition sei offenbar „vor einer „Auseinandersetzung“ davongerannt.

Der mutmaßliche Täter wurde später als Gavin L. identifiziert. Er soll von 2005 bis 2010 in der US-Marine gedient haben und den Rang eines Unteroffiziers erreicht haben. Zwischen Juni 2008 und Januar 2009 war er Militärakten zufolge im Irak. Er bekam zudem mehrere Medaillen, darunter für Wohlverhalten.

Die Behörden gingen davon aus, dass L. der einzige Schütze in Baton Rouge gewesen sei, sagte Polizeisprecher Doug Cain. Doch sei nicht auszuschließen, dass er Komplizen gehabt habe. Zwei Verdächtige, die am Abend festgenommen wurden, wurden später ohne Anklage wieder auf freien Fuß gesetzt. In Kansas City belagerten Beamte zudem ein Haus, das auf den Namen von L. registriert war.

Vorvergangene Woche waren in Dallas fünf Beamte von einem schwarzen Heckenschützen erschossen worden, der nach eigenen Angaben aus Hass auf Weiße handelte. Die Tat ereignete sich bei einem Protestmarsch gegen Polizeigewalt gegen Schwarze. Hintergrund war die Tötung des Afroamerikaners Philando Castile während einer Verkehrskontrolle am 6. Juli in St. Paul in Minnesota und ein tödlicher Polizeieinsatz gegen den dunkelhäutigen Sterling in Baton Rouge.

Obama betonte im Weißen Haus, dass das Tatmotiv für die Attacke auf die Beamten in Baton Rouge noch unklar sei. Dennoch stellte er klar: „Attacken auf die Polizei sind Attacken auf alle von uns und die Rechtsstaatlichkeit, durch die die Gesellschaft möglich wird.“ Die Bürger müssten deutlich machen, dass nichts Attacken auf Beamte rechtfertige.

Obama äußerte sich am Vorabend des Parteikonvents der Republikaner, auf dem Donald Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll. Der Immobilienmogul hat die jüngsten Vorfall als Beleg dafür bezeichnet, dass es dem Land an Führungskraft mangele.

Obama hielt dagegen, ohne dabei Namen zu nennen. „Wir brauchen keine hetzerische Rhetorik. Wir brauchen keine leichtfertig dahingeworfenen Anschuldigungen, um politisch zu punkten und eine Agenda voranzutreiben. Wir müssen unsere Worte zügeln und unsere Herzen öffnen...alle von uns.“

Am Umgang des Präsidenten mit Polizeigewalt und Polizistenmorden regte sich indes zuletzt auch scharfe Kritik. Einige Organisationen stellten dessen Unterstützung für die Sicherheitsbehörden infrage.

Quelle:  Handelsblatt Online
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